![]() ![]() Killing Them Softly OT: Killing Them Softly Regie: Andrew Dominik Drehbuch: Andrew Dominik Darsteller: Brad Pitt, Scoot McNairy, Ben Mendelsohn, James Gandolfini, Vincent Curatola, Richard Jenkins, Ray Liotta, Trevor Long, Max Casella, Sam Shepard Filmstart: 30.11.2012 | Laufzeit: | Krimi-Thriller |
Frankie (Scoot McNairy) und Freund Russell (Ben Mendelsohn) sind Nobodys. Heruntergekommene, kleine Ganoven, die sich gerade mal so über Wasser halten. Doch dann hat Gangster Johnny Amato (Vincent Curatola) einen Auftrag für sie: Sie sollen die hochrangige Mob-Pokerrunde von Markie Trattman (Ray Liotta) überfallen. Der Clou an der Sache: Markie hat seine eigene Runde vor Jahren selbst überfallen lassen und dies später zugegeben. Sollte das selbe also wieder geschehen, ist es den Mafiosi egal wer wirklich schuld ist, man wird Markie bestrafen. Doch natürlich läuft nicht alles wie geplant und plötzlich ist der abgebrühte Auftragskiller Cogan (Brad Pitt) hinter den beiden her...
Andrew Dominik lässt seine Hauptfigur deshalb auch treffend am Ende verkünden, dass Amerika keine Nation, sondern nur ein Geschäft ist. Passend dazu wird dieses Land als Geschäft auch zum Spielball der Ökonomie in Zeiten des wirtschaftlichen Versagens und der Genrefilm entwickelt sich zur spannenden Kritik am kapitalistischen System im Allgemeinen und seine nationale Verkörperung in Form der USA im Besonderen. Köstlich ist dabei auch zu sehen, wie selbst die Mafia in angestaubten Unternehmensstrukturen zu ersticken droht und es scheinbar keine Instanz mehr gibt, die sich befähigt sieht einen Auftrag mit letzter Endgültigkeit zu bestätigen.
Denn im Gegensatz zum enorm befriedigenden Erlebnis das beispielsweise ein Drive liefert, erlaubt sich Killing Them Softly wesentlich mehr Ecken und Kanten. Hier gleitet bei weitem nicht alles butterweich ineinandern - im Gegenteil. Völlig bewusst erzeugt Dominik einen Kontrast zwischen den Szenen, die präzise harmonieren und anderen Szenen, in denen der Film einen fragmentarischen und zerstückelten Stil zelebriert. Natürlich sorgt dieser radikale Ansatz dafür, dass der Film nicht ganz so direkt ins Herz abzielt wie etwa ein Drive - aber trotzdem verdient sich Andrew Dominiks Genrebeitrag großen Respekt und letzten Endes ist auch Killing Them Softly ein wunderbares Kinoereignis.
Fazit:
Killing Them Softly ist auf der einen Seite ein klassisches B-Movie, wird aber auf der anderen Seite mit einer grimmigen Gesellschaftskritik und einer fabelhaften Inszenierung aufgewertet. Dank den grandiosen Dialogen und zahlreichen wunderbaren Regiekniffen, hinterlässt der Film bereits früh gewaltig Eindruck. Allerdings wird Killing Them Softly wohl nicht ganz so stürmisch die Herzen erobern wie der wärmere Drive (der ebenfalls eine simple Genrestory mit einer künstlerisch ambitionierten Inszenierung verbindet). Dennoch ist der Film sehr empfehlenswert und zeigt welche Möglichkeiten sich im Genrekino verbergen.
Wertung:
8/10 Punkte
10.11.2012 - Killing Them Softly - Deutscher Trailer
10.08.2012 - Killing Them Softly - Englischer Trailer

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