Vielleicht lieber morgen (2012)

OT: The Perks of Being a Wallflower - 103 Minuten - Drama / Romanze
Vielleicht lieber morgen (2012)
Kinostart: 01.11.2012
DVD-Start: 22.03.2013 - Blu-ray-Start: 22.03.2013
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Filmkritik zu Vielleicht lieber morgen

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Nach dem Erfolg von "Juno", hat sich das gleiche Produktionsteam entschlossen noch einmal einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Mit der Verfilmung des Jugendromanes „Vielleicht lieber morgen“ wollte man am Erfolg der Oscar gekrönten Teenager-Tragikomödie anschließen. Und teilweiße kann der Film auch in die Fußstapfen von „Juno“ treten. Betrachtet man aber das Gesamtwerk, so kann sie „Vielleicht lieber morgen“ letztendlich nicht ganz ausfüllen.

Mit der Hoffnung endlich Freunde zu bekommen und sein Leben als Außenseiter hinter sich zu lassen, beginnt für Charlie das Highschool Leben. Jedoch läuft es für den talentierten Schreiber nicht wie erwünscht, denn den einzigen Freund findet er in der Person seines Literaturlehrers Rudd. Als er sich schon auf eine einsame Highschool Zeit gefasst macht, lernt er den homosexuellen Außenseiter Patrick und seine Stiefschwester Sam kennen. Plötzlich gehört er einer Clique voller Außenseiter und abstrusen Persönlichkeiten an. Die Liebe zur Musik, Literatur und dem „Anderssein“ verbindet sie. Für Charlie scheint es bergauf zu gehen. Doch dramatische Kindheitserinnerungen und romantische Gefühle für Sam bringen nicht nur sein eigenes Leben durcheinander.

Als Multitalent im wahrsten Sinne des Wortes, kann man Stephen Chbosky bezeichnen. Er führte nicht nur Regie in „Vielleicht lieber morgen“ sondern war auch als Drehbuchautor und Produzent tätig. Und nicht nur das, er schrieb auch die Romanvorlage „The perks of being a wallflower“. Der Film ist wie seine Vorlage aus subjektiver Perspektive in Form eines Briefromanes erzählt. Charlie berichtet einen geheimnisvollen Freund, über seine engsten Gefühle, Hoffnungen und Befürchtungen. So gelingt es dem Film recht rasch, beim Zuseher eine emotionale Bindung zu schaffen. Dies ist auch die große Stärke von „Vielleicht lieber morgen“. Durch die Ehrlichkeit, Tiefgründigkeit und Verletzlichkeit der Figuren, entsteht eine mitfühlende Nähe beim Publikum. Chbosky muss man es hoch anrechnen, dass es ihm gelingt, jedem einzelnen Charakter glaubhafte Tiefe zu verleihen. Auch die Nebenfiguren haben interessante, individuelle Züge an sich.

Viel Geschick zeigt der Autor/Regisseur/Produzent auch bei der Auswahl seines Casts. Logan Lerman darf nach der Rolle als Pecy Jackson zeigen, dass er auch in ernsten tiefgründigen Rollen glänzen kann. Ezra Miller passt schon rein optisch perfekt zur Rolle des Patricks. Und aufgrund der beeindruckenden Ausstrahlung die Emma Watson auf die Leinwand übermittelt, lässt sich ahnen, dass sie noch eine große Karriere vor sich hat. Aufgrund dieser Stärken ist aus „Vielleicht lieber morgen“ nicht nur ein 0815 „Teenager werden Erwachsen“ Streifen geworden. Man kann ihm durchaus als ernstzunehmende Charakterstudie mit Tiefgang bezeichnen.

Leider bietet der Film aber einige dramaturgische Schwächen. Dadurch, dass der Film einige Themen und Wendungen, verpackt in Geschehnisse, behandelt, wirken manche Szenen wie herbei gezwungen und somit inszeniert. Der Zuseher etwa wird auf die psychische Krankheit und die dafür verantwortliche Vergangenheit von Charlie, in den ersten beiden Dritteln, nicht ausreichend informiert. Der Zusammenbruch wirkt dann gestellt und überflüssig. Dieses gesamte Element der Geschichte, wird aufgrund des Gezeigten und der Betonung von anderen Handlungssträngen eher zu einer Nebensache verbannt. Der Film hätte also auch einen tragischeren Weg einschlagen können. Da der Fokus aber mehr auf das Verhältnis der Figuren zueinander und zu sich selbst liegt, bleibt die Grundstimmung des Filmes mehr melancholisch. Dies wird auch durch stimmige Musik von „The Smiths“ bis „Imagine Dragons“ verstärkt.  

Fazit:
„Vielleicht Lieber morgen“ ist aufgrund seiner exzellenten Figurenzeichnung mehr als nur ein durchschnittlicher Teenager Streifen geworden. Der Film versteht es eine starke emotionale Bindung zu seinen Hauptprotagonisten aufzubauen. Leider schleichen sich auch einige dramaturgische Schwächen ein, was dem Film eine höhere Bewertung kostet. Lässt man sich aber auf die melancholische Stimmung ein, wird man sicherlich einen emotionalen Kinoabend erleben, auch wenn man die Teenagerzeit schon lange hinter sich gebracht hat.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 12
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Erstellt: 09.09.2012