Garden State

OT: -  102 Minuten -  Tragikkomödie
Garden State
Kinostart: 26.05.2005
DVD-Start: 17.11.2011 - Blu-ray-Start: 01.03.2012
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Filmkritik zu Garden State

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Kreativität, dieses Wort scheint in Hollywood mittlerweile nur mehr sehr selten ausgesprochen zu werden. Die Triumphphasen der großen Denker auf dem Regiestuhl sind abgeklungen und kaum noch ein Studio geht das Risiko ein möglicherweise total an den Kinokassen zu scheitern. Statt revolutionäre Projekte zu drehen, die möglicherweise nicht alle Zuseher begeistern würden, wird heutzutage viel mehr das „Schablonenfilmen" praktiziert. Für jedes Genre gibt es eine passende Schablone die um erfolgreich zu sein nur noch durch kleine Abweichungen ergänzt werden müssen. So wird der Durchschnittskinobesucher bei der Stange gehalten, ohne das ihm etwas wirklich neues geboten wurde. Nur selten finden sich einmal ambitionierte Projekte die einen unkonventionellen Weg zu gehen wagen. Zu diesen zähle ich unter anderem dem im Frühjahr angelaufenen Saw, oder eben den in unseren Kreisen weitgehend unbekannten Garden State.

 

Andrew "Large" Largeman (Zach Braff) hat damals alle Freunde und Verwandte in seiner Heimat „Garden State" New Jersey verlassen und ist nach Los Angeles gezogen um sich dort als Schauspieler zu versuchen. Durch seine Rolle als geistig zurückgebliebener Footballspieler in einer Fernsehproduktion ist er in seiner Heimat in kleinem Maße zu Ruhm gekommen. Doch Large ist alles andere als erfolgreich und so muss er sich als Kellner über Wasser halten. Sein Leben wird durch eine sinnlose Leere bestimmt. Er lebt vor sich hin, ohne wesentliche Gedanken an seine Zukunft. Doch nicht nur das noch kommende ist Andrew egal, ihm wurden von seinem Psychiater viel zu starke Medikamente verschrieben die jede Emotion in ihm verhindern. Als seine Mutter stirbt muss Large zurück in seine alte Heimat New Jersey um sich seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu stellen. Er trifft seine alten Freunde wieder und verliebt sich in die sympathische Sam (Natalie Portman). Large beschließt auch seine Medikamente abzusetzen und das erste mal wieder richtig zu leben......

 

Zach Braff dürfte in der deutschsprachigen Region vor allem durch die ausgesprochen witzige Fernsehserie Scrubs bekannt sein. Nun widmete er seine Freizeit und sein Herzensblut seinem Wunschprojekt Garden State und schrieb für dieses das Drehbuch, führte Regie und spielte auch noch die Hauptrolle. Diese Einmann Odysse ist auf ganzer Ebene geglückt: Garden State ist skurril, witzig und voller schräger Charaktere wie Sam, der notorischen Lügnerin, oder Andrews Jugendfreund, der mal nebenbei einen geräuschlosen Klettverschluss erfunden hat und damit Millionen verdiente. Jedes Mal wenn man denkt das Zach Braff sein gesamtes Ideenpulver verschossen hat setzt er dem zuvor gezeigten noch einen drauf. So zeigt er uns zum Beispiel eine jung Familie die in einem Boot wohnt das sie mitten in einen Krater aufgestellt hat. An dem Drahtseilakt den Zach Braff mit seiner dreifach Belastung eingegangen ist hätte er sehr leicht scheitern können, doch seine Gratwanderung gelingt und er übermittelt uns eine liebenswerten Eindruck ohne jemals in Kitsch abzudriften.

 

Die Liebesgeschichte die uns in Garden State geboten wird, ist frei von jeder heuchlerischen Hollywood Moral uns serviert uns einfach zwei nette Menschen die aus dem realen Leben gegriffen sind. Die hervorragend spielende Natalie Portman, die nach Closer erneut ihr gesamtes Können Preis gibt, führt Zach Braff in nie geahnte schauspielerische Höhen. Dabei muss ich sagen das aus ihm wohl nie ein wahrlich begnadeter Charaktermime wird, aber seine Aufgabe hier löst er zu bester Zufriedenheit. Peter Sarsgaard spielt routiniert und macht uns seinen Charakter sehr glaubhaft. Als er gegen Ende des Films Sam und Andrew mit auf eine kuriose Reise quer durch New Jersey nimmt scheint er in seiner Rolle voll aufgeblüht zu sein und man merkt der Truppe den Spaß an den sie beim Drehen gehabt haben.

 

Trotz der guten Schauspieler und der soliden Regie von Zach Braff bleibt die größte Stärke von Garden State noch immer das wirklich überragende Drehbuch. Zach Braff hat alles richtig gemacht und aus der Fülle an genialen und abstrakten Ideen hätten andere Regisseure wohl 5 Filme gemacht. Ein weiterer großer Pluspunkt ist der charmante unaufdringliche Humor des Filmes. Szenen werden nicht durch übertriebene Inszenierung künstlich komisch gemacht, sondern werden so gezeigt wie sie im wahren Leben auch passieren würden. Auf ganz subtile Weise überträgt Zach Braff seinen fantastischen Humor auf den Zuseher und nimmt ihn mit auf eine fantastische Reise durch den Garden State.

 

Fazit:

Garden State ist witzig, dramatisch, skurril und bleibt dabei ganz ungezwungen. Zach Braff nimmt uns mit auf die atemberaubende Reise eines Menschen den man sofort ins Herz schließt. Dabei ist der Film stets originell und man hat nie das Gefühl das ganze schon von irgendwo zu kennen. Für Garden State gibt es garantiert keine Schablone.

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 26
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