Twixt – Virginias Geheimnis (2011)

OT: Twixt - 88 Minuten - Horror / Thriller
Twixt – Virginias Geheimnis (2011)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 06.12.2012 - Blu-ray-Start: 06.12.2012
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Filmkritik zu Twixt – Virginias Geheimnis

Seit der Twilight-Saga ist eine Spaltung der Vampirfans zu beobachten. Es hat sich eine neue Gruppe von Teenagern gebildet, welche diese Art von Vampiren vergöttert. Dagegen treten die Dracula- und Blade-Anhänger, die diese jungen Vampire, wie zum Beispiel Edward Cullen, abwertend betrachten und demnach als Plage bezeichnen. Diese Tatsache hat nun kein anderer als Regie-Altmeister Francis Ford Coppola (Der Pate, 1972; Apocalypse Now, 1979) in seinem neuesten Film Twixt – Virginias Geheimnis als Plot-Ansatz transferiert, indem er Teenies als „böse Vampire“ abstempelt, die den Untergang hervorrufen. Dies erweckt zuerst den Anschein, der Film würde sich zu einer Parodie des Horrorgenres entwickeln, da er von einem drittklassigen Autor handelt, der Hexenromane schreibt, welche sich nicht mehr verkaufen. Doch stattdessen greift der Film stets neue Ansätze auf, führt allerdings keinen davon wirklich zu Ende, sodass Twixt – Virginias Geheimnis im Endeffekt ein kleines und bildgewaltiges Geheimnis für sich bleibt.

Im Rahmen der Promotour für seinen neuen Roman begibt sich der eher erfolgslose Schriftsteller Hall Baltimore (Val Kilmer) in eine Kleinstadt und wartet in einem kleinen Laden auf seine Fans. Er muss jedoch feststellen, dass Sheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern) der einzige ist, der Interesse für seine Art von Literatur zeigt. Hall muss sich im Zuge dessen von seinen Hexengeschichten trennen und benötigt dafür eine neue Idee. Nach einer kurzen Suche kommt ihm der Einfall einen Roman mit dem Titel „The Vampire’s Execution“ zu schreiben. Darüber hinaus wird er in den Mordfall eines jungen Mädchens miteingebunden. Im Traum begegnet er dann dem Geist V (Elle Fanning), die ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Ob V eine Verbindung mit der Leiche hat ist zudem noch unklar…

Die Kleinstadt, in der sich Hall Baltimore befindet, ist mehr als nur merkwürdig, denn der Ort weist einen Glockenturm mit sieben Uhren vor, die alle eine andere Uhrzeit angeben. Genau so bizarr wirken auch die Einwohner. Unter anderem sind die Straßen leer, die Stimmung mysteriös, abends versammeln sich dann die Jugendlichen, die als Vampire gelten und demnach ausgelöscht werden müssen. Schon allein die Darstellung der Kleinstadt erinnert an den berühmten Ort Twin Peaks von David Lynch. Es ist infolgedessen äußerst interessant mit anzusehen, dass Francis Ford Coppola dies als Ausgangssituation präsentiert. Natürlich wird das ganze mit Witz verbunden, sodass der nächste Ansatz entsteht. Hierbei macht sich der Filmemacher, der zugleich das Drehbuch verfasst hat, über Klischees des Horrorgenres lustig und sorgt hin und wieder für erfrischende Schenkelklopfer. Doch paradoxerweise sind seine Charaktere Stereotypen und können ebenso schnell als solche erkannt werden wie Bilder in einem Bilderbuch. Ob es sich also derbei ebenfalls um einen Kunstgriff handelt, der als Parodie fungieren soll, bleibt bis zum Ende ungeklärt. Trotzdem formt Coppola mit dieser sonderhaften Kleinstadt ein Ganzes, welches im Kontrast zur restlichen Bildästhetik steht.

Sobald Hall nämlich träumt, wird dem Zuschauer ein schwarz-weiß Bild vorgeführt, das unter Einfluss von roten und gelben Farben eine magische Wirkung auslöst. Infolgedessen geht bei jedem Wechsel von der Traumwelt in die Realität diese Magie verloren, sodass ein kurzes Frustgefühl eintritt. Dessen ungeachtet sind Halls Träume nicht nur gruselig, sondern erinnern auch, aufgrund der Farbmischungen, partiell an Robert RodriguezSin City (2005). Darüber hinaus weist die Traumwelt eine besondere Bedeutung für den Regisseur vor. Denn laut Coppola hat die Idee für diesen Film ein Traum hervorgebracht. Twixt – Virginias Geheimnis erweist sich dadurch als selbstreferentieller Film. Indem der Regisseur den Tod seines Sohnes, der bei einem Bootsumfall ums Leben gekommen ist, in die fiktive Erzählung hineinverlegt, verpasst er dem Titelhelden des Films nicht nur Schuldgefühle, sondern dem Film selbst eine äußerst persönliche Note.

Schließlich bleiben viele Fragen unbeantwortet und interessante Ansätze in den Startlöchern stecken, sodass deren Sinn nicht zum Vorschein kommt. Dieselbe Wirkung kristallisiert sich auch bei den zwei 3D-Szenen heraus, die überflüssig erscheinen. Zwar kann vermutet werden, dass Coppola genau dies bezweckt, der Film gibt aber auf jeden Fall keine Antwort auf diese Frage, sodass eine weitere Leerstelle entsteht.

Fazit:
Francis Ford Coppola hat sich bereits vor Jahren von den Filmstudios gelöst und genießt somit seine künstlerische Freiheit und exakt das reflektiert auch sein Film Twixt – Virginias Geheimnis. Zum einen ist der Film ein kurzweiliger Weg durch das Horrorgenre, zum anderen ein bildgewaltiger und gruseliger Traum. Doch die Verbindung dieser Teile bleibt ein Geheimnis und letztendlich eine Leerstelle, welche aufgrund der Selbstreferentialität des Films womöglich einen tieferen Sinn in sich birgt.    

Wertung:
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