Hostel

OT: - 93 Minuten -  Horror
Hostel
Kinostart: 27.04.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Hostel

Von am

 

Eli Roth, der sich in der Horrorszene bereits mit seinem Debütfilm Cabin Fever einen Namen gemacht hat, versucht nun mit seinem, im Vorfeld extrem gehypten Werk Hostel auf der momentanen "Welle der Brutalität", die von Saw ausgehend die Filmwelt überrennt und Gewalt als etwas Massentaugliches etabliert, mit zu schwimmen. Für aufsehen sorgten vor allem Quentin Tarantinos Kommentare über den Film die ihn als wegweisendes Werk des Horrorkinos beschrieben und der dazu passende Werbeslogan "Quentin Tarantino präsentiert", der für das Einspielergebnis nur gutes bedeuten kann und ihn auf sämtliche Most Wanted Listen des Filmjahres 2006 rutschen ließen. Herausgekommen ist ein sehr durchschnittliches Werk das zwar in Ansätzen überzeugen kann, aber im Endeffekt keine wirkliche psychologische Beklemmung erzeugen kann.

 

Dabei wäre die eigentliche Thematik des Films hochinteressant und bietet sich förmlich an um psychische Beklemmung zu erzeugen:

 

Zwei amerikanische Studenten machen eine Urlaubstour durch Europa um sich mit Alkohol, Drogen und Sex aus dem Lernalltag zu reißen. Auf ihrer Tour lernen sie den lebenslustigen Isländer Oli (Eythor Gudjonsson) kennen der sich ihnen anschließt. In Amsterdam bekommen sie schließlich einen Tipp wo sie sich in Osteuropa sexuell am besten verwirklichen können. Im dortigen Hostel angekommen scheint sich der sexuelle Traum vorerst auch zu erfüllen, doch als zuerst Oli und dann auch noch Josh (Derek Richardson) spurlos verschwinden macht sich Paxton (Jay Hernandez), welcher der Entführung nur knapp entgangen ist, auf die Suche nach seinen Freunden. Fündig wird er an einem Ort an dem die Gesetze unserer Gesellschaft nichts bedeuten. Hier können reiche Geschäftsleute gegen einen hohen Geldbetrag Touristen zu Tode foltern, um für kurze Zeit dem Stress zu entfliehen. Doch als sich Paxton zu tief in die Höhle des Löwen wagt gerät er wieder ins Visier der Menschenjäger und muss selbst auf der Folterbank Platz nehmen...

 

Die ersten 45 Minuten des Films erinnern weniger an einen Horrorfilm, als viel mehr an eine feucht-fröhliche Teenagerkomödie. Diese Inszenierung hat Vor- und Nachteile: Zum einen kann man als Zuseher eine gute Bindung zu den Charakteren herstellen, baut Sympathien auf und dies lässt die nachfolgenden Folterungen umso härter erscheinen. Andererseits nimmt diese Taktik des Regisseurs viel Zeit für mögliche beklemmende Szenen. Allerdings muss man an dieser Stelle erwähnen dass die meisten Horrorfilme mit einem sehr schleppenden Einstieg beginnen der lustlos irgendwelche lieblose Charaktere einführt, nur um Opfer für den Mörder zu schaffen, hier kann Eli Roth mit Innovation aufwarten. Sein humorvoll gehaltener Anfang wirkt zwar auf dem ersten Blick ungewöhnlich, würde aber einen perfekten Einstieg in die Geschichte bieten wenn er etwas kürzer, bzw. das nachfolgende etwas länger ausgefallen wäre.

 

Das große Problem des Films ergibt sich nämlich rasch nachdem die unterhaltsame Einführung zu Ende ist: Trotz unverbrauchten Schauplätzen, guter Inszenierung und sowohl inhaltlicher, als auch visueller Härte kann Hostel für horrorerfahrene Zuseher einfach keine Spannung aufbauen. Allzu bald sind zwei der drei Hauptfiguren tot und sobald sich der Hauptdarsteller zu befreien beginnt ahnt man schon dass er klischeetypisch davonkommen wird. Genau an diesem Punkt sind die modernen Terrorfilme noch zu unkonsequent: Da sie im Normalfall nicht durch ihre Schockmomente, sondern vor allem durch den grausamen Umgang mit ihren Hauptpersonen Horror und Beklemmung erzeugen ist Naturgemäß keine besondere Spannung vorhanden sobald man weiß dass eine Person überlebt. In der Schonung des Hauptdarstellers liegt also der größte Schwachpunkt moderner Terrorfilme alà The hills have eyes oder eben Hostel. Erst wenn der Zuseher wirklich nicht mehr mit der nächsten Szene rechnet, wie zum Beispiel bei dem ersten Wohnwagenangriff in The hills have eyes, kann sich der Terror voll und ganz ausbreiten.

 

Dies bleibt aber auch der einzige grobe Fehler des Films. Am Ende kann uns dann Eli Roth noch mit einem gekonnt inszenierten Rachefeldzug überraschen der die Charakterentwicklung des Hauptdarstellers abschließt und ein stimmiges Ende bietet. Insgesamt gesehen ist Hostel sicher ein sehenswerter Film mit einigen guten Ideen die aber teilweise nicht konsequent genug umgesetzt wurden. Dem Hype der rund um den Film gemacht wurde kann er aber ganz und gar nicht entsprechen.

 

Fazit:

Für Horrorneulinge ein wahnsinnig hartes Blutbad, aber für erfahrene Zuseher leider teilweise zu vorhersehbar. Insgesamt ist Hostel allerdings sehenswert!

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 15
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