Agent Ranjid rettet die Welt (2012)

OT: Agent Ranjid rettet die Welt - xx Minuten - Komödie
Agent Ranjid rettet die Welt (2012)
Kinostart: 19.10.2012
DVD-Start: 11.04.2013 - Blu-ray-Start: 11.04.2013
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Filmkritik zu Agent Ranjid rettet die Welt

Der Comedian Kaya Yanar wurde im Jahr 2001 mit der Sendung „Was guckst du?!“ bekannt. Seine Popularität stieg in die Höhe. Für seine Sketche wurde er gefeiert. Im Zuge dessen mussten besonders die Ausländer daran glauben, denn Yanar studierte die bekannten Klischees und machte sich somit darüber lustig. Er führte die Charaktere Hakan, den Vorzeige-Macho, Ranjid, den sympathischen, jedoch dummen Putzmann, der seine Kuh Benytha vergöttert und den Griechen Sirtakimann, der in Nationaltracht stets erfreut Sirtaki tanzt, ein – Opa! Für seine Sendung erhielt Kaya Yanar 2001 den Deutschen Comedy Preis, den Deutschen Fernsehpreis, den CIVIS Medienpreis und in Österreich die Goldene Romy. Nun, 11 Jahre später, wagt der Komiker den Sprung auf die große Leinwand. Doch ein Kinofilm benötigt auch eine Story und kann nicht nur mit minutenlangen Sketchen ausgefüllt werden. Daraufhin haben sich die Drehbuchautoren Kaya Yanar, Norman Cöster und Dieter Tappert ein wenig umgeschaut und wohl nebenbei das Kinoprogramm des letzten Jahres betrachtet, denn im Großen und Ganzen versuchen sie sich – beinahe pünktlich zum Kinostart des neuen James Bond Films - über Agenten lustig zu machen. Vor allem Agent 007 und Ethan Hunt werden aufgrund dessen veräppelt. Zudem erhält auch der legendäre Joker aus Christopher Nolans The Dark Knight (2008) einen Auftritt – denn beiläufig werden Superhelden parodiert. Verknüpft wird dies mit ausgelutschten Klischees über Ausländer, Bollywood-Elementen und Witzen, die welche sein wollen, allerdings keine sind.

Ranjid (Kaya Yanar) geht mit seiner Kuh Benytha zum Arzt und erfährt, dass sie tödlich krank ist. Um ihren Tod zu verhindern muss er so schnell wie möglich 1876 Euro und 54 Cent auftreiben. Ranjid eilt schnell zur Arbeit und möchte eine Gehaltserhöhung fordern. Er arbeitet nämlich beim ASS (Ayran Secret Service) als Putzmann. Zugleich möchte Freek van Dyk (Rutger Hauer) die Weltherrschaft an sich reißen. Seine Komplizen sind Reppe (Gode Benedix) und Viagra (Birte Glang). Van Dyk erteilt Viagra die Aufgabe alle Agenten auszuschalten, sodass ihm keiner mehr im Weg steht. Den Superhelden Hakan (Kaya Yanar) kann Viagra allerdings nicht ausschalten, da er nicht auf blonde Frauen steht. Trotzdem landet dieser im Krankenhaus und ist damit erstmal nicht einsatzbereit. Doch Süleyman (Vedat Erincin), der Chef des ASS, erkennt den Agenten in Ranjid, sodass der Inder nun Freek van Dyk aufhalten soll…

Hakan und Ranjid sind sympathische Figuren. Allerdings weisen sie auch eine gewisse Beschränktheit auf. Diese lässt keine Entwicklung zu, sodass Hakan stets mit den gleichen, bekannten Sätzen um sich wirft und Ranjids hohler Blick jedes Mal nur Sympathie und Lachen vom Rezipienten fordert. Die Komik dieser Figuren wird infolgedessen jeweils nach fünf Minuten aufgebraucht. Um Langeweile zu verhindern hat man sich ein Beispiel an Johnny English mit Rowan Atkinson genommen und eine Agentenparodie entworfen. Verdeutlicht wird dies gleich zu Beginn. Hierbei wird der berühmte James Bond Prolog verunstaltet. Zumal summt Ranjid mehrmals die Mission: Impossible-Melodie und erhält darüber hinaus geheime Informationen, die sich nach kürzester Zeit selbst zerstören. Ferner wird die Ungeschicklichkeit und Ahnungslosigkeit des Süperagenten, beziehungsweise des Süperspassten Ranjid, wie ihn Hakan nennt, veranschaulicht. Nebenbei werden die „mächtigste Frau der Welt“ Angela Merkel, der aktuelle US-Präsident Barack Obama und der legendäre Joker parodiert. Mit einem einfallslosen Abgang verlässt der Bösewicht den Film – der verstorbene Heath Ledger wird sich dann auch wohl im Grab umdrehen müssen.

Des Weiteren versucht der Regisseur Michael Karen (Erkan und Stefan in Der Tod kommt krass, 2005) mit Slapstick Comedy Gelächter beim Zuschauer hervorzurufen. Bei den Fans der Sendung „Was guckst du?!“ werden hier sicherlich einige Gags zünden. Die anderen Zuschauer werden dabei höchstens schmunzeln. Äquivalent zu den Charakteren Hakan und Ranjid entwickeln sich auch die Ausländerwitze. Der Sirtakimann wird natürlich als armer Grieche dargestellt, der Münzen sammelt, Hakan ist und bleibt ein Macho, die Holländer essen weiterhin Käse und tragen Holzschuhe und Ranjid lebt, um seine Benytha munter zu sehen. Wieso er aber diese Kuh über alles liebt, wissen im Endeffekt auch nur die Kenner der Kaya Yanar Sketche, denn die restlichen Zuschauer, die den Film sehen wollen und die Sketche nicht mehr so gut in Erinnerung haben, müssen hier leider den Kürzeren ziehen und bleiben, genau so wie Ranjid, bis zum Ende ahnungslos. Zusätzlich ist bis nach dem Abspann nicht klar, ob Ranjid oder Hakan die Identifikationsfigur darstellt. Zwar ist Ranjid länger auf der Leinwand zu sehen und erhält die Aufgabe den „Bösewicht“ van Dyk auszuschalten, allerdings weist der Film auch einen gewichtigen Nebenplot auf, der sich um Hakan und Viagra dreht.

Letztendlich werden im Verlauf des Films zahlreiche Ansätze präsentiert aber keiner dieser wird ausgeformt. Selbst die Bollywood-Elemente erweisen sich als kurzzeitige und kunterbunte Abwechslung. In Erinnerung bleiben also die Einfallslosigkeit der Autoren und der hohle Blick von Ranjid.

Fazit:
Der Film Agent Ranjid rettet die Welt ist zwar gut gemeint, weist nichtsdestotrotz große Drehbuchlöcher, eine unproportionale Inszenierung, eindimensionale Charaktere und Witze, die nicht zünden wollen, oder stets wieder verwendet werden, auf. Als Kaya Yanar-Fan, könnte man bei dieser angestrebten Agenten-Parodie Gefallen finden, alle anderen sollten, während sie versuchen den Kinosaal zu betreten die Aussage „Du kommst hier net rein!“ hören und infolgedessen einen riesigen Bogen um diesen Film machen.

Wertung:
2/10 Punkte        
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