Immer Ärger mit 40 (2012)

OT: This Is 40 - 134 Minuten - Komödie
Immer Ärger mit 40 (2012)
Kinostart: 15.03.2013
DVD-Start: 18.07.2013 - Blu-ray-Start: 18.07.2013
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Filmkritik zu Immer Ärger mit 40

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Während sich die üblichen Liebeskomödien eher mit dem Part vor der Hochzeit beschäftigen, versucht uns Regisseur und Drehbuchautor Judd Apatow einen Einblick in das Eheleben nach einigen Jahren zu vermitteln. Vorgestellt wurden uns die beiden Hauptfiguren Pete (Paul Rudd) und Debbie (Leslie Mann) bereits vor fünf Jahren in „Beim ersten Mal“ als Nebencharaktere. Nun erfahren wir, wie es dem Ehepaar ergangen ist.

Debbie und Pete befinden sich in einer Phase, die dazu anreget, ein Resümee  des bisherigen Lebens zu ziehen. Die Familie scheint eingefahren, aber zugleich dabei, einen neuen Abschnitt zu beginnen. Während die zwei Elternteile kurz vor dem 40er stehen, wird die erste Tochter Sadie (Maude Apatow) gerade zum Teenie. Die Erwachsenen sind für sie also noch nicht nachvollziehbar und die 8jährige Schwester Charlotte (Iris Apatow) ist der kindliche Feind. Pete fürchtet um sein Plattenlabel und kompensiert seine Ängste überwiegend mit Cupcakes. Debbie kommt mit dem 40er nicht klar und hat den Drang ihren und Petes Lebenswandel zu ändern. Auch die Beziehungen zu den eigenen Vätern scheinen eigenwillig zu sein. Während Debbie ihren leiblichen Vater kaum kennt, muss Pete seinen Vater und dessen neue Familie - inklusive drei kleiner Kinder - mitfinanzieren. Und gerade als die Beziehung aufs äußerste strapaziert ist erfährt Debbie, dass sie schwanger ist. Die Konflikte sind hier aufgelegt. Jedes Familienmitglied kämpft den eigenen persönlichen Kampf.

Den Gedanken des Regisseurs, einen realistischen und witzigen Eindruck eines Familienlebens zu transportieren, möchte man in Ehren halten, dennoch ist die Liste der Kritikpunkte lang. So lang wie der Film selbst. Mit einer Länge von 133 Minuten kann solch eine Komödie nicht funktionieren. Die Pointen reichen maximal – genau wie die Story selbst - für eine durchschnittliche Spielfilmlänge. Nach dem Kinobesuch ist man also restlos übersättigt. Vor allem auch von Leslie Mann. Judd hat für den Film seine eigene Familie aufgestellt, es handelt sich in der Realität um seine Frau und deren Kinder. Soweit nichts Verwerfliches. Doch Leslie stellt sich nach über zwei Stunden Leinwand als katastrophale Schauspielerin heraus. Ihr Facettenreichtum ist schnell ausgeschöpft und ihre hysterische Art kommt weniger realistisch als nervend hinüber. Paul Rudd bringt seinen Witz wie üblich ein, und auch Jason Segel und Megan Fox sind in Nebenrollen zu begutachten, was sich zumindest insgesamt positiv auswirkt. Maude und Iris Apatow spielen im Vergleich zu ihrer Mutter gar nicht schlecht (wobei man natürlich anmerken muss, dass die Rollen nicht besonders anspruchsvoll sind). Man hätte sich deutlich mehr Aufbau und Struktur gewünscht, das Ende kommt durch die Langatmigkeit nicht zur Geltung. 

Interessant sind jedoch die sozialkritischen Punkte, die angesprochen werden. Beide Väter sind geschieden und haben mit einer jüngeren Partnerin noch einmal eine Familie gegründet. Dass dies hier gleich zwei Familien betrifft, beleuchtet die hohe Scheidungsrate unserer Zeit. Ebenfalls werden Sportfanatismus und Ernährungsthemen aufgegriffen. Die unterschiedlichen Generationen müssen sich zusammenraufen, was in unserer Zeit, die immer schnelllebiger wird, eine wahre Herausforderung darstellt und daher glaubwürdig ist.

Doch wenn solche Themen schon einmal auf das Tablett gebracht werden, dann bitte auch richtig. Die Oberflächlichkeit mit welcher sie behandelt werden, wird wohl kaum Eindruck hinterlassen. Und das, obwohl sich Judd doch offensichtlich von keiner Szene trennen konnte, und es somit nicht an einer zeitlichen Beschränkung gelegen haben kann.

Fazit:
Es gibt immer wieder gute Ansätze, Situationen die eine Identifikationsmöglichkeit aufwerfen, und dadurch Sympathien beim Zuseher wecken. Dadurch kommen die Pointen zwar gut an, sind dennoch sehr rar, wenn man auf die Filmlänge und das Genre blickt. Man sehnt sich nach einer gekürzten Fassung, einer besseren Hauptdarstellerin und mehr filmischer Struktur. Dank der restlichen Besetzung und dem Versuch eine Beziehung einmal nach der romantischen Hochzeit zu beleuchten, geht der Film aber als seichte Unterhaltung durch und schießt nicht völlig ins Leere.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 4
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