Spring Breakers (2012)

OT: Spring Breakers - 92 Minuten - Abenteuer / Komödie / Drama
Spring Breakers (2012)
Kinostart: 21.03.2013
DVD-Start: 30.08.2013 - Blu-ray-Start: 30.08.2013
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Filmkritik zu Spring Breakers

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Wenn ein Film „Spring Breakers“ heißt, weckt das beim Zuseher gewisse Erwartungen in Richtung seichter Teenie-Komödie. Wenn mit Selena Gomez und Vanessa Hudgens gleich zwei Disney-Darlings in dem Film mitwirken, hat der Zuseher sein Urteil quasi schon im Vorhinein gefällt. Aber Vorsicht! Vielleicht wollte Regisseur und Drehbuchautor Harmony Korine den Zuseher absichtlich in die Irre führen, sodass er sämtliche Erwartungen an den Film schon in der ersten Sequenz mithilfe von nackten Brüsten, fließenden Alkohol und dröhnender Musik genüsslich in die Luft sprengen kann. „Spring Breakers“ ist brutal, hypnotisch und sexy – vor allem aufgrund seiner berauschenden Bilder. Würde die erzählerische Ebene auch nur annähernd so beeindrucken wie die visuelle, hätte „Spring Breakers“ ein richtig starkes Stück werden können.

Vier College-Girls (Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson und Rachel Korine) möchten unbedingt wie alle Studenten auf ihrem Campus zu Spring Break fahren, doch leider fehlt ihnen dazu das nötige Kleingeld. Drei der partyhungrigen Mädchen überfallen kurzerhand ein Schnellrestaurant, um die Fahrt nach Florida zu ermöglichen. Theologiestudentin Faith (Selena Gomez) nimmt das Verbrechen ihrer Freundinnen für ein paar sonnige Tage am Meer hin. Als sie während ihrer exzessiven Partys wegen Kokainmissbrauchs verhaftet werden, scheint die freudige Stimmung ein jähes Ende zu nehmen – doch der weiße Waffen- und Drogendealer Alien (James Franco) scheint Gefallen an den Mädchen gefunden zu haben und hinterlegt eine Kaution für sie. Er hat Pläne mit der Mädchenclique, die der schüchternen Faith so gar nicht gefallen.

Von Sekunde 1 ist klar, dass der noch weitgehend unbekannte Regisseur Harmony Korine eigenwillige Wege geht. „Spring Breakers“ ist ein Feuerwerk, das auf alle Sinne abzielt. Wer sich auf die krasse Bilderflut mit grenzgenialen Bildkompositionen, ungewöhnlichen und innovativen Schnittfolgen, beschwörenden Floskeln der Teenager über Traum und Realität, sowie den bunt zusammengewürfelten Soundtrack einlässt, begibt sich in einen cineastischen Vollrausch. Eine der stärksten Sequenzen: Britney Spears „Everytime“ wird zweckentfremdet, und während die Ballade erklingt, stellt der Regisseur in dynamischen Schnitten die idyllischen Bilder der singenden Mädchen am Pool bei Sonnenuntergang ihren Gräueltaten beim Überfall auf Spring Break-Touristen gegenüber.

So sehr es dem Regisseur und Autor glückt, das Publikum filmtechnisch vom Hocker zu reißen, so wenig gelingt es ihm, emotional zu berühren. Zwar war es sowieso nicht die Absicht Korines, mit der Moralkeule zu schwingen, wenn die Mädchen zum Verbrechen verführt werden, oder andererseits seine Figuren irgendeine Sympathie ausstrahlen zu lassen,  sodass man sich auf ihre Seite schlägt - doch er lässt dem Publikum nicht im geringsten die Chance, sich über das Geschehene eine Meinung zu bilden. Vielmehr lässt einem das Schicksal der Mädchen, ja sogar die ganze Geschichte, völlig kalt. Wenn es am Ende zum großen brutalen Showdown kommt, bleibt lediglich ein stumpfes Gefühl zurück. So ist „Spring Breakers“ einfach zu hohl, um wirklich provokativ zu sein – trotz Party, Sex, Blut und Drogen.

Während die Jungdarstellerinnen um Vanessa Hudgens und Selena Gomez vollen Körpereinsatz zeigen und erfolgreich gegen ihr Disney-Image anspielen, ist es vor allem James Franco, der als Poser und Möchtegern-Obergangster Akzente setzt. Franco ist schon rein optisch eine Karikatur mit langen Rasterzöpfen, Goldketten und Silberzähnen, und spielt dabei noch so herrlich überspitzt. Hätte er diese Show bei der Oscarverleihung 2011 als Moderator mal besser abgezogen... Die satirischen, manchmal auch nur komischen, oft sogar nervenden Facetten, die Franco seiner Figur verleiht, sind die stärksten, vielleicht sogar einzigen Reize der Story, die beim Publikum ankommen.

Fazit:
„Spring Breakers“ ist visuell ein Hochgenuss, akustisch aufregend, doch emotional so gar nicht mitreißend. Sieht man es nicht als Aufgabe des Films an, das Publikum zu berühren, erlebt man mit „Spring Breakers“ einen aufregenden Trip. Sucht man hinter der ultracoolen Fassade des Films mehr, wird man durchaus enttäuscht sein.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.1/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 19
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