Sisi… und ich erzähle euch die Wahrheit (2012)

OT: Sisi… und ich erzähle euch die Wahrheit - xx Minuten - Biopic
Sisi… und ich erzähle euch die Wahrheit (2012)
Kinostart: 12.10.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Sisi… und ich erzähle euch die Wahrheit

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Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, war eine liebreizende, naturverbundene Frau, die die Herzen der Menschen durch ihre Schönheit im Sturm eroberte. Zu Lebzeiten, als auch nach ihrem tragischen Tod. Zumindest, wenn man den Ernst Marischka-Filmen aus den 50er Jahren glauben kann, war es so. Romy Schneider verkörperte damals eine Kaiserin, wie aus dem Bilderbuch.

Umso verstörender wirken die Bilder, die Regisseur Mario Vinci in seinem Film Sisi…und ich erzähle Euch die Wahrheit zeigt. Pünktlich zu ihrem Geburtstag, der sich heuer zum 175. Mal jährt, wird gezeigt, wie es tatsächlich um das Leben der Kaiserin stand. Einige Details, wie etwa ihr Schönheitswahn, ihre Depressionen und der Hang zum Spiritismus, sind schon aus etlichen Dokumentationen und Biografien bekannt und keine Offenbarung mehr. Doch noch nie wurden sie so explizit und unzensiert in Szene gesetzt.

Besonders ansprechend sind Vincis Umsetzung und Stilmittel. Dr. Widerhofer (Florentin Groll), Elisabeths Leibarzt, lässt erzählerisch ihr Leben Revue passieren. In einer Mischung aus Dokumentation und Spielfilm werden in Rückblenden immer wieder Ausschnitte aus den Sisi-Filmen gezeigt. Ein angenehmes Wiedersehen auf der Kinoleinwand mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm. Diese Szenen stehen im starken Kontrast zu denjenigen, die das wahre Leben einer einsamen Kaiserin zeigen. In düsteren Bildern bekommt man eine Frau zu Gesicht, die alles andere als kaiserlich war. Fragwürdige Hungerkuren und damit einhergehende Essstörungen, Aberglaube, skurrile Ängste, Stimmen aus dem Jenseits und fanatisch praktizierte körperliche Ertüchtigungen, prägten ihre Tagesabläufe und damit ihr Seelenleid.

Ein Drama, das sich konstant in einem Wechsel zwischen Licht und Schatten, Wahrheit und Fiktion, Spielfilm und Dokumentation befindet und durch die 3D Technik noch greifbarer zu sein scheint. Das Besondere dabei: die verwendeten Ausschnitte der 50er Jahre Trilogie wurden ebenfalls in 3D konvertiert.

Mehrere Schauspielerinnen verkörpern die Kaiserin in den unterschiedlichsten Lebensaltern. Neben Jessica Franz,  beeindruckt Anna Berg am meisten durch ihre Ausdrucksstärke und überschattet sprichwörtlich den liebreizenden Anmut, den Romy Schneider einst mit in ihre Rolle brachte. In Bergs Gesicht spiegeln sich Melancholie, Einsamkeit, Dunkelheit und Tristesse. Eine deprimierende Aura, die Elisabeth zeitlebens umgab. Ein Kritikpunkt sei aber erwähnt: den Einstieg hätte man durchaus besser gestalten können. Trailer-artig reiht sich gute zehn Minuten lang Szene an Szene, nur um vorwegzunehmen, was später ohnehin thematisiert wird.

Fazit:
Ein Historienfilm, der nicht nur für Geschichtefans und Sisi-Liebhaber zu empfehlen ist. Auch Interessierte, die mit den Sisi-Filmen aus den 50er Jahren nichts anzufangen wissen, können einen Blick wagen. Da an Originalschauplätzen gedreht wurde, wirken die Darstellungen umso authentischer. Die Spielfilm-Elemente sorgen dafür, dass der Kinobesuch alles andere als einen trocken-historischen Beigeschmack bekommt.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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