House at the End of the Street (2012)

OT: House at the End of the Street - 101 Minuten - Horror / Thriller
House at the End of the Street (2012)
Kinostart: 17.01.2013
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu House at the End of the Street

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Wer Horror sucht, der nimmt in der Regel in Kauf, dass die Figuren nicht unbedingt von der intelligentesten Sorte sind und dass der Plot nicht wirklich realistisch ist. Es scheint fast, als wäre es eine Grundvorraussetzung, damit die alten Muster auch heute noch für einen kurzweiligen Thrill sorgen. Doch ab und zu gibt es sie doch noch, die etwas untypischen Vertreter im Horror-Mainstream, die nicht durch mehr Gewalt, oder durch andere Kniffe versuchen um Aufmerksamkeit zu buhlen, sondern tatsächlich den Versuch starten ihre Figuren ernst zu nehmen und eine integre Geschichte zu erzählen. House at the End of the Street ist nun genau ein solcher Film, der zwar bei weitem nicht alles richtig macht, aber zumindestens einem interessanten Ansatz folgt.

Die alleinerziehende Mutter Sarah (Elisabeth Shue) übersiedelt mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) weg aus der Großstadt Chicago aufs Land in ein etwas verschlagenes Städtchen, in dem sie ein günstiges Haus erstanden haben. Allerdings gibt es auch einen Haken, bzw. einen Grund warum das Haus so günstig war: Vor einiger Zeit wurde die Familie im Nachbarhaus von ihrer eigenen Tochter ermordet. Nach ihrer Tat ist die Tochter im Wald verschwunden und bis heute unauffindbar. Nur der Sohn der Familie Ryan (Max Thieriot) hat das Massaker überstanden und lebt nun immer noch zurückgezogen im Haus seiner Eltern. Gegen den Willen ihrer Mutter freundet sich Elissa langsam mit ihm an - doch: Ist Ryan wirklich der nette Junge von nebenan, oder verbirgt er ein Geheimnis?

Die heißeste Aktie des Films ist mit Sicherheit seine Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence. Seit ihrem Durchbruch im Jahr 2010, mit ihrer fesselnden Darbietung in Winter’s Bone, für die sie zurecht mit einer Oscarnominierung bedacht wurde, geht es stetig bergauf. Sie hat es rasch geschafft den Anschluss zum Mainstream zu finden, ohne dabei ihre schasupielerische Integrität aufzugeben. Spätestens seit ihren Auftritten in X-Men: Erste Entscheidung und Die Tribute von Panem sollte sie einem breiten Publikum bekannt sein. Dass sie aber keinerlei Interesse hat ihre Ambitionen im ernsthaften Bereich aufzugeben, hat sie erst kürzlich wieder mit ihrer grandiosen Leistung in Silver Linings bewiesen, für die sie erneut mit einer Oscarnominierung bedacht wurde und sich auch berechtigte Hoffnungen auf den Sieg ausrechnen kann.

Natürlich muss man House at the End of the Street in gewisser Weise vorwerfen, dass der Film den aktuellen Erfolg von Lawrence etwas ausnützt - schließlich dürfte der Kinostarttermin, kurz nach dem Start von Silver Linings kaum zufällig sein (ganz besonders wenn man bedenkt, dass der Film schon etwas länger in der Schublade liegt). Und eine solche Taktik ist in der Regel ein berechtiger Grund zur Skepsis, allerdings sollte man es House at the End of the Street nicht übel nehmen. Der Film ist nämlich keinesfalls schlecht und überzeugt über weite Strecken mit einem sehr interessanten Ansatz, der ihn deutlich von den meisten seiner Genrekollegen unterscheidet.

Denn dem Film gelingt es durchaus geschickt seinen doppelten Boden zu verbergen und den Zuseher etwas im Dunkeln zu lassen. Die Geheimnisse die sich hier verbergen sind letzten Endes etwas anderes, als man zunächst vermuten würde und trotzdem sorgen die Überraschungen des Films nicht dafür, dass das ganze Storygebilde in sich zusammenkracht. So gesehen macht der Film schon einiges richtig - vor allem dann, wenn man das Gefühl hat, dass man sich nicht zu sehr um die Erwartungen kümmert, sondern einfach versucht eine Geschichte zu erzählen. Allerdings kann man sich speziell am Ende nicht des Gedankens erwehren, dass man letzten Endes doch einige Zugeständnisse gemacht hat, die nicht unbedingt immer funktionieren.

Und das führt natürlich zur grundlegenden Frage, ob es dem Film letzten Endes überhaupt gelingen wird eine Zielgruppe zu mobilisieren. Die Anhänger von klassischen Horrorfilmen, werden vielleicht Probleme damit haben, dass House at the End of the Street über weite Strecken ohne die typischen Schockeffekte auskommt und mehr eine relativ besonnen erzählte Charaktergeschichte vorträgt, während den Fans von diesen Dramaaspekten wohl der letzte Abschnitt des Films nicht zusagen wird, der den Film etwas zu erzwungen in die Schiene einer klassischen Genreproduktion drängt. Wenn man aber mit neutraler Haltung in den Film geht, bekommt man einen durchaus interessanten Horrorfilm der etwas anderen Art zu sehen, der geschickt mit der Erwartungshaltung des Zusehers spielt.

Fazit:
House at the End of the Street ist ein Horrorfilm der etwas anderen Art. Der Film kommt über weite Strecken ohne die klassischen Schockmomente aus und erzählt besonnen von zwei einsamen Jugendlichen. Auch die verborgenen Geheimnisse offenbaren sich auf etwas andere Art, als man es vielleicht erwarten würde und so gelingt es dem Film durchaus geschickt die Erwartungen zu unterlaufen. Allerdings muss man auch festhalten, dass der Film so vielleicht nur schwierig ein Publikum gänzlich zufrieden stellen wird: Denn der erste Teil des Films mit seinen eher ruhigen Charaktermomenten, wird wohl die Horrorfans etwas langweilen, während der zweite Teil mit seinen teilweise erzwungenen Schockmomenten die Dramafans abstoßen wird. Doch trotzdem bietet House at the End of the Street gute Unterhaltung und schafft es durchaus auch zu überraschen.

Wertung:
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Filmering.at
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Ø Wertung: 7.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 7
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