Steve Jobs: The Lost Interview (2011)

OT: Steve Jobs: The Lost Interview - 70 Minuten - Dokumentation
Steve Jobs: The Lost Interview (2011)
Kinostart: 05.10.2012
DVD-Start: 28.09.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Steve Jobs: The Lost Interview

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Steve Jobs war eine Ikone. Kaum ein anderer CEO einer internationalen Firma konnte sein Charisma aufweisen, kaum ein anderer spaltet die Menschen mehr und letztendlich fragen sich wohl die meisten was hinter dem Firmenchef mit der magischen Ausstrahlung eigentlich für eine Geschichte steht. Besonders seit seinem Tod im Jahr 2011 und dem anschließenden Erscheinen seiner Biographie (von Walter Isaacson) köchelten wilde Geschichten rund um den Apple-Boss hoch und die ohnehin bereits kotrovers diskutierte Firgur Jobs, wurde zu einem der heiß umkämpftesten Diskussionsthemen des letzten Jahres. Dies schien auch am Dokumentarfilmer Robert X. Cringley nicht spurlos vorübergegangen zu sein. Man erinnerte sich an ein Interview aus dem Jahr 1995, das damals nur in gekürzter Form zu sehen war und dessen vollständige Version lange als verloren galt.

Doch Regisseur Robert X. Cringley entdeckte noch ein Originaltape des Interviews in seiner Garage, fügte einige nachträgliche Kommentare hinzu und verarbeitete das ehemalige TV-Interview zu einem eigenständigen Film. Wir sehen Steve Jobs im Jahr 1995: Er wurde gerade auf Grund von internen Machtspielen aus seiner Firma Apple hinausgedrängt und gründete die Firma NeXT (die später von Apple gekauft werden sollte und den Grundstein für das heutige Betriebssystem OS X legte). Er erzählt offen von seiner Kindheit, seinen Träumen und seiner Art zu arbeiten und liefert dabei hoch interessante Einblicke in den Charakter eines Visionärs...

Filmisch bietet Steve Jobs: The Lost Interview kaum Grund zur Aufregung: Es handelt sich um eine klassische “Talking Heads” Doku, in der man über die gesamte Laufzeit eigentlich nur eine statische Einstellung von Steve Jobs geboten bekommt. Das Format erinnert also genau an die Form TV-Dokumentation, in deren Intention das Material auch ursprünglich gefilmt wurde. Das und die sehr kurze Laufzeit von knapp 70 Minuten hinterlassen schon einen sehr zwiespältigen Eindruck, der dazu führt, dass man sich des Gedankens nicht erwehren kann, dass die Doku nicht gerade “zufällig” in der Garage des Regisseurs gefunden wurde, nachdem Jobs verstorben ist.

Aber man sollte sich von dieser grundlegenden Stilistik des Films nicht ganz verjagen lassen - denn Steve Jobs: The Lost Interview hat nun mal auch einen großen Pluspunkt - eben Steve Jobs. Und das Charisma des Apple-CEO ist unbestritten und es ist einfach verlockend ihm an den Lippen zu hängen und seinen Geschichten zu lauschen. Zwar wird es für alle, die sich bereits näher mit dem Leben des großen Computer-Visionärs auseinandergesetzt haben, kaum neue Informationen geben - und alle die bereits die Biographie von Walter Isaacson gelesen haben, werden ohnehin den einen oder anderen Déjà-vu Moment erleben - aber es ist ohnehin nicht die Story selbst, sondern die fesselnde Erzählung von Jobs, die den Film so unterhaltsam macht.

Denn man erkennt die ansteckende Leidenschaft, für die Jobs so berühmt ist, von der ersten Sekunde an. Egal ob er von seiner Kindheit, seiner aufflammenden Leidenschaft für Computer, oder die Gründung von Apple in einer Garage erzählt - Steve Jobs legt eine Offenheit an den Tag, die ihm sofort die Herzen der Zuseher gewinnen lässt. Und dank der an manchen Stellen eingefügten Anmerkungen des Regisseurs, die auch denjenigen die Zukunft von Jobs verraten, die nicht so genau informiert sind, ist man Steve Jobs bei seinen Erzählungen schon einmal einen Schritt voraus und kann genießen wie dieser über die Zukunft philosophiert. All dies macht den Film durchaus sehenswert und kurzweilig, aber auf Grund seiner sehr spartanischen Stilistik und des allgemein sehr kleinen Charakters des Films, muss man nicht unbedingt ins Kino gehen.

Fazit:
Steve Jobs: The Lost Interview ist eine stilistisch uninteressante, äußerst spartanische Doku im klassischen TV-Stil, die aber einen großen Pluspunkt hat: Das Charisma von Steve Jobs. Denn es macht einfach äußerst viel Spaß dem ehemaligen Apple-CEO beim Plaudern zuzuhören, wie er im Jahr 1995 sein bisheriges Schaffen (noch vor seinen größten Erfolgen) bilanziert und einen Blick in die Zukunft wagt. Wer bereits mit dem Leben des Visionärs vertraut ist, oder gar seine Biographie gelesen hat, bekommt zwar kaum neue Einblicke - allerdings reicht bereits die packende Erzählung von Jobs aus um das Publikum bei der Stange zu halten.

Wertung:
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Liste von heinz
Erstellt: 12.09.2012