Passion (2012)

OT: Passion - 100 Minuten - Drama / Mystery / Thriller
Passion (2012)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 19.11.2013 - Blu-ray-Start: 19.11.2013
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Filmkritik zu Passion

Eine nicht vorhersehbare Filmfigur hat ihren Reiz. Es ist nicht viel über ihre Vergangenheit bekannt und die Figurenzeichnung erlaubt auch keinen tieferen Blick in das Innenleben des Charakters. Aus diesem Grund können auch die Handlungen nicht vorhergesehen werden. Die Figur erscheint als unberechenbar. Eine solche Charakterdarstellung kann damit äußerst interessant sein, wie zum Beispiel in Nicolas Winding Refns Drive. Darin spielte Ryan Gosling den Titelhelden Driver und verlieh dem Charakter mit seiner Performance eine magische Aura.

Allerdings kann das ganze auch in die Hose gehen wie bei Brian de Palmas Film Passion. Denn dort wird der nicht bekannte Hintergrund einer Figur, deren Name aus Spoilergründen nicht verraten wird, bereits zu Beginn thematisiert. Jedoch entsteht wegen der Inszenierung nicht dieselbe Wirkung wie bei Drive, sodass der interessantere Part der Figurenzeichnung verloren geht. Der Regisseur und Drehbuchautor Brian de Palma (Die Schwestern des Bösen, 1973; Scarface, 1983) versucht lieber sein Publikum zu manipulieren, äquivalent zur Titelfigur Christine, gespielt von Rachel McAdams (Sherlock Holmes 2 – Spiel im Schatten, 2011).

Isabelle (Noomi Rapace; Prometheus, 2012) und Christine sind zwei Businessfrauen. Christine ist Isabelles Vorgesetzte und liebt es ihre Mitarbeiter zu manipulieren und zu demütigen. Als nächstes Opfer hat sie sich Isabelle ausgesucht und schnappt sich damit auch die Lorbeeren, die für Isabelles Arbeit vorgesehen waren. Die gekränkte Isabelle lässt sich das nicht gefallen und geht eine Affäre mit Christines Partner Dirk (Paul Anderson) ein. Als Christine dies herausfindet, beginnt ein Machtkampf um Leben und Tod zwischen den beiden Frauen…

Manipulation und Verführung. Nicht nur die Hauptcharaktere des Films Passion üben diese Tätigkeiten aus. Auch Brian de Palma versucht in seinem Thriller sein Publikum öfter zu täuschen. Er führt seinen Zuschauer in die Irre, indem er Traum und Realität nebeneinander stellt. Die Figur Isabelle wird somit mehrmals beim Einschlafen bzw. Aufwachen gezeigt. Die jeweiligen Szenen, welche davor oder danach gezeigt werden, markiert der Filmemacher mit einem gedämpften Licht und mit einem leichten blauen Filter. Allerdings muss dies nicht zugleich bedeuten, dass es sich dabei um einen Traum handelt. Als Zuseher muss man also selbst entscheiden was Traum und was Wirklichkeit ist. De Palma versucht damit den Zuseher stets auf falsche Fährten zu locken, da im dritten Akt der Handlung ein Mord durchgeführt wird.

Diese „falsche Fährten“ entlarven sich aber als schlechter Witz, denn Kenner dieser Zeichen werden bereits nach den ersten Markierungen wissen, wer der Mörder ist. Infolgedessen verfällt Passion in das Krimiprinzip eines gewöhnlichen Fernsehfilms, dessen Funktion es ist dem Zuschauer am Ende das Gefühl zu geben den Mörder vor der Enthüllung gefunden zu haben. Darüber hinaus ist der Mord auch der große Wendepunkt im Film. Gelingt es Brian de Palma zuvor noch Spannung aufzubauen, so vergeht diese schlagartig. Es stellt sich einem nur noch die Frage, wie ein Regisseur und Drehbuchautor nur so seinen eigenen Film versauen kann und weshalb um alles in der Welt renommierte Schauspieler wie Rachel McAdams und Noomi Rapace sich für diesen Film hergegeben haben. Die Ereignisse nach dem Wendepunkt sind absurd und an den Haaren herbeigezogen. Die Taten der Figuren kommen nicht authentisch herüber und erscheinen daraufhin unlogisch.

Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist solide. McAdams und Rapace können hier positiv erwähnt werden, da sie versuchen noch das Beste aus ihren Rollen herauszuholen. Sie bieten demnach ein ansehnliches Zusammenspiel. Allerdings hätte ein Brian de Palma auf jeden Fall mehr aus diesen Schauspielerinnen herausholen können. Passion bleibt im Zuge des misslungenen Drehbuchs und der vorhersehbaren Ereignisse ein durchschnittlicher Thriller, der bestimmt im Fernsehen sein Publikum finden wird.

Fazit:
Brian de Palmas Thriller Passion beginnt recht zuversichtlich mit einem ansehnlichen Zusammenspiel zwischen Rachel McAdams und Noomi Rapace und baut mit seiner manipulativen Art langsam Spannung auf. Doch mit dem Mord, welcher im letzten Drittel der Handlung folgt, wird nicht nur eine Figur getötet, sondern auch die Qualität des Films. Es folgen absurde Ereignisse und eine überaus schlechte Mordauflösung, sodass aus einem Kinofilm eine 0815-Fernsehproduktion wird. Demzufolge wird Passion bestimmt im Fernsehen seine Zuschauer finden. Eine Kinoempfehlung kann demzufolge hier nicht ausgesprochen werden.

Wertung:
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