Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade (2012)

OT: Deadfall - 95 Minuten - Krimi / Drama / Thriller
Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade (2012)
Kinostart: 23.11.2012
DVD-Start: 02.05.2013 - Blu-ray-Start: 02.05.2013
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Filmkritik zu Cold Blood - Kein Ausweg, keine Gnade

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Der österreichische Regisseur Stefan Ruzowitzky kam 2008 zu Oscarehren und von da an war es eigentlich absehbar, dass auch Hollywood ein Auge auf den Filmemacher wirft. Und nach einigen Verzögerungen erscheint mit Cold Blood nun endlich sein US-Debüt in den Kinos. Vom wohlsituierten Zweite Weltkriegsszenario hat sich Ruzowitzky allerdings weit entfernt. Stattdessen entpuppt er sich einmal mehr als Genrechamäleon und inszeniert einen zutiefst amerikanischen Genrereisser, der aber auch mit den Vorzügen des Charakterdramas flirtet. Letztenendes bleibt aber trotz starker Kulisse und einigen guten Szenen ein leider viel geradliniger Film, der keine Asse in der Hinterhand hat und es deshalb auch nicht schafft die Spannungskurve anzuziehen.

Addison (Eric Bana) und seine Schwester Liza (Olivia Wilde) sind nach einem Überfall auf der Flucht, als sich die Ereignisse überschlagen: Die beiden haben einen Autounfall und nachdem Addison einen Cop erschießt, beschließen sie sich in der Wildnis zu trennen. Beide versuchen sich nach Kanada durchzuschlagen. Liza findet beim Ex-Sträfling Jay (Charlie Hunnam) eine Mitfahrgelegenheit und verliebt sich in den eigenwilligen Kerl und Addison zieht eine blutrote Spur durch die Landschaft, da er der Gewalt prinzipiell nicht abgeneigt scheint. So ziehen alle ihre Bahnen, bis sie sich schließlich unerwarteter Weise bei Jays Eltern June (Sissy Spacek) und Chet (Kris Kristofferson) wiedersehen...

Die eisige Kälte des Schauplatz ist wohl das erste, das sich ins Gedächtnis des Zusehers brennt. Cold Blood beginnt mit dem Innenleben eines Survivalthrillers, allerdings spaltet sich die Handlung vom anfänglichen Autounfall an deutlich auf, und fügt erst am Ende wieder alle Fäden zusammen. In Folge wird der klare Survivalcharakter des Films etwas verwässert. Richtig intensiv ist dieser nur mehr in der Episode rund um Addison zu spüren - als gejagter Hund, der nicht davor zurückschreckt auf brutale Art und Weise für Ordnung zu sorgen, hat man in ihm am ehesten das Gefühl einen kompakten Thriller zu sehen.

Gleichzeitig weicht Ruzowitzky aber auch immer wieder auf die Charakterebene aus und versucht damit den allzu einfachen Überbau seines Films zu kaschieren. Familiäre Probleme, Fehden aus der Vergangenheit und bittere Liebe in allen Formen sucht die Figuren heim und treibt sie auf ihren Weg. Allerdings lässt sich das Gefühl nicht abschütteln, dass alle Elemente des Films nur auf höchst ungelenke Art und Weise miteinander verbunden sind. In nicht wenigen Szenen drängt sich förmlich auf, dass hier etwas nicht so ganz stimmig ist und gewisse Situationen wirken einfach erzwungen. Das gilt auch für den Charakter des überdrüber Badass Addison, der leider etwas gekünstelt erscheint.

So holpert Cold Blood etwas unrund auf das Finale zu und hat dabei kaum Überraschungsmomente für den Zuseher parat. Der Film bleibt zwar stets kurzweilig und manche Szenen sind auch gut gelungen, allerdings hat man das Gefühl, dass man das alles schon mal besser gesehen hat. Und da es auch wirklich keinerlei doppelten Boden gibt und der Film einfach als das zu sehen ist, was er ist, muss man einfach anmerken, dass dies zu wenig ist. So verkommt Cold Blood zum 08/15 Genrebeitrag, der leider nicht sehr viel eingenständiges zu bieten hat und etwas in der Masse an Genrebeiträgen untergeht.

Fazit:
Stefan Ruzowitzkys US-Debüt Cold Blood ist ein solider Thriller-Charakterdrama Hybrid geworden, der zwar insgesamt recht kurzweilig ist, allerdings deutlich zu wenig bietet um das Publikum zu fesseln. Manche Szenen wirken einfach zu gekünstelt und letzten Endes sorgt der geradlinige und tendenziell behäbige Thriller kaum für Überraschungen. Das kennt man alles schon und gerade wenn man sieht wieviel andere Regisseur aus konventionellen Genrestoffen herausholen (siehe Drive oder Killing Them Soflty), ist Cold Blood nur ein recht solider Streifen für Zwischendurch.

Wertung:
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