Savages (2012)

OT: Savages - 131 Minuten - Krimi / Drama / Thriller
Savages (2012)
Kinostart: 12.10.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Savages

„Nur weil ich euch diese Story erzähle, heißt das noch lange nicht, dass ich deren Ende erleben werde. Es ist nämlich eine von den Geschichten, die total außer Kontrolle geraten.“
- O

O ist der Spitzname der Erzählerin Ophelia (Blake Lively; Green Lantern, 2011), die ihren Namen nach der depressiven Ophelia aus William Shakespeares Tragödie Hamlet erhalten hat. Shakespeares Ophelia beging Selbstmord. Diese Tatsache thematisiert die Erzählerin im Film selbst, sodass eine ähnliche Filmauflösung vom Zuschauer erwartet wird. Ob nun O Selbstmord begehen wird, oder doch überlebt, erfährt man als Zuschauer erst während der Peripetie des Thrillers nach einem beachtlichen Spannungsbogen. Allerdings weist der Spannungsbogen einige Dellen vor, da dieser skrupellose Thriller des dreifachen Oscar® -preisgekrönten Regisseurs Oliver Stone (Geboren am 4. Juli, 1989; Natural Born Killers, 1994; An jedem verdammten Sonntag, 1999) stereotypische Figuren präsentiert und sich zudem noch zu vieler Genreklischees bedient. Originell für das Genre ist dagegen die Ausgangslage, das Liebesdreieck zwischen den Hauptcharakteren.

Die hübsche O führt eine Liebesbeziehung mit dem Buddhisten Ben (Aaron Taylor-Johnson) und ist zugleich mit dem ehemaligen Söldner Chon (Taylor Kitsch; John Carter, 2012) liiert. Diese Liebesbeziehung ist den Beteiligten bekannt. Beide Männer vergöttern O und sind darüber hinaus gute Freunde. Gemeinsam verkaufen sie wertvolles Marihuana. Ben und Chon wollen mit einem Drogenkartell einen Deal eingehen, spielen jedoch nicht mit offenen Karten und möchten demnach ihre Geldgeberin Elena (Salma Hayek; Americano, 2011) hereinlegen. Diese durchschaut das Vorhaben der jungen Männer und erteilt Lado (Benicio Del Toro; The Wolfman, 2010) den Auftrag O, das Schmuckstück des Liebesdreiecks, zu entführen. Daraufhin werden Chon und Ben zu Furien, sodass ein brutaler Kampf um Leben und Tod beginnt…

Das Liebesdreieck scheint zurzeit eine moderne Beziehungsform zu sein, zumindest wird sie stark in neuen Filmen präsentiert, die an ein junges Publikum gerichtet sind - beispielsweise in der Twilight-Reihe oder auch als Nebenplot in der Neuinterpretation des Märchens Schneewittchen Snow White and the Huntsman (2012) sowie in Die Tribute von Panem (2012). Diese Beziehungsform legt Oliver Stone in seinem Thriller dar, verschont jedoch sein Publikum mit dem Entscheidungsdilemma der weiblichen Hauptperson, sodass von vornherein Sexszenen zwischen O und einem der Männer als auch zwischen dem Trio veranschaulicht werden. Chon und Ben werden ferner durch O charakterisiert. Hierbei handelt es sich um zwei komplett unterschiedliche Charaktere. Aus diesem Grund wird im weiteren Verlauf der Geschichte mit beiden Charakteren regelrecht gespielt. Beide werden an ihre Grenzen getrieben und beide reisen wie Wilde umher, um ihre große Liebe O zu befreien.

Dabei stoßen sie auf den skrupellosen Lado, hervorragend gespielt von Benicio Del Toro, und verlassen sich ferner auf die Hilfe des Drogenagenten Dennis (John Travolta; From Paris With Love, 2010). Außerdem kristallisieren sich fortwährend stereotypische Charaktere heraus. Doch es bleibt nicht nur bei diesen Klischees. Denn das Drehbuch, welches von Shane Salerno, Don Winslow und Oliver Stone angefertigt wurde, weist bereits bekannte Nebenplots und Wendungen auf. Kenner des Genres werden demnach nicht besonders vom Fortgang der Geschichte überrascht sein. Trotz dieser Drehbuchschwächen gelingt es Oliver Stone sein Publikum zu unterhalten und auf die Folter zu spannen, wobei ‚Folter’ ein gutes Schlagwort für die Gewaltdarstellung im Film ist. Bereits im Prolog des Films werden abgetrennte Köpfe und gefolterte Körper präsentiert. Nach Filmen wie Wall Street: Geld schläft nicht (2010), World Trade Center (2006) und Alexander (2004) nähert sich Savages hinsichtlich der Gewaltdarstellung mehr Stones Meisterwerk Natural Born Killers (1994) an. Des Weiteren wird dem Zuschauer kurzweilige Action und ein erwähnenswerter Spannungsbogen geboten.

Leider ist das Ende dann nicht genauso konsequent wie das Psycho-Duell, da sich Oliver Stone ersichtlich nicht entscheiden konnte und im Zuge dessen gleich zwei Enden nacheinander präsentiert, wobei das zweite Filmende stark dem Mainstream verfallen ist. Im Vergleich zu den letzten, eher durchschnittlichen Kinofilmen des Regisseurs ist der Thriller Savages dessen ungeachtet ein Schritt in die richtige Richtung und infolgedessen empfehlenswert. Dennoch kommt dieser Film nicht an die Qualität der Stone Filme Platoon (1986), Wall Street (1987), An jedem verdammten Sonntag (1999) und Natural Born Killers (1994) heran.  

Fazit:
Oliver Stones neuester Film Savages überzeugt mit großartigen und bekannten Hollywooddarstellern, als auch mit Nachwuchstalenten. Diese Kombination spricht sowohl jüngeres als auch älteres Publikum an. Die gnadenlose Gewaltdarstellung wird besonders den älteren Stone-Anhängern zusagen, dagegen wartet ein wildes Liebesdreieck auf das jüngere Publikum. Ansonsten wird der Zuschauer stets mit gut portionierten Actionszenen und einem erwähnenswerten Spannungsbogen unterhalten, welcher allerdings wegen klischeehafter Charakterisierungen und partiell stereotypischen Handlungsabläufen einige Dellen bereithält. Nichtsdestotrotz bietet Savages gute Unterhaltung und ist demnach ein empfehlenswerter Thriller.

Wertung:
7/10 Punkte       
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