Red Dawn (2012)

OT: Red Dawn - 93 Minuten - Action
Red Dawn (2012)
Kinostart: 28.12.2012
DVD-Start: 16.05.2013 - Blu-ray-Start: 16.05.2013
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Filmkritik zu Red Dawn

1984 kam Die rote Flut von John Milius in die Kinos. Damals zerrissen viele Kritiker den umstrittenen Film in der Luft und drückten diesem den Stempel „Kriegsverherrlichung“ auf. Darüber hinaus protestierten Friedensaktivisten gegen die Erscheinung des Kriegsfilms in den deutschen Kinos, sodass der Film aus zahlreichen Lichtspielhäusern verschwand und später auf dem Index landete. Nun, 28 Jahre später, hat Regiedebütant Dan Bradley, der zuvor als Stuntkoordinator und Second-Unit Director für die Actionszenen der Actionkracher Das Bourne Ultimatum (2007), James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008) und Mission: Impossible – Phantom Protokoll (2011) verantwortlich war, dieses heikle Thema aufgenommen und ein Remake inszeniert, welches bestimmt nicht die gleiche Reaktionen wie damals das Original lostreten wird, da der Film im Sumpf der Klischees versinkt und nebenbei einen Kriegspathos auf den Zuschauer schleudert, der aufgrund der Pseudo-Dramatik nicht ernst genommen werden kann.

Der Marinesoldat Jed Eckert (Chris Hemsworth) ist gerade in seine Heimatstadt Spokane, die im US-Bundesstaat Washington liegt, zurückgekehrt und besucht das Footballspiel seines Bruders Matt (Josh Peck). Nach der Niederlage begeben sich die Brüder in eine Bar. Dort wird Matt von seiner Freundin Erica (Isabel Lucas) getröstet und Jed trifft auf Toni (Adrianne Palicki), eine ehemalige Freundin. Im Anschluss dazu steht am kommenden Morgen eine böse Überraschung vor ihrer Tür, denn der Krieg bricht aus. Nordkoreanische Truppen besetzen die Stadt. Im letzten Augenblick gelingt es Jed und Matt noch einige Freunde mit dem Auto aufzusammeln und sich daraufhin erstmal in Sicherheit zu bringen. Jed ernennt sich weiterhin zum Anführer der Gruppe Wolverines und bringt den restlichen Mitgliedern den Umgang mit Schusswaffen bei, sodass diese bereit sind um die Stadt zu retten…

Eins der größten Probleme von Red Dawn ist die mangelnde Glaubwürdigkeit, die im kompletten Verlauf der Handlung nicht abgeschüttelt werden kann. Infolgedessen sticht die Konstruiertheit des Films ins Auge. Denn es wirkt nicht authentisch, wenn Jugendliche, die noch die Highschool besuchen, in kürzester Zeit lernen mit Schusswaffen umzugehen und dann noch unzählige Soldaten überlisten sowie ausschalten können. Obendrein tauchen noch Logikfehler auf oder einfache Fragen bleiben unbeantwortet. Beispielsweise ist es nicht ersichtlich wieso den Wolverines nicht die Munition ausgeht, beziehungsweise woher die neue Munition stammt. Ansonsten bestehen die Probleme und Beziehungen in der Gruppe aus aneinander gereihten Klischees. Im Zuge dessen schafft es auch die Liebesgeschichte zwischen Matt und Erica nicht zu berühren, zudem kann der Konflikt zwischen den zwei Brüdern auch nicht überzeugen, da dieser schlicht und einfach durchschaubar ist und somit Langeweile hervorruft.

Ferner funktioniert die Chemie zwischen Chris Hemsworth (The Cabin in the Woods, 2012; Marvel’s The Avengers, 2012) und Josh Peck (What goes up, 2009) nicht wie erwünscht. Hemsworth weist eine starke Präsenz vor, die tadellos zu seiner Rolle passt und spielt damit in einer völlig anderen Liga als Peck. Auch Josh Hutcherson (Die Tribute von Panem, 2012) liefert nur eine solide Performance ab. Allerdings ist er im Vergleich zu Hemsworth nicht lange auf der Leinwand zu sehen. Seine Figur leidet des Weiteren, so wie viele andere, an einer oberflächlichen Charakterisierung und bleibt damit flach. Man kann demnach vermuten, dass er nur gecastet wurde, um die Teenies in die Kinosäle zu locken.

Aufgrund der bisher aufgezählten Gründe ist der Plot des Films nur Mittel zum Zweck, um nach einer Explosion und Actionsequenz eine weitere hervorzubringen. Im Übrigen erinnern die vielen Explosionen an das Videospiel Call of Duty, das sogar im Film von den Charakteren ihm Rahmen eines Vergleichs thematisiert wird. Doch Call of Duty-Fans, die jetzt hellhörig geworden sind, können auch gleich wieder ihre Ohren verschließen, denn Red Dawn ist einfach nicht konsequent genug, um mit einer Videospielreihe wie Call of Duty mithalten zu können.

Trotz der angesammelten Schwächen kann der Film aber auch eine äußerst starke Seite vorzeigen. Hierbei handelt es sich um die Actionszenen. Beim Betrachten dieser fällt auf, dass der Regiedebütant Dan Bradley sein Handwerk, und damit ist das Inszenieren von packender Action gemeint, sehr gut beherrscht. Denn genau bei diesen Szenen passt alles perfekt zusammen. Exemplarisch ist der erste Angriff der gegnerischen Soldaten in der Neuverfilmung spektakulärer gestaltet als im Original. Damit kann sich die angepeilte Wirkung beim Zuschauer entfalten, sodass kurzweilige Momente entstehen. Nichtsdestotrotz ist das Remake Red Dawn ein seichter Popcornfilm und zugleich die Light-Variante des Originalfilms geworden und wird somit nur die Art von Zuschauer unterhalten, die bereits vor dem Kinobesuch beschlossen haben die Handlung nicht ernst zu nehmen.

Fazit:
Regiedebütant Dan Bradley hat den umstrittenen Film Die rote Flut neu verfilmt und daraus einen anspruchslosen Popcornfilm gemacht, der eine vorherrschende Unglaubwürdigkeit und Konstruiertheit nicht abschütteln kann. Diese Pseudo-Dramatik führt im Endeffekt dazu, dass das Kriegspathos, welches zum Vorschein kommt, einfach nicht ernst genommen wird. Somit funktionieren nur die Actionszenen einwandfrei und dafür kann keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Wertung:
4/10 Punkte
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Ø Wertung: 4.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 3
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