Kill Bill Vol. 1

OT: -  111 Minuten - Action
Kill Bill Vol. 1
Kinostart: 16.10.2003
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Kill Bill Vol. 1

Von am

 

Beatrix Kiddo (Uma Thurman) ist eine Ex-Auftragsmörderin und von ihrem Boss und Geliebten, Bill (David Carradine) schwanger. Sie beschließt aus dem Attentatsgeschäft auszusteigen und flieht vor Bill. In El Paso will sie sesshaft werden und heiraten. Doch Bill spürt sie auf und lässt sie gemeinsam mit allen Anwesenden von seinem Killerkommando töten. Doch Beatrix ist keinesfalls tot. Sie liegt im Koma und erwacht 4 Jahre nach dem Attentat. Nun will sie Rache und schwört alle die an dem Massaker beteiligt waren zu töten...

 

Quentin Tarantino versteht es wie kein anderer aus einer eher minimalistischen Grundstory bombastische Filme zu zaubern. Begonnen hat alles mit Reservoir Dogs, der quasi nur in einer Lagerhalle spielt. Aus der simplen Geschichte rund um einen misslungenen Überfall zauberte er einen atmosphärisch dichte und vor allem stilistisch wegweisenden Meilenstein der ihm in Hollywood alle Türen öffnen sollte. Dann folgte mit Pulp Fiction sein unbestrittener Höhepunkt, der ohne wirklichen roten Faden aus dem Alltag von Gangstern erzählt und durch die genialen Dialoge, den perfekten Soundtrack und seine unübertroffene Coolness längst zum Kult wurde. Nach Pulp Fiction kam Tarantinos umstrittenstes Werk: Jackie Brown wurde von vielen Fans negativ aufgenommen. Dies lässt sich dadurch erklären das der Film in einem anderen Stil als seine Vorgängerwerke gedreht wurde. Jackie Brown ist keinesfalls ein schlechter Film, nur ein eigenwilliger und eben der schlechteste von Tarantino. Doch da er bis jetzt ausnahmslos ausgezeichnete Filme gedreht hat macht dies nicht wirklich etwas.

 

6 Jahre nach seinem dritten Film, im Jahre 2003 kam Kill Bill in die Kinos. Der Film wurde auf Grund seiner langen Laufzeit in zwei Teile aufgeteilt. Vol. 1 und Vol. 2 bilden in Wirklichkeit einen langen Film. Die gute Nachricht ist, dass Tarantino zwar von der Grundstory einen vollkommen neuen Weg einschlägt, jedoch wieder zum Stil von seinen Erstlingswerken zurückkehrt. Die spartanische Story gerät in den Hintergrund und der Film lebt nur von seinen genialen Einzelszenen, die in gewohnter Tarantino Manier ausgesprochen blutig ausfallen und stilistisch brillant sind.

 

Quentin Tarantino´s Kill Bill Vol. 1 ist eine einzige Homage an die Filme die ihn als Kind faszinierten. Alles wird im Stil von alten Japanischen Kung Fu und Samuraifilmen gedreht und mit dem einzigartigen Stil des Ausnahmetalentes in eine auf Hochglanz polierte Hülle gesteckt. Dabei geht er mit seinem von Blut triefenden Werk abseits jedes Mainstreamweges. Die absolut überzogene Gewaltdarstellung fügt sich perfekt in den Film ein und gibt ihm eine spezielle ästhetische Note.

 

Die Kampfszenen des Films sind wirklich eine Augenweide. Selten wurden Schwertkämpfe besser gezeigt. Es finden sich die verschiedensten Kampfformen: Der Kampf mit den Crazy 88 ist eine Massenprügelei auf aller höchster Ebene, das Duell mit Gogo ist auf Grund ihres Morgenstern etwas außergewöhnliches und ihr Umgang mit diesem versetzt die Zuseher ins staunen. Dann wäre noch der Abschlusskampf, in dem sich Beatrix mit O-Ren Ishii (Lucy Liu) messen muss. Dieser ist der stilistisch Interessanteste Kampf und führt uns in die wunderschöne Umgebung eines beschneiten Garten. Dabei sind nicht die Kämpfe das besondere, sondern wie Tarantino sie präsentiert: Von Farbspielereien, über spektakuläre Kamerafahrten, bis zu Licht und Schattenspielen ist alles dabei. Nebenbei baut der vielleicht innovativste Regisseur der Neuzeit eine Mangasequenz ein die sich perfekt in den Film einpasst.

 

Auch der Humor wird in Kill Bill nicht vernachlässigt. Es handelt sich zwar um bitterbösen schwarzen Humor, jedoch zeigt Quentin Tarantino sehr wohl das er einen Unterhaltungsfilm dreht und kein gesellschaftskritisches Drama. Vor allem der Gastauftritt von Kung Fu Legende Sonny Chiba ist genial und seine humorvolle Einlage gemeinsam mit seine Assistenten sorgt für schmunzeln.

 

Wie in seinen Vorgängerfilmen versteht es Quentin Tarantino auch in Kill Bill das letzte aus seinen Darstellern herauszuholen. Allen voran kann Uma Thurman ihr Talent voll und ganz ausspielen und trägt überragend durch den Film. David Carradine muss in Teil 1 noch spielen ohne das jemals sein Gesicht gezeigt wird. Dies erschafft einen Mythos rund um die Figur des Bill und steigert die Spannung bis er in Teil 2 endlich gezeigt wird. Er versteht es gekonnt die Überlegenheit dieser Figur darzustellen und ist auch im ersten Teil schon ein Höhepunkt.

 

Erstmals setzt Quentin Tarantino in eine Film nicht ausschließlich auf vorhandene Songs. Zwar kommen auch Musikstücke vor, wie zum Beispiel der geniale Titelsong von Nancy Sinatra, jedoch ist vieles von RZA komponiert worden. Dies erweist sich als riesiger Glücksgriff. Jeder der seine anderen Werke gesehen hat weiß dass die Musik in Tarantinos Filmen außerordentlich wichtig ist und viel zum Kultstatus der Filme beiträgt. Auch Kill Bill bietet einen Soundtrack der Superlative und die vielen japanischen Melodien die RZA für seinen Score verwendet hat passen sich perfekt in die Grundstimmung des Films ein.

 

Der einzige Schwachpunkt des Films ist die zu seichte Story. Doch die wirklich perfekte Inszenierung und der Stil den dieser Film zu bieten hat lässt dies getrost verzeihen. Kill Bill ist ein Vollblut Tarantino Film der alles Mitbringt um ein Kultfilm zu werden.

 

Fazit:

Quentin Tarantino ist wieder da! Kill Bill kann getrost in die Fußstapfen seiner Meisterwerke treten. Zwar erreicht der Film nicht ganz die Brillanz eines Pulp Fiction, aber ich würde ihn auf eine Stufe mit Reservoir Dogs stellen! Genial inszeniertes Kino vom Allerfeinsten!

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.9/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 140
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