Back In The Game (2012)

OT: Trouble with the Curve - 111 Minuten - Drama
Back In The Game (2012)
Kinostart: 30.11.2012
DVD-Start: 29.03.2013 - Blu-ray-Start: 29.03.2013
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Filmkritik zu Back In The Game

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Das letzte Mal war Clint Eastwood unter eigener Regie in seinem beeindruckenden Drama Gran Torino auf der Leinwand zu sehen. Eigentlich kündigte die Hollywoodlegende in Folge an nur mehr hinter der Kamera aufzutreten und die Schauspielerei ganz bleiben zu lassen. Doch als dann schließlich bekannt wurde, dass sich Eastwood noch einmal hat überreden lassen und die Hauptrolle in Back in the Game übernimmt, konnte man hellhörig werden. Denn schließlich konnte man schon gespannt sein was das Regiedebüt von Robert Lorenz so besonderes an sich hat, dass ein entschlossener Haudegen wie Clint Eastwood noch einmal weich wird und seinen Rücktritt revidiert. Doch schlussendlich sollte man diese Hoffnungen schnell begraben. Denn Back in the Game ist ein äußerst triviales Feel Good Movie von der Stange - auch wenn es natürlich schön ist Clint Eastwood wieder auf der Leinwand zu sehen.

Gus Lobel (Clint Eastwood) ist ein Baseball-Scout der alten Schule. Er ist abgebrüht, hat eine Menge Erfahrung und sieht sich die Talente lieber live vor Ort an, anstatt es wie von vielen gewünscht den Analysefähigkeiten eines Computers zu überlassen, die nächsten Stars zu finden. Der ambitionierte Karrieregeier Phillip Sanderson (Matthew Lillard) hingegen hat sich ganz der modernen Technik verschworen und will Gus lieber heute als morgen loswerden. Doch Abteilungsleiter Pete Klein (John Goodman) hält an Gus fest, macht sich aber im Geheimen Sorgen, ob es dieser noch drauf hat. Also bittet er seine Tochter Mickey (Amy Adams) ihn zu begleiten, als Gus den hoch gehandelten Bo Gentry (Joe Massingill) beobachten fährt. Eine Reise, die die schwierige Beziehung zwischen Vater und Tochter auf den Prüfstand stellt...

Zunächst scheint es als würde Back in the Game vieles mitbringen, was sich die Fans erhofft haben. Robert Lorenz verzichtet auf wilde Experimente und serviert stattdessen einen völlig geradlinigen, altmodischen Vater-Tochter Film, der in seinem Erzähltempo durchaus Ähnlichkeit mit den Regiearbeiten Eastwoods hat. Doch der zurückhaltende Stil und die eher leisen Klänge sind auch schon die einzigen Ähnlichkeiten zu Eastwoods Werk. Denn Back in the Game verliert sich zunehmend in flachen Rührseligkeiten, einer platten Charakterentwicklung und kränkelt an einem Drehbuch, das wirklich zu 100% dem Hollywoodklische entspricht und scheinbar vom Wühltisch der unverfilmten Vorlagen gezogen wurde.

Das beginnt bei der Zelibrierung von Eastwoods Charakter als störrischen, alten Kauz der es immer noch auf die altmodische Art hinkriegt - nicht dass es prinzipiell schlechte wäre eine Figur so zu inszenieren, gerade Eastwood selbst kann das ja eigentlich auf ausgezeichnete Weise, allerdings wirkt diese Inszenierung in Back in the Game viel zu kalkuliert und auch letzten Endes viel zu wenig kreativ. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass erst letztes Jahr mit Moneyball ein Film herausgebracht wurde, der wesentlich plausibler vorgezeigt hat, wie die Statistik den Baseballsport verändert hat, wirkt es doppelt anachronistisch und verklärt, wenn nun ein Film auf wesentlich flachere Art und Weise das Gegenteil rausposaunt.

Auch die Vater-Tochter Geschichte wird wohl kaum für staunende Zuseher sorgen. Der Konflikt in der Vergangenheit wird etwas im Verborgenen gehalten, bevor er schließlich durchscheinen und am Ende ausbrechen darf - soweit so standardkonform. Große Emotionen sucht man vergebens und auch die eigensträute Lovestory zwischen Amy Adams und Justin Timberlake fällt eher in die Kategorie ganz nett, als dass man jetzt wirklich beeindruckt wäre. Schlussendlich wäre da noch der Sportaspekt, der von der ersten Sekunde an völlig ausrechenbar und eindimensional erzählt wird und deshalb aufgrund der gefühlten Wiederholungen auch etwas Langeweile verströmt.

Das einzige, das Back in the Game in eine  ansehbaren Bereich rettet, sind die Darsteller. Natürlich spult Eastwood seine Rolle aus dem FF ab, aber es macht dennoch einfach Spaß ihn wieder auf der Leinwand zu sehen. Amy Adams spielt ihren Part mit Espirit und Charme und auch Justin Timberlake (der bislang eine bemerkenswerte Karriere als Darsteller hingelegt hat) funktioniert prächtig in seiner Rolle. Somit bleibt für Back in the Game ein klares Schlusswort: Der Film ist lediglich okay, aber wer einfach den Drang verspürt Clint Eastwood wieder einmal auf der Leinwand zu sehen, kann dies gerne tun und wird sicher solide unterhalten werden.

Fazit:
Back in the Game ist sicher eine kleine Enttäuschung für alle, die sich gedacht haben, dass der Film sicher etwas besonders zu bieten haben muss, ist es Regisseur Robert Lorenz doch immerhin gelungen Clint Eastwood aus der Schauspielpension zu holen. Denn der Film präsentiert sich als absolut durchschnittliche Hollywoodproduktion von der Stange, mit vorhersehbarer Story und recht flacher Charakterentwicklung. Lediglich die Darsteller sorgen dafür, dass Back in the Game für solide Unterhaltung sorgt, aber wirklich gesehen haben muss man den Film auf keinen Fall.

Wertung:
6/10 Punkte
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Liste von MyKinoTrailer
Erstellt: 09.09.2012