Voll abgezockt (2013)

OT: Identity Thief - 111 Minuten - Komödie / Krimi
Voll abgezockt (2013)
Kinostart: 29.03.2013
DVD-Start: 30.08.2013 - Blu-ray-Start: 30.08.2013
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Filmkritik zu Voll abgezockt

Identitätsdiebstahl gehört zu den unterschätzten illegalen Tätigkeiten der heutigen Zeit. Nachdem wir unsere persönliche Daten wie Kreditkartennummer, Name und Adresse im Internet hinterlassen und gespeichert haben, muss der Dieb nur noch das Passwort knacken und schon hat man den Salat. Erhält man dann auch noch einen Anruf von einer unbekannten Person, die behauptet, sie möchte uns helfen genau diesen Betrug vorzubeugen, dann befinden wir uns schon in Seth Gordons Komödie Voll abgezockt. Darin greift der Filmemacher ein hochaktuelles Thema auf und formt daraus einen Road Movie, der mit komödiantischen Talenten überzeugt, allerdings erhebliche Drehbuchschwächen vorweist.

Diana (Melissa McCarthy) ist mal wieder ihrem Hobby nachgegangen und hat diesmal die Identität eines Mannes gestohlen, der einen geschlechtsneutralen Namen trägt. Sie lässt sich also eine Kreditkarte im Namen von Sandy Bigelow Patterson (Jason Bateman) ausstellen und zieht damit kaufwütig durch die Kaufhäuser. Auch Straftaten zu begehen ist für Diana kein Problem, da sie ja pro Name eine Freikarte hat. Die Konsequenzen muss dann ein anderer tragen. Diesmal trifft es den Familienvater und Firmenangestellten Sandy, der fleißig Geld spart, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Als die Polizei ihn kontaktiert und an seinem Arbeitsplatz eine Drogenfahndung durchführt, verliert er seinen Job. Sandy kann zwar seine Unschuld beweisen, jedoch die Übeltäterin, die weiterhin mit seinem Namen ihr Unwesen treibt, nicht stoppen. Aus diesem Grund verlässt er sein Bundesstaat – er möchte Diana mit den eigenen Händen aufhalten…

Seth Gordon hat mit Jason Bateman und Melissa McCarthy zwei komödiantische Goldbarren an Land gezogen. Bateman hat bereits im letzten Seth Gordon Film Kill the Boss für zahlreiche Schenkelklopfer gesorgt und wirkte zudem in den Komödien Wie ausgewechselt (2011) sowie Paul – Ein Alien auf der Flucht (2011) mit. Melissa McCarthy gehört zurzeit zu den meist gefragten Comedy-Darstellerinnen Hollywoods. Für ihre Rolle in Brautalarm wurde sie 2012 als Beste Nebendarstellerin für den Oscar nominiert und feierte zugleich mit dieser Produktion im selben Jahr einen internationalen Überraschungserfolg an den Kinokassen. McCarthys komödiantisches Talent überzeugte im Zuge dieser Erfolge das Produktionsteam der Komödie Voll abgezockt, sodass sogar wegen ihr das Drehbuch umgeschrieben wurde, denn eigentlich sollte neben Jason Bateman ein weiterer Darsteller vor der Kamera stehen.

Die Entscheidung die zweite Hauptrolle mit Melissa McCarthy zu besetzten hat sich bisher auch ausgezahlt. Voll abgezockt feiert momentan große Erfolge in Amerika und sollte sicherlich auch bei uns die Zuschauer zum Lachen bringen. Jedoch sollte man sich als bevorstehender Zuschauer eines bewusst sein: Voll abgezockt liefert sicherlich gute Unterhaltung und lädt herzhaft zum Lachen ein. Nichtsdestotrotz kann die Qualität der Komödien Brautalarm oder Kill the Boss nicht erreicht werden, denn dafür ist das Drehbuch einfach zu schwach.

