Winternomaden (2012)

OT: Hiver nomade - 90 Minuten - Dokumentation
Winternomaden (2012)
Kinostart: 04.01.2013
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Winternomaden

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Die Dokumentation „Winternomaden“ nimmt uns auf eine außergewöhnliche Reise am Rande unserer Gesellschaft mit. Manuel von Stürler begleitet die Schäfer Pascal und Carole auf ihrer alljährlichen Winterwanderung im Herzen der Schweiz. Ganze vier Monate führen die zwei ihre Herde von 800 Schafen von Weide zu Weide, bis sie nacheinander abgeholt werden.

Es wird ein Berufsbild vorgestellt, das im Jahre 2012 fast irreal erscheint. Der zur Drehzeit 53jährige Pascal erlebt selbst wie emotional Leute auf ihn und seine Berufung reagieren. Er erklärt  sich diesen Umstand vor allem daher, dass Menschen ihn mit biblischen Szenen assoziieren, und tatsächlich könnte man sich wahrscheinlich einen Hirten in seiner eigenen Vorstellung nicht anders ausmalen.

Was aber manchmal so romantisch klingt, ist in der Realität mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden. Vier Monate verlassen die 2 keine Sekunde ihre Schäflein. Das heißt im Klartext kaum warme Mahlzeiten und eisige Nächte in selbstgebauten Nachtlagern, welche nur wage an ein Zelt erinnern. Kein Wetter kann sie erschüttern. Ebenso stellt die Routenplanung oftmals eine Schwierigkeit dar, weil nicht jeder Bauer einverstanden ist, einmal kurz 800 Schafe über sein Feld trampeln zu lassen.

Es wird schnell klar, dass Menschen wie Pascal und Carole ihren Job aus nichts anderem als Leidenschaft nachgehen, denn die Härte die sie mitbringen müssen, könnte nicht in Geld aufgewogen werden.

Die Dokumentation lebt nur von der Reise. Von Stürler hat auf O-Töne gesetzt, und auf jegliche Erzählerstimme verzichtet. Was man erfährt, hört man aus den Gesprächen heraus. Das hat den Vorteil, das die Ruhe des Films in Kontrast mit den lauten wetterbedingten Tönen, wie Wind und Donner stehen und so eine wunderbare Wirkung erzielt wird. Die Glockengeräusche der Schafe sind nahezu durchgehend präsent. Trotz der eindrucksvollen Situationen die geschildert werden, läuft die Doku ab und zu Gefahr, in die Länge gezogen zu werden. Denn die Informationen, welche man bekommt sind durch den filmischen Aufbau eher dürftig. Verfolgt man zehn Minuten des Geschehens, weiß man nicht weniger, als nach dem ganzen Film. Eine Tatsache, die mitunter sehr schade ist, da die Thematik absolut im Konflikt mit unserer modernen Welt steht, und das Publikum noch viel mehr zum Nachdenken provozieren könnte, als sie es ohnehin schon tut.

Fazit:
Manuel von Stürler nimmt uns mit seinen „Winternomaden“ in eine andere Welt mit und hinterlässt einen bittersüßen Nachgeschmack. Aus der Thematik, die beeindruckend und sehenswert ist, hätte man aber sicher noch mehr raus holen können. Trotz zeitweiser Langatmigkeit lohnt es sich aber Zeit für zwei außergewöhnliche Menschen und ihre noch außergewöhnlichere Berufung zu finden.

Wertung:
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