Rampart (2011)

OT: Rampart - 108 Minuten - Krimi / Drama
Rampart (2011)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 07.08.2012 - Blu-ray-Start: 07.08.2012
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Filmkritik zu Rampart

Oren Moverman gelang mit dem Skript zu Todