End of Watch (2012)

OT: End of Watch - 109 Minuten - Krimi / Drama / Mystery / Thriller
End of Watch (2012)
Kinostart: 21.12.2012
DVD-Start: 11.04.2013 - Blu-ray-Start: 11.04.2013
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Filmkritik zu End of Watch

South Central, Los Angeles, ist dafür bekannt eines der gefährlichsten Viertel in den USA zu sein. Drehbuchautor und Regisseur David Ayer ist dort aufgewachsen und hat somit brutale Bandenkriege hautnah miterlebt. Durch seine Kontakte zum L.A.P.D. konnte er sich wichtige Informationen verschaffen, sodass er seine Erlebnisse in Geschichten niederschrieb. Diese sind nicht in der Schublade gelandet, sondern wurden bereits verfilmt. Als Drehbuchautor wirkte Ayer in den Produktionen Training Day (2001), The Fast and the Furious (2001) und S.W.A.T. – Die Spezialeinheit (2003) mit. 2005 nahm er dann zusätzlich hinter der Kamera Platz und setzte Harsh Times - Leben am Limit in Szene. 2008 folgte der Cop-Thriller Street Kings. Beim Betrachten dieser Filme fällt auf, dass Ayer nicht nur ein Spezialist in Sachen Polizisten-Darstellung ist, sondern stets sorgfältig die sozialen Verhältnisse von kriminellen Gruppen herausarbeitet. Mit End of Watch bringt er infolgedessen einen Cop-Film in die Kinos, der besonders aufgrund der hohen Authentizität der Polizeieinsätze überzeugt.

Brian Taylor (Jake Gyllenhaal; Brokeback Mountain, 2005) und Mike Zavala (Michael Pena, Shooter, 2007) sind Streifenpolizisten und darüber hinaus auch ziemlich gute Freunde. Täglich begeben sie sich auf die gefährlichen Straßen von Los Angeles. Dabei gehören Verfolgungsjagden, Bandenkriege und Schießereien zur Routine. Nebenbei hat Taylor ein Projekt am Laufen und filmt im Zuge dessen seinen Polizeialltag mit Handkameras. Diese platziert er beispielsweise auch im Auto, sodass er jederzeit sofort einsatzbereit ist. Während die Kamera läuft verhaften die Cops zufälligerweise einen Drogenkurier und verärgern damit ein mexikanisches Drogenkartell. Ohne es zu erahnen geraten Taylor und Zavala immer tiefer in die Klauen einer kompromisslosen Gang, sodass ein blutiges Konstrukt um sie herum gebildet wird…

David Ayer hat sich dafür entschieden einen Cop-Film im Found-Footage Stil zu drehen. Der Protagonist hat so gesehen die Kontrolle über eine Handkamera, mehrere Überwachungskameras und ferner sogar eine Mini-Kamera an seiner Uniform befestigt, um alles genau zu dokumentieren. Ferner besitzen auch die Gangs eine Handkamera und zeichnen ihre Aktivitäten auf. Der Regisseur möchte sich mit dieser Inszenierungsart offensichtlich an die You-Tube- beziehungsweise Internet-Ästhetik anlehnen. Diese Bildaufnahmen ermöglichen ein hohes Maß an Authentizität. Aus diesem Grund hat man bei Verfolgungsjagden und Schusswechsel, sowie Hausdurchsuchungen das Gefühl direkt vor Ort zu sein. Allerdings wird diese Bildästhetik unterbrochen, denn bei einigen Szenen, in denen das Privatleben der Charaktere veranschaulicht wird, verwendet der Regisseur eine herkömmliche Filmkamera.

Aufgrund dessen entsteht besonders zu Beginn Irritation beim Zuschauer. Hat man sich aber an diese Inszenierungsart gewöhnt, so entfaltet sich ein äußerst spannender und packender Thriller. Der Film entwickelt seinen Spannungsbogen langsam und benötigt etwas Zeit bis die Zielrichtung eingeschlagen wird. Doch befindet man sich erstmal auf diesen Weg, so steht einem ein unangenehmes und äußerst intensives Erlebnis bevor.  Angesichts der Tatsache, dass der Zuschauer durch die Aufnahmen der Gang einen Wissensvorsprung gegenüber den Cops erhält, kann er eins und eins zusammenzählen und somit einen großen Showdown erahnen.

Doch dabei bleibt es nicht, denn bekanntlich heißt es ‚End of Watch’, wenn die Schicht vergeht und die Cops nach Hause gehen dürfen. Demnach erhält der Zuseher auch einen weitreichenden Einblick in das Leben der Polizisten. Taylor lernt gerade die junge und attraktive Janet (Anna Kendrik; Pitch Perfect, 2012) kennen, dagegen erwarten Mike und seine Ehefrau Gabby (Nathalie Martinez; Magic City Memoirs, 2011) ihr erstes Kind. Das jeweilige Privatleben der Kollegen wird dann während der Arbeitszeit miteinander besprochen. Die besten Kumpels Taylor und Zavala sitzen indessen meistens im Auto und necken sich gegenseitig, sodass sich äußerst humorvolle Gespräche entwickeln. Hierbei funktioniert die Chemie der beiden Darsteller, die insgesamt eine beachtenswerte schauspielerische Leistung abliefern, hervorragend, sodass der Film auch einwandfrei als Buddy-Movie funktioniert.

Fazit:
David Ayer liefert mit End of Watch einen authentischen und fesselnden Cop-Thriller ab und lässt dabei seine Charaktere und deren Beziehungen nicht in den Hintergrund geraten. Der Polizist wird dadurch als gefühlvoller Mensch präsentiert, der dazu bereit ist täglich sein Leben aufs Spiel setzten. Zudem verleiht der Found-Footage-Stil, den der Regisseur vordergründig verwendet, sowohl Nähe zu den Figuren und deren privaten Aktivitäten, als auch das Gefühl gerade im Einsatz zu sein. Auf diese Weise hebt sich der Thriller von klischeehaften Filmen des Genres ab und ist damit äußerst empfehlenswert.

Wertung:
8/10 Punkte
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Ø Wertung: 7.9/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 17
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