Roman Polanski: A Film Memoir (2011)

OT: Roman Polanski: A Film Memoir - 90 Minuten - Dokumentation
Roman Polanski: A Film Memoir (2011)
Kinostart: 06.09.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Roman Polanski: A Film Memoir

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Hier handelt es sich um eine Dokumentation der besonderen Art. Sie besteht aus einem Gespräch, das Polanski mit einem langjährigen Freund führt und den Filmemacher selbst erzählen lässt. Entstanden ist das Werk während seiner Schweizer Haus-Arrest Zeit. Wenn man Polanski über sein Leben erzählen hört, wird man mit Spannung hineingezogen. Ausführlich beschreibt er seine Kindheit im Krieg. Hat man hier schon Bewunderung für seine persönliche Stärke entdeckt, wird diese im Laufe des Gespräches noch bestärkt. Und gerade, wenn er von seiner Zeit als Medienopfer und vor allem über die Ermordung seiner großen Liebe Sharon Tate erzählt, überkommt einen eine Fassungslosigkeit.

Jeder kennt die Geschichte, aber hier im Gespräch wird sich noch einmal lebendig. Natürlich kommt man nicht darum herum, zu erkennen, in welcher Opferrolle er sich darstellt. Was die spätere Vergewaltigungsanklage anbelangt, hält er sich eher bedeckt. Seine filmische Laufbahn mit all seinen Meisterwerken legt sein Talent, Dinge zu inszenieren, ja klar offen. Dieses Talent lässt er natürlich auch nicht außer Acht, wenn es darum geht, sich selbst zu inszenieren. Wenn die Medienwelt ihn völlig ungerechtfertigt (wie er behauptet), immer wieder mit okkulten Dingen und Vorwürfen belastet hat, muss man kritisch aufhorchen. Denn ganz so an den Haaren herbeigezogen ist diese Verbindung zu seinem Leben wohl doch nicht. Man weiß, von vielen Party-Exzessen, und seinem Hang zu diesen Thematiken, legt er selbst ja mit seinen Filmen dar.

So hat er auch nach den schrecklichen Ermordungen, durch die okkulte Manson-Familie noch Filme mit derartiger Thematik gedreht, wie z.B. „Die neun Pforten“ (Jonny Depp). Wie auch immer man zu Polanski, seinem Leben und seiner Filme steht, wird einem in dieser Dokumentation nur eine Sicht der Dinge geboten. Einerseits sicher spannend, ihn beim Erzählen seines Weges zu begleiten, andererseits gefährlich, denn wie jeder selbst am besten weiß, sind viele Dinge oftmals anders, wenn man sie selbst erzählt als sie womöglich wirklich waren. Damit will ich natürlich keinesfalls Polanski angreifen, wohl aber in aller Deutlichkeit auf die Einseitigkeit dieses Filmes verweisen. Man versucht immer das Gute im Menschen zu finden, aber trotz allem muss die Frage aufgeworfen werden, wie jemand, der von sich selbst behauptet ein guter Mensch zu sein, so oft in einem einzigen Leben mit dem Gesetz in Konfrontation gelangen kann. Wahre Objektivität kann man in solch einer subjektiven Dokumentation jedenfalls sicher nicht finden.

Fazit:
Laurent Bouzerau liefert hier ein mit Sicherheit spannend anzusehendes Gespräch, mit einem unumstrittenen Filmemacher. Er führt dieses Gespräch aber gleichzeitig mit einer sehr umstrittenen Privatperson, die es versteht, sich in Szene zu setzen. Wenn man Polanskis Sicht der Dinge sehen will, kann man sagen, - sehenswerte Rückblende. Trotzdem darf man die Einseitigkeit hier nicht außer Acht lassen, will man sich ein Bild dieses Menschen machen. Deshalb wäre aus meiner Sicht, auch der Titel der Dokumentation, zu kritisieren. Wünschenswert wäre eine Betitelung, aus der klar herausgeht, dass man nur eine subjektive Erzählung bekommt, ohne weiteren Anmerkungen oder Kommentaren.

Wertung:
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Filmering.at
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