Wer's glaubt, wird selig (2012)

OT: Wer's glaubt, wird selig - 105 Minuten - Komödie
Wer
Kinostart: 15.08.2012
DVD-Start: 31.01.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Wer's glaubt, wird selig

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Ein kleines idyllisches Dorf in Bayern namens Hollerbach, früher ein sehr beliebter Skiort, wird seit 5 Jahren nicht mehr mit Schnee versorgt. Daher bleiben die Touristen fern und das Dorf muss um seine Existenz fürchten. Um es noch zu retten, muss so schnell wie möglich ein Wunder her. Und als Daisy, die Schwiegermutter des Wirtes Georg, einen plötzlichen Tod erleidet, hat dieser einen Geistesblitz. Er möchte die Verstorbene heilig sprechen lassen und aus Hollerbach ein Wallfahrtsort machen. Doch für eine Heiligsprechung muss zuerst ein vom Vatikan eigens entsendeter Prüfer, vom wundersamen Wirken der heiligen Daisy überzeugt werden. Ein nicht leichtes Unterfangen. Und so klügeln Georg und seine Freunde einen Plan aus, um den Prüfer zu täuschen und so ihr geliebtes Dorf vor dem Ruin zu bewahren.
 
Die Aufgabe diese schräge Geschichte zu verfilmen, hat sich Regisseur Marcus H. Rosenmüller zu eigens gemacht. Sein Talent, familientaugliche Komödien rund um sein Heimatland Bayern zu erschaffen, hatte er bereits mit dem Film „Wer früher stirbt ist länger Tod“ unter Beweis gestellt. Im Gegensatz dazu ist „Wer´s glaubt wird selig“ aber viel weniger bayrisch angehaucht. Der Dialekt etwa wurde bis auf wenige Ausnahmen komplett verdeutscht, so dass auch das nicht bayrische Publikum mühelos den Dialogen folgen kann. Ansonsten lassen sich einige Gemeinsamkeiten entdecken. Und das nicht nur weil beide Filme nach einem Sprichwort benannt wurden. Beides sind Komödien, die mit einer schrägen Geschichte und liebevoll skurrilen Charakteren punkten. „Wer´s glaubt wird selig“ ist allerdings um einiges schwarzhumoriger und etwas derber, also weniger familientauglich, ausgefallen. So wird etwa anfangs versehentlich gleich ein Hund angeschossen und anschließend (lebendig) begraben. Aber auch die Art und Weise wie die tiefgläubige Daisy ums Leben kommt, hat mehr als nur makabere Züge an sich. Sie wird während eines Gebetes von einem herab fallenden Kruzifix erschlagen, weil sich das Ehepaar Georg und Emilie nebenan so leidenschaftlich Vergnügen, dass die Wände beben.

Man darf sich also durchaus auch auf einige „böse“ Weisheiten und Sager gefasst machen, was vor allem Fans von österreichisch schwarzen Komödien wie „Komm Süßer Tod“ und „Indien“ freuen wird. Und auch ein bekannter österreichischer Schauspieler ist vertreten. Der wie immer großartige Simon Schwarz („Komm Süßer Tod“, „Trautmann“,) mimt den tollpatschigen Dorfpolizisten Hartl. Allerdings ist Schwarz für Rosenmüller kein Neuling. So arbeiteten sie schon in der Komödie „Schwere Jungs“ erfolgreich zusammen. Aber auch weitere alte Bekannte aus der „Rosenmüller Filmfamilie“ sind wieder mit dabei, wie etwa Lisa Maria Potthoff (Evi), Jürgen Tonkel (Bestattungsunternehmer).

Es ging im Set also mit großer Wahrscheinlichkeit sehr harmonisch zur Sache, was man letztendlich dem Film auch ansieht. Den Darstellern merkt man an, dass es ihnen Spaß gemacht hat, sich in ihren liebevollen und schrägen Figuren so richtig ausleben zu können.
Darüber, dass sie es hier und da mit ihrer Skurrilität etwas übertreiben haben und die ein oder andere Figur etwas gekünstelt wirkt, kann man hinweg sehen. Weniger aber darüber, dass der ganze Film es kurz gesagt einfach übertreibt.

Mit dem Grundthema, nämlich der Heiligsprechung einer verstorbenen Frau, kann man sich ja noch anfreunden. Aber dazu kommen zahlreiche andere Inhalte, die man im Film verpackt hat. Etwa eine Zwillingstäuschung, Ehe-Probleme, die Glaubensfrage, Pornographie, und wozu soll eigentlich der angeschossene Hund gut sein? Hinzu geschehen den Charakteren zahlreiche Missgeschicke, die einfach unrealistisch sind. Es scheint so, als hätten die Macher zu viele Ideen gehabt und man war letztendlich nicht bereit auf eine davon zu verzichten. Doch damit hat sich Rosenmüller selbst ein Ei gelegt und klar übers Ziel hinaus geschossen. Man hätte sich einige Szenen bzw. Wendungen einfach sparen können. Auch das Ende wirkt unkonsequent, so als ob man sich nicht richtig entscheiden konnte, welchen Weg man gehen will. Klar, wäre der Film als reiner Klamauk gedacht, ohne tieferen Sinn, der einfach nur unterhalten will, wäre das alles okay. Aber es handelt sich hierbei um eine Komödie mit tieferem Sinn und durchaus ernstem Hintergrund. Und daher hätte der Film einfach eine klarere Linie gebraucht, um sich auch eine gewisse Seriosität zu behalten (was ja eigentlich der Wunsch des Filmes ist).
 
Fazit:
„Wer´s glaubt wird selig“ ist in erster Linie sehr unterhaltsam. Pointen, Sager, skurrile Charaktere und eine interessante Grundstory lassen den Film wie im Flug vergehen und sorgen zu keiner Zeit für Langeweile. Wer sich aber auch ein bisschen etwas zum Nachdenken wünscht und eine realistische Handlung mitverfolgen will, wird eher enttäuscht sein. Der Film verliert nach einiger Zeit seine Authentizität, da er keine klare Linie verfolgt und einfach zu viele Geschehnisse in die 105 Minuten hineinverpackt. Und da Rosenmüller anscheinend ein Fan von Sprichwörtern ist, kann man ihm nur folgendes zu Herzen legen: „Weniger ist manchmal mehr“.
 
Wertung:
5/10 Punkte
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