Die Qual der Wahl (2012)

OT: The Campaign - 85 Minuten - Komödie
Die Qual der Wahl (2012)
Kinostart: 05.10.2012
DVD-Start: 08.02.2013 - Blu-ray-Start: 08.02.2013
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Filmkritik zu Die Qual der Wahl

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Regisseur Jay Roach sorgt nun bereits seit gut 15 Jahren beständig für gute Unterhaltung und sehr kurzweilige Filme. Ausgehend von seinem Durchbruch mit Austin Powers, über die großartigen Ben Stiller/Robert de Niro Comedys Meine Braut, ihr Vater und Ich und Meine Frau, ihre Schwiegereltern und Ich bis zum schwer unterhaltsam-schrulligen Dinner für Spinner konnte man sich immer auf seinen Namen verlassen. Und auch die wunderbare Polit-Brachialkomödie Die Qual der Wahl ist keine Ausnahme: Gemeinsam mit den beiden heroischen Komödianten Will Ferrell und Zach Galifianakis zieht er den politischen Irrsinn der USA genüsslich durch den Kakao und sorgt für einen wunderbar unterhaltsamen Filmabend.

Cam Brady (Will Ferrell) kämpft um seinen fünften Einzug in den US-Konkress - wobei Kampf ist eigentlich das falsche Wort, denn Cam Brady befindet sich in der herrlichen Ausgangslage, dass sich kein Gegner für ihn findet. Deshalb ist der einst so ambitionierte Politiker auch etwas unvorsichtig geworden: Sexuelle Eskapaden trotz Frau und Familie, chronische Faulheit und grenzenlose Inkompetenz und Desinteresse dominieren seinen Alltag. Doch dann mischen sich die reichen Motch-Brüder (Dan Aykroyd und John Lithgow) ein, die gerne eine politische Marionette im Amt hätten, die es ihnen erlaubt die US-Arbeitsbedingungen zu unterwandern. Der abgebrühte Wahlkampfmanager Tim Wattley (Dylan McDermott) soll deshalb aus dem Loser Marty Huggins (Zach Galifianakis) einen toughen Gegner für Cam Brady machen, der ihm im Wahlkampf die Hölle heiß macht...

Es muss doch einmal raus: Auch wenn wir Europäer ebenfalls immer wieder entgeistert auf unsere Poliker blicken - wer einmal einen Blick über den Teich gewagt hat und gesehen hat mit welchen Bandagen und schrägen Anfeindungen im US-Wahlkampf gekämpft wird, der wird sich einer gewissen Skepsis gegenüber der US-Politik nicht erwehren können. Und Die Qual der Wahl greift tief in die Trickkiste, der US-Schmutzkübelkampagnen und macht sich mit viel Genuss über die absurdesten Anfeindungen lustig. Der Höhepunkt ist wohl erreicht wenn schließlich ein als Kind gezeichnetes Bilderbuch ausgegraben und als kommunistisches Manifest verkauft wird.

Stilistisch bewegt sich Die Qual der Wahl dabei überaus geschickt zwischen Genie und Wahnsinn, wobei überraschenderweise beide Seiten der Medaille für wunderbare Unterhaltung sorgen. Man lässt Will Ferrell genügend Spielraum, damit dieser seine derben Zoten abfeuern kann - und wie man es vom Meister des Brachialhumors kennt, ist es eine reine Freude ihm beim Ausflippen zuzusehen - aber gleichzeitig besitzt das Skript auch genügend feingliedrige Momente, in denen der Wahnsinn der US-Politik mit Geschick ad absurdum geführt wird. Und eigentlich ist ja die Konfrontation der Comedy-Gurus Will Ferrell und Zach Galifianakis schon alleine Grund genug sich den Film anzusehen.

Der Unterhaltungswert ist dabei eigentlich durchgehend äußerst hoch. Von der Einführung an bekommt man köstliche Szenen in regelmäßigen Abständen und auch wahre Schenkelklopfer finden sich immer wieder. Wenn man will kann man Die Qual der Wahl zwar auch durchaus als brachiale Satire ansehen - aber der handfestere Comedy-Aspekt überwiegt schlussendlich deutlich, was auch durch wunderbare Szenen wie ein in Zeitlupe verprügeltes Baby, oder ein recht ähnliches Attentat auf den berühmtesten Filmhund der letzten Jahre, dargestellt wird. Das einzige Manko ist, dass Die Qual der Wahl im letzten Viertel etwas an Biss und Tempo verliert, aber man sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Wer auf der Suche nach einer köstlichen Komödie ist, der macht mit dem Film garantiert nichts falsch.

Fazit:
Was kann schon schief gehen wenn Jay Roach die US-Politik gemeinsam mit Will Ferrell und Zach Galifianakis durch den Kakao zieht? Eigentlich nicht viel und tatsächlich ist Die Qual der Wahl mit seiner wilden Mischung aus Brachialhumor und überlegter Parodie ein unglaublich unterhaltsamer Film geworden mit zwei großartigen Komödianten in bester Spiellaune. Lediglich im letzten Viertel kann der Film sein Tempo und die Gagdichte nicht mehr ganz halten, aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Denn Die Qual der Wahl macht verdammt viel Spaß und wer auf der Suche nach einer unterhaltsamen Komödie ist, kann mit dem Film eigentlich nicht viel falsch machen.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.9/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 15
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