Lone Ranger (2013)

OT: The Lone Ranger - 149 Minuten - Action / Abenteuer
Lone Ranger (2013)
Kinostart: 08.08.2013
DVD-Start: 05.12.2013 - Blu-ray-Start: 05.12.2013
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Filmkritik zu Lone Ranger

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Disney ist auf dringeder Suche nach einem neuen Mega-Franchise. Nachdem die Fluch der Karibik Reihe bis zum Geht-nicht-mehr ausgemolken wurde und der Versuch mit John Carter ein neues Epos empor zu heben finanziell scheiterte, verlässt man sich nun auf eine altbewährte Formel: Der Lone Ranger hat sich bereits in Radio, TV und im Comic-Format bewährt und sorgt seit über 75 Jahren für Unterhaltung. Und da man mit Johnny Depp, Regisseur Gore Verbinski und Produzent Jerry Bruckheimer, gleich einen beträchtlichen Teil des Fluch der Karibik Efolgsteam engagiert hat, kann man auch schnell erraten wohin die Reise gehen soll. Mit einem saftigen 250 Millionen Dollar Budget ausgestattet, soll hier der nächste Mega-Blockbuster aus der Taufe gehoben werden, aber leider gelingt es dem maßgeschneiderten Konstrukt nie entsprechend abzuheben.

Amerika im Jahr 1869: Anwalt John Reid (Armie Hammer) reist in den Wilden Westen, zurück in seine Heimatstadt. Cole (Tom Wilkinson) ist dort gerade mit dem massiven Ausbau der Eisenbahn beschäftigt und will ein Exempel statuieren in dem er dort den berüchtigten Outlaw Butch Cavendish (William Fichtner) hängen lässt. Doch seiner Bande gelingt es den Verbrecher aus einem fahrenden Zug zu befreien und nun will John Reids Bruder Dan (James Badge Dale), ein Texas Ranger, aufbrechen um den Flüchtling einzufangen. Doch der Trupp gerät in einen Hinterhalt und bis auf John werden alle getötet. Der Indianer Tonto (Johnny Depp) päppelt ihn wieder auf und von nun an begeben sich die beiden auf Verbrecherjagd...

Die Vorzeichen standen gar nicht schlecht: Das Western-Genre führt mittlerweile eher ein Schattendasein und eine Frischzellenkur, wie Fluch der Karibik es auf leichtfüßige Art und Weise mit dem Piratengenre schaffte, wäre durchaus spannend. Sowohl Cast, als auch Crew ist talentiert und bietet alles, was man sich von einem Blockbuster dieser Größe erwarten könnte. Und der Lone Ranger ist eine Figur die sich über Jahrzehnte bewährt hat und trotzdem mittlerweile etwas in der Versenkung verschwunden ist, sodass ein Revival gar keine schlechte Idee ist. Und doch kränkelt der Film zwischen durchaus gelungenen Einzelmomenten, an vielen kleineren und größeren Problemen, die verhindern, dass der Film richtig zündet.

Eines dieser Probleme macht sich bereits recht früh bemerkbar. Denn die Rahmenhandlung, die in den 1930er Jahren angesiedelt ist und eine Klammer um die eigentliche Erzählung schließt, ist nicht nur völlig überflüssig, sondern erweist sich auch als wahrer Bremsklotz innerhalb der Narration. Was die Drehbuchautoren und Regisseur Gore Verbinski dazu bewegt hat, die ohnehin schon reichlich überladene Erzählung, durch diesen elliptischen Ansatz weiter aufzublähen, bleibt ein Rätsel und erschließt sich nie so ganz, da der Film auch keinerlei Nutzen aus dieser Strategie zieht.

Ein weiteres Problem ist, dass der Film nie einen kohärenten Erzählton entwickelt. Genre-Mix, schön und gut, aber man hat hier den Eindruck, dass sich die Filmemacher nie einigen konnten, was Lone Ranger eigentlich werden sollte. An manchen Stellen ist der Film wie ein ernsthafter Western inszeniert, dann aber wieder versucht man mit den üblichen Fluch der Karibik Mätzchen zu punkten, um schlussendlich auch noch wilde Achterbahnfahrten an Actionszenen und unglaubwürdige Gefühlsduselei drauf zu packen. Was in Fluch der Karibik noch leichtfüßig und durchaus passend erschien, wirkt in Lone Ranger holprig, undurchdacht und wie am Reißbrett entworfen.

Ebenfalls problembeladen ist die Skizzierung der Figuren. Während Armie Hammer eine recht formidable Leistung als Lone Ranger abliefert und den Film souverän trägt, neigt Johnny Depp etwas zu sehr an seiner Fluch der Karibik Erfolgsformel festzuhalten, sodass man seinem Tonto den eigenständigen Charme leider absprechen muss. Und abgesehen von den beiden Hauptfiguren erscheinen leider alle Nebenfiguren als etwas zu klischeehaft und abgenutzt. Helena Bonham Carter etwa spult nur ihre leicht schrullige Standardshow ab, während die Bösewichte durch die Bank blass und wenig eindringlich sind. Das ist schade, da eine interessante Charakterisierung der Figuren im Fall eines solchen Abenteuers traditionell bereits die halbe Miete ist.

Wirklich gut gelungen ist hingegen die visuelle Ebene des Films. Die Bilder, die aus dem Wilden Westen herausgekitzelt werden sind teilweise atemberaubend schön und auch die Effekteinlagen sitzen (dem Budget entsprechend) makellos. Im Grunde genommen könnte man auch nicht behaupten, dass der Film auf ganzer Linie scheitert - dafür sind zu viele Einzelmomente zu gut gelungen. Aber leider fügt sich das alles nicht wirklich gut zusammen und ähnlich wie die Zugfahrten innerhalb der Geschichte, ist auch der Film selbst eine sehr rumpelnde und holprige Angelegenheit und droht in jedem Moment zu entgleisen. Letztendendes kriegt er aber trotz seiner Probleme alle Kurven, und sorgt auch für einen soliden Kinospaß, der allerdings nicht der Hit geworden ist, den sich Disney wohl gewünscht hätte.

Fazit:
Lone Ranger ist ein etwas überladener und nicht sehr stimmig zusammengefügter Blockbuster, der nie den richtigen Erzählton findet und zwischen Tragik und Klamauk etwas zu willkürlich hin und her pendelt. Abgesehen von Hauptdarsteller Armie Hammer trifft auch kein Darsteller seine Rolle wirklich perfekt und schlussendlich gibt es einfach viel zu viele kleine Ärgernisse und Probleme, als dass man Lone Ranger als ähnlich unterhaltsame Achterbahnfahrt wie den von der Idee recht nahe stehenden Fluch der Karibik empfehlen könnte. Dafür besitzt der Film zu wenig Eigenständigkeit und zu viele erzählerische Probleme. Der rumpelnde Ritt, sorgt aber letzten Endes dennoch für einen soliden Kinoabend und hält sich durch gelungene Einzelmomente zumindest über Wasser.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 5.9/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 15
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