Die Hochzeit unserer dicksten Freundin (2012)

OT: Bachelorette - 87 Minuten - Komödie
Die Hochzeit unserer dicksten Freundin (2012)
Kinostart: 21.12.2012
DVD-Start: 21.03.2013 - Blu-ray-Start: 21.03.2013
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Filmkritik zu Die Hochzeit unserer dicksten Freundin

Die Komödie Hangover war im Jahr 2009 ein Überraschungserfolg. Das Wolfsrudel eroberte die Herzen der Zuschauer im Sturm, beziehungsweise im Rausch, sodass zwei Jahre später bereits der zweite Streich folgte. Dabei wurde das Erfolgsrezept kaum verändert und letztendlich hat sich dies als richtige Entscheidung erwiesen, denn Hangover 2 spielte sogar mehr Geld in die Kinokassen ein, als der Vorgänger. Im Sommer 2011 kam dann Brautalarm in die Kinos. Diese Komödie erinnerte an Hangover, jedoch erzeugten in diesem Fall nicht die Männer das Chaos vor der Hochzeit, sondern die Brautjungfern.

Zudem wurde der Film von vielen Kritikern als „Hangover-Frauenversion“ tituliert und erweckte somit das Interesse zahlreicher Comedy-Fans. Der Plan ging auf und der Film erhielt sogar eine Oscar-Nominierung für die Beste Nebendarstellerin Melissa McCarthy. Bevor nun im kommenden Jahr die Hangover-Trilogie mit dem letzten Rausch abgeschlossen wird, schickt die Regisseurin und Drehbuchautorin Leslye Headland die Komödie Die Hochzeit unserer dicksten Freundin in die Kinos und verwendet dabei die Schablonen der Filme Hangover und Brautalarm. Infolgedessen entsteht beim Betrachten des Films stets das Gefühl, dass eine Checkliste abgehackt wird, denn Die Hochzeit unserer dicksten Freundin weist zahlreiche Parallelen zu den bereits thematisierten Komödien auf und muss im Zuge dessen im Vergleich den Kürzeren ziehen.

Regan (Kirsten Dunst), Katie (Isla Fisher), Becky (Rebel Wilson) und Gena (Lizzy Caplan) sind Freundinnen. Trotzdem wird Becky aufgrund ihrer Dickleibigkeit bemitleidet, da die anderen Frauen der Meinung sind, Becky finde so schnell keinen Mann zum Heiraten. Umso überraschter reagieren die Freundinnen, sobald sie von der bevorstehenden Hochzeit ihrer dicksten Freundin, welche sie als ihre Brautjungfern auserwählt hat, erfahren. Während des Junggesellinnenabschieds gerät die Situation außer Kontrolle, sodass Becky sich zurückzieht und die Brautjungfern versehentlich das Brautkleid ruinieren. Da am nächsten Morgen die Hochzeit ansteht, bleibt den drei Frauen nur diese Nacht, um das Kleid wieder in Ordnung zu bringen, nebenbei Drogen zu konsumieren und bekannte Männer in einen Stripclub zu folgen…

Um den direkten Vergleich mit Hangover zu vermeiden, nehmen Regan, Katie und Gena ihre Drogen nicht durch den Mund in Form von Alkohol, sondern durch die Nase ein. Die eingenommenen Substanzen lösen unterschiedliche Reaktionen aus, sodass dadurch zahlreiche Lacher hervorgehen. Besonders die Figur Katie muss für diese Art von Witzen herhalten, da sie sich stets an kaum etwas erinnern kann. Ansonsten ist Gena mit ihrem Ex Clyde (Adam Scott) beschäftigt, während Regan mit ihren Schuldgefühlen kämpfen muss, außer sie ist im Stripclub mit anderen Tätigkeiten beschäftigt. Im Verlauf des Films werden die vier Hauptpersonen charakterisiert. Einerseits innerhalb der Gruppe und andererseits vereinzelt mit männlicher Begleitung. Da keine der vier Frauen im Mittelpunkt steht, kristallisiert sich auch keine Identifikationsfigur heraus. Als Zuschauer kann man sich infolgedessen nur partiell in die Charaktere einfühlen. Die Identifikation wird zudem erschwert, denn die Figuren geraten kontinuierlich in peinliche Situationen und werden demnach stets durch den Dreck gezogen.

Darüber hinaus versucht die Regiedebütantin Headland auch ernstere Themen wie zum Beispiel Bulimie in ihrer Komödie zu visualisieren. Jedoch geht dies nach hinten los. Anstatt die Krankheit nachvollziehbar zu gestalten, bevorzugt sie Witze darüber zu reißen. Der Humor bewegt sich des Weiteren irgendwo unter dem Meeresspiegel, da Sex und Drogenwitze im Übermaß vorhanden sind. Ferner stellt sich die Frage, wieso Kirsten Dunst, die in letzter Zeit ernstere Rollen, beispielsweise in Lars von Triers Melancholia (2011) oder in Walter Salles’ On the Road - Unterwegs, porträtiert hat, sich für diesen Film entschieden hat. Die Darstellerin gibt zwar eine solide Performance ab, allerdings hatten Isla Fisher (Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin, 2009), Lizzy Caplan (True Blood, 2008) und Rebel Wilson (Pitch Perfect, 2012) ersichtlich mehr Spaß am Set und sorgen insofern auch für mehrere Schenkelklopfer. Doch im Gegensatz zum Film Hangover erzielen die Lacher in dieser Komödie eine andere Wirkung. Man entwickelt als Zuschauer einfach nicht das Gefühl ein Teil dieser Gruppe sein zu wollen, so wie es bei Hangover einwandfrei funktionierte. So gesehen formt sich beim Eintreten des Abspanns nicht der Drang den Film erneut sehen zu wollen.    

Fazit:
Der Hochzeitszug fährt zurzeit durch die Filmlandschaft und Regiedebütantin Lesley Headland ist mit aufgesprungen. Jedoch muss ihre Komödie Die Hochzeit unserer dicksten Freundin trotz zahlreicher Lacher in den Durschnittswaggon eingeordnet werden, denn dem Film fehlt es einfach an neuen Ideen und originellen Witzen. Fans von Hangover oder Brautalarm können einen Blick riskieren. Alle anderen sollten die Finger davon lassen.

Wertung:
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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