Lady Chatterley

OT: -  168 Minuten -  Drama
Lady Chatterley
Kinostart: 03.11.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Lady Chatterley

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Fünf Césars, der französische Oscar, konnte sich der neue Film von Pascale Ferran, Lady Chatterley, sichern und wurde nicht nur bei den Kritikern, sondern auch beim Publikum ein großer Erfolg in seinem Heimatland. Bei den Césars gewann der Film unter anderem auch den Preis als bester Film, und seine Geschichte basiert auf dem umstrittenen und populären Roman von D.H. Lawrence. Dabei nimmt sich Pascale Ferran außerordentlich viel Zeit, um die Figuren einzuführen, und bringt die Geschichte nur sehr langsam voran. So kommt es zwar, dass Lady Chatterley an vielen Stellen stark ist, aber die Qualitäten durch seine quälende Langeweile mehr als ausgeglichen werden.

Constance Reid (Marianne Hands) und der sich momentan im Kriegseinsatz befindende Minenbesitzer Clifford Chatterley (Hippolyte Girardot) beschließen, als Clifford auf Fronturlaub ist, zu heiraten. Als Constance ihren Mann das nächste Mal sieht, ist dieser auf einen Rollstuhl angewiesen. Die beiden ziehen aufs Land, um gemeinsam ein neues Leben zu beginnen, doch dabei entfremden sie sich immer weiter voneinander, und Constance träumt von einem Mann, der auch ihre körperlichen Bedürfnisse befriedigen kann. Im Wildhüter Parkin (Jean-Louis Coullo'ch) glaubt sie diesen Mann gefunden zu haben, und schon bald beginnen sie eine sexuelle Beziehung...

Lady Chatterley macht von Anfang an klar, dass sich dieser Film Zeit lassen wird. Der Film verliert sich zunehmend in poetischen Aufnahmen der Natur, die stets das Innenleben von Constance wiedergeben. Aufblühende Pflanzen, plätschernde Bäche oder lange Aufnahmen von Bäumen säumen das atmoshphärische Bild, und dies wäre an sich auch gut umgesetzt, das Problem ist nur, dass durch den langsamen Aufbau, die sich wiederholenden Szenen und die Nebensächlichkeiten, in die sich der Film verstrickt, Lady Chatterley ungeheuer aufgeblasen wirkt, und auf die quälende Überlänge von 168 Minuten anschwillt, die es keinem Zuseher einfach macht.

Die Geschichte selbst würde diese Länge nicht zwingend erfordern, besteht sie doch großteils daraus, dass Constance in den Wald geht, um sich mit Parkin zu treffen, was schließlich darin endet, dass die beiden Sex haben. Die Sexszenen selbst wurden dabei unglaublich akkribisch arrangiert, und sind so angelegt, dass sie sich von Mal zu Mal steigern. Was zu Beginn noch ein verhaltener, kurzer Akt ist, steigert sich immer mehr, wobei man auch immer mehr von den Darstellern zur Schau zeigt. So wird ihr Liebesakt am Anfang noch von Kleidung verdeckt, die allerdings bei jeder weiteren Sexszene reduziert wird, bis die beiden Hauptfiguren schließlich splitternackt durch den Regen laufen und sich im Schlamm ihren Trieben hingeben.

Es dauert wirklich sehr lange, bis man als Zuseher Zugang zu diesem Werk findet. Die Überlänge und der langsame Erzählstil zehren besonders während der ersten Stunde sehr an den Nerven, aber wenn man sich erst einmal auf diese Situation eingestellt hat, kann man den Film wesentlich besser genießen und beginnt sich auch mehr für die Figuren zu interessieren. Dennoch ist Lady Chatterley für ungeduldige Zuseher absolut ungeeignet, und selbst als grudsätzlich empfänglicher Zuseher muss man eingestehen, dass Lady Chatterley speziell in der ersten Hälfte außerordentlich langatmig ist.

Doch man soll sich nicht nur über diesen Film beschweren, denn vor allem die beiden Hauptdarsteller Marianne Hands als etwas schüchterne Lady Chatterley und Jean-Louis Coullo'ch als auf den ersten Blick grober, aber bei näherem Hinsehen sensibler Parkin, liefern wundervolle Leistungen ab, die den Film an vielen Stellen gelingen lassen. Auch die sinnlichen Sexszenen, und wie sich aus der rein körperlichen Beziehung langsam eine Liebe entwickelt, funktionieren an sich gut, aber dennoch fällt es schwer eine Empfehlung für diesen Film abzugeben. Denn obwohl ich Lady Chatterley objektiv einiges anrechnen muss, konnte ich doch auf rein subjektiver Ebene keinen wirklichen Zugang zum Film finden, und die Laufzeit von 168 Minuten zehrte sehr an meinen Nerven.

Fazit:
Lady Chatterley ist ein Film, der nur äußerst schwer in die Gänge kommt, und der seinen zähen und langatmigen Mantel auch bis zum Ende nicht abschütteln kann. Dennoch kann man nicht nur meckern, denn besonders die Darsteller überzeugen auf ganzer Linie, aber auch die Geschichte bietet an manchen Stellen durchaus zufriedenstellende Kost, wenngleich es mir dennoch nicht möglich ist, eine Empfehlung für diesen Film auszusprechen. Der Grund dafür ist, dass ich zwar objektiv einiges auf der Habenseite verbuchen kann, aber subjektiv, speziell in der ersten Hälfte, keinen wirklichen Zugang zum Film gefunden habe, und die Laufzeit von 168 Minuten doch für einige Langeweile sorgt.

Wertung:
5/10 Punkte

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