Nach 7 Tagen - Ausgeflittert

OT: -  115 Minuten -  Komödie
Nach 7 Tagen - Ausgeflittert
Kinostart: 01.11.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Nach 7 Tagen - Ausgeflittert

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Da ist sie nun, die Komödie, welche die Farrelly-Brüder endlich wieder mit Ben Stiller zusammen führt. Beide Parteien feierten den großen Durchbruch mit ihrer Komödie Verrückt nach Mary, was den Farrellys den Weg als Komödienregisseure und Ben Stiller die Karriere als sympathischer Looser von nebenan ermöglichte. Nun wagen sie sich mit ihrem aktuellen Film Nach 7 Tagen - Ausgeflittert an ein Remake der Komödie Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht, welcher wiederum auf einer Kurzgeschichte von Bruce Jay Friedman basiert. Jeder, der ihre vorigen Filme kennt, weiß, was ihn erwartet: Manchmal etwas geschmackloser Humor, der dem Zuseher mit der Brechstange um die Ohren geschlagen wird, der aber dennoch großteils seine Wirkung nicht verfehlt.

Nach vielen Jahren als Single ist Eddie Cantrow (Ben Stiller) schon langsam besorgt, ob er vielleicht nie mehr eine Frau abbekommen wird. Sein Vater Doc (Jerry Stiller) und sein bester Freund Mac (Rob Corddry) hängen ihm auch ständig im Nacken und wollen ihn endlich in den Armen einer Frau sehen. Durch eine zufällige Begegnung auf der Straße lernt Eddie dann die wunderschöne Lila (Marlin Ankerman) kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Die beiden denken nicht lange nach und beschließen zu heiraten. Doch erst in den Flitterwochen muss Eddie feststellen, dass seine Wahl vielleicht doch nicht so gut war. Erst recht als er sich in die etwas bodenständige Miranda (Michelle Monaghan) verliebt, und sich langsam an sie ranmacht...

Erstmal sei mir die Frage gestattet, wer denn den peinlichen Titel Nach 7 Tagen - Ausgeflittert verbrochen hat, der dem Originaltitel des Films The Heartbreak Kid noch nicht einmal ähnlich ist!? Aber dies soll nicht das Thema sein, denn die Qualität eines Films ist selten von seinem Titel abhängig. Die Farrelly-Brüder versuchen hier gar nicht, etwas in irgendeiner Form Unerprobtes oder Neues zu servieren. In allen Punkten halten sie sich an die gängigen Erfolgsrezepte, und somit besteht auch schon mal gar nicht das Risiko, dass sie vollkommen daneben schlagen. Allerdings rauben sie sich auch gleichzeitig die Chance, eine wirklich außergewöhnliche Komödie zu erschaffen.

So wird Ben Stiller, wie man es von ihm gewohnt ist, in die Rolle des tollpatschigen Verliertypen gesteckt, dem einfach immer alles schief läuft, der aber dennoch stets die Sympathien auf seiner Seite hat. Auch ist es schon eine gängige Praxis, seinen Vater Jerry Stiller auch im Film seinen Vater spielen zu lassen, und dessen Rolle ist, wie man ihn eben kennt, reichlich exotisch und durchgeknallt angelegt. Doch über diese beiden Faktoren soll man sich noch nicht beschweren, da sie prächtig funktionieren und immer wieder für Lacher sorgen.

Etwas schade ist jedoch, dass es sich die Farrellys nicht nehmen ließen, auch etwas von ihrem typischen, derben Humor in den Film einzubauen. Doch wo es die Filme von Judd Apatow immer schaffen, diesen Humor unter der Gürtellinie sympathisch rüber zu bringen, treffen die Farrellys den richtigen Ton nur selten. So sind einige Gags, wie zum Beispiel das Bepinkeln einer Wunde und anschließende Zeigen des behaarten Intimbereichs einfach nur geschmacklos und peinlich. Auch die wenigen Nacktszenen im Film wären sicher nicht notwendig gewesen, sondern dienen nur dazu, auch die Freunde des Humors der unteren Schublade zufrieden zu stellen.

Dies ist besonders schade, da es der Film eigentlich gar nicht notwendig gehabt hätte. Besonders in der Phase, als Ben Stiller langsam die Dinge entdeckt, die er an seiner neuen Frau hasst, hat Nach 7 Tagen - Ausgeflittert die Lacher stets auf seiner Seite. Es ist einfach wunderbar, wie Ben Stiller auf die verschiedenen Steine, die ihm in den Weg geworfen werden, reagiert, und eben durch diese Verliererausstrahlung hat er auch immer die Sympathien auf seiner Seite. Dieses Unterfangen hätte nämlich auch schief gehen können, handelt der Film doch davon, dass ein Mann während der Hochzeitsreise seine Frau verlässt, weil er eine andere gefunden hat. Also nicht unbedingt vom klassischen Filmhelden, dem man seine Sympathie gewährt, aber die Farrellys schaffen es gekonnt, das Leiden von Stiller in Bilder zu fassen und es so für das Publikum verständlich zu machen.

Besonders das erste und letzte Drittel des Films sind dabei ziemlich gut geglückt. Im ersten Drittel ist die Phase, als sich Eddie und Lila kennen lernen, in die Flitterwochen fahren und Eddie schließlich sieht, wie sich Lila seit der Hochzeit verändert hat und er erkennt, dass sie vielleicht etwas zu früh geheiratet haben. Im Mittelteil des Films erreicht dieser nicht ganz die Qualitäten wie in den beiden anderen Dritteln. Dies liegt vor allem daran, dass der Film hier mehr eine romantische Komödie ist, in der sich Eddie in Miranda verliebt, und sich der Humor großteils auf reichlich derbe Scherze beschränkt. Das letzte Drittel gewinnt schließlich wieder deutlich an Fahrt, und somit ist der Gesamteindruck von Nach 7 Tagen - Ausgeflittert ziemlich positiv. Für einen unterhaltsamen Abend ist gesorgt, und mehr hat sich der Film auch nie zum Ziel gesetzt.

Fazit:
Die Farrelly-Brüder setzten in ihrem neuen Film Nach 7 Tagen - Ausgeflittert nur auf Altbewährtes und versuchen möglichst wenig Risiko einzugehen. Ben Stiller agiert in seiner Paraderolle als etwas tapsiger und tollpatschiger Verlierer, und sein Vater Jerry Stiller legt seine Rolle, wie man es von ihm kennt, reichlich schräg an. Dabei versalzen sich die Farrellys an manchen Stellen selbst die Suppe, da sie auf teilweise zu derben und geschmacklosen Humor setzten, der nicht wirklich witzig, sondern viel eher peinlich ist. Insgesamt gesehen macht Nach 7 Tagen - Ausgeflittert allerdings genug Spaß, um dem Zuseher einen unterhaltsamen Abend zu bescheren. Alle Freunde von Verrückt nach Mary und Ben Stiller generell werden ihre Freude am Film haben.

Wertung:
6/10 Punkte

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