Beispielsweise dauert es äußerst lange bis die beiden Hauptcharaktere Diana und Sandy im Film zusammentreffen. Einerseits gelingt es Melissa McCarthy während der Exposition ihre Soloszenen kurzweilig für den Zuseher zu gestalten. Andererseits ziehen sich die Einführungsszenen des Jason Bateman-Charakters in die Länge. Bateman verkörpert im Film den typischen Durchschnittstypen, der zugleich Probleme mit seinem Chef hat. Batemans Rolle erinnert infolgedessen an jene aus Kill the Boss und Wie ausgewechselt. Zwar ist das nicht ganz so tragisch, da es stets Spaß macht Jason Bateman beim schauspielern zuzusehen, jedoch könnte sich der Darsteller in der nächsten Zeit auch mal eine andere Rolle aussuchen, bevor der Katherine Heigl-Effekt eintritt und demnach beim sehen des Trailers bereits der komplette Kosmos der Titelfigur bekannt ist, da es sich stets um dieselbe Rolle handelt.

Ferner erinnert nicht nur die männliche Hauptrolle an Kill the Boss. Auch einige Szenen sind sehr stark an die Erfolgskomödie desselben Regisseurs angelehnt. Zu erwähnen wäre hier die Szene im Chef-Büro, die Barszene sowie die Motelzimmerszene. Aufmerksame Zuschauer, welche den letzten Film des Filmemachers Seth Gordon gesehen haben und danach diesen Film sehen, werden die Parallelen erkennen. Natürlich wurden die Szenen abgeändert und mit anderen Witzen versehen. Trotzdem wird das Gefühl vermittelt, dass Voll abgezockt keinen eigenen Weg entwickeln kann und daraufhin hinterherhinkt.

Darüber hinaus bietet der Drehbuchautor Craig Mazin, der bereits das Hangover 2-Skript anfertigte, im Hinblick auf den Handlungsverlauf, keine große Abwechslung und bewegt sich damit im bekannten Terrain des Genres. Voll abgezockt funktioniert daraufhin nach Schema F, sodass nach den ersten 20 Minuten jeder wissen sollte wie der Film ausgeht. Ferner ist die Figurenzeichnung der Bösewichte des Films flach ausgefallen. Die Schurken haben nur die Funktion Action zu erzeugen und sind somit nur Mittel zum Zweck. Hier hätte man sich auf jeden Fall mehr Mühe geben können.

Dagegen sind die Witze im Film gut portioniert und funktionierten dank des großartigen Zusammenspiels der Hauptdarsteller einwandfrei. Dabei wirkt Melissa McCarthys Darstellung ein wenig cartoon- bzw clownhaft, da sie nicht klein zu kriegen ist. Die Schauspielerin überzeugt auf der Tanzfläche, im Bett und sogar als Schlägerbraut. Ist Diana noch die Mutige und Dominante, so spielt Jason Bateman das genaue Gegenteil. Er ist ein wenig ängstlich und gutmütig. Aus diesem Grund ergänzen sich die Darsteller bestens, sodass kurzweilige Unterhaltung entsteht.

Fazit:
Wer die komödiantischen Schauspieler Melissa McCarthy und Jason Bateman gerne bei der Arbeit zusieht, der kann sich getrost diesen Film ansehen, da er/sie sicherlich auf seine/ihre Kosten kommen wird. Die Hauptdarsteller bieten nämlich witzige Dialoge mit ein wenig Slapstick-Humor. Die lustigen Szenen besitzen jedoch beinahe einen sketchhaften Charakter, da nach jedem Lacher die Drehbuchprobleme zum Vorschein kommen und infolgedessen das Sehvergnügen gedämpft wird. Somit kann die Qualität der Komödien Brautalarm und Kill the Boss nicht erreicht werden. Dessen ungeachtet ist Voll abgezockt ein lustiges Road Movie für Zwischendurch.   

Wertung:
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