Twilight 4: Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 2 (2012)

OT: The Twilight Saga: Breaking Dawn - Part 2 - 115 Minuten - Abenteuer / Drama / Fantasy / Romanze
Twilight 4: Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 2 (2012)
Kinostart: 22.11.2012
DVD-Start: 29.03.2013 - Blu-ray-Start: 29.03.2013
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Filmkritik zu Twilight 4: Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 2

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Am 8. November 2012 jährte sich der 165. Geburtstag des irischen Schriftstellers und Dracula-Schöpfers Bram Stoker. Sein Roman über den berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte kommt auf stolze 115 Jahre und ist somit nur 2 Jahre jünger als das im Jahre 1895 geborene Medium Film. Nicht ganz so alt, doch nicht minder und hauptsächlich bei US-amerikanischen Teenage-Mädchen populär sind die Vampire aus Stephanie Meyers Twilight-Tetralogie. Diese findet mit dem Starttermin des zweiten Teils von Breaking Dawn ihren Abschluss.

Der zweite Teil des Finales setzt genau in der Szene an, wo der erste Teil aufhört: Bella (Kristen Stewart) ist zum Vampir gemacht worden. Ein kurzes Recap: Bella gebärt ein Mädchen, die Geburt einzieht ihr alles menschliche Leben. Infolgedessen bleibt Edward (Robert Pattinson) nichts anderes übrig als ihr sein Gift einzuflößen und sie zu beißen: die Wandlung ist vollzogen. Danach ist Bella wie ausgewechselt, eine neue Persona, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes Blut geleckt hat. Sie sprintet durch die Wälder, immer Edward an ihrer Seite wissend. Als Raubtier jagt sie keine schwache Beute, sondern macht die Predatoren der Wälder zu ihrer Beute. Bella entdeckt Fähigkeiten und Kräfte, die ihr im Kampf gegen die neuen Feinde gelegen kommen werden.

Diese neuen Feinde sind die Volturi rund um Anführer Aro (einzige Wohltat: Michael Sheen). Als die Oberhäupter der Vampirwelt nämlich Wind von einem Vampir im Kindsalter – Bella und Edwards im bis dato einzigen Liebesakt während der Hochzeitnacht gezeugter Tochter Renesmee (Mackenzie Foy) – bekommen, glauben sie zuerst um ihre „konventionelle“ Wandlung zum Vampir durch Gifteinflößung. In der Welt der Vampire gleicht das einer Sünde, die mit der Todesstrafe für alle Beteiligten geahndet wird. Da sich Vampir-Kinder in ihrem Wachstum nicht weiterentwickeln können und ihre ungeahnten Kräfte nicht kontrollieren können, gefährden sie das friedliche Zusammenleben zwischen Mensch und Vampir. Renesmee ist zudem auch ein Wunderkind. Durch bloße Berührung kann sie ihrem Gegenüber Gedanken und Bilder transportieren.

Was recht unterhaltsam beginnt, die ersten zwanzig Minuten des Films sorgen durchaus für den einen oder anderen Lacher beim – sogar Nicht-Teenage-Publikum – entpuppt sich als nervenaufreibend langweilig. Jeder der Filme aus der Twilight-Reihe läuft nach ähnlichem Schemata ab, der dramatische Spannungsbogen spielt sich gleichermaßen ab. Stets herrscht moralische Schwarzweißmalerei: Die Feinde (Volturi) sind schnell markiert, die Freunde (Werwölfe und gleichgesinnte Vampire) noch schneller. Dazwischen passiert außer Herumstehen und Schwafeln meistens gar nichts. Immer wieder wird der Auserwählten-Status Bellas oder ihrer Tochter herausgehoben, damit das Publikum ja nicht vergisst, worum es hier eigentlich geht. Dann wird zu fetziger Musik trainiert, schließlich im Großaufgebot zu noch fetzigerer Musik gekämpft. Das Happy-End scheint in Stein gemeißelt. Oder auf Buchseiten gedruckt.

Der einzige Regisseur, der zweimal zum Regie-Handkuss kommt, ist Bill Condon (Kinsey, Dreamgirls). Beide Breaking Dawn-Teile sind ihm zuzuschreiben. An eine persönliche Handschrift oder gar Abweichung von den vorherigen Filmen ist nicht zu denken. Viel zu starr sind die vorgegebenen dramaturgischen Muster, nach denen die Twilight-Teile gedreht wurden. Viel zu vorhersehbar die Handlung. Nicht die Schauspieler sind mittelmäßig, sondern das Schauspiel. Dieser Hype bzw. Kult muss weder verstanden noch nachvollzogen werden. In einer Gesellschaft, in der Liebe, Romantik und Beziehungen die Lebenserwartungen von Eintagsfliegen nicht übertreffen, klammern sich Teenies an die ihnen gebotene Darstellung von bedingungsloser Zuneigung und ewigem Zusammensein wie an den letzten rettenden Strohhalm. Jede Generation braucht ihre Utopien.

Fazit:
Nach wie vor wirklich nur für Fans! Vielversprechend bahnte sich diesmal die (Ver-)Wandlung Bellas zum Vampir an. Die Versuchung war groß anzunehmen, dass ihrer Passivität endlich ein Ende gesetzt sein würde. Eine filmische Heldin, die keine eigenen Selbstverwirklichungsperspektiven außer Heiraten und auch unter akuter Lebensgefahr eine Abtreibung abzulehnen hat und ihre einzige Lebensaufgabe darin besteht, einem Mann zur Seite zu stehen und für die gemeinsame Tochter zu sorgen, das ist für eine Kinogeschichte zu Beginn des neuen Jahrtausends nicht nur handwerklich schlecht gemacht, sondern auch gesellschaftlich viel zu rückständig um wahr zu sein. Das war nicht einmal bei Bram Stoker so und seine Dracula-Geschichte ist 115 Jahre alt.

Wertung:
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Liste von ichundteo
Erstellt: 11.12.2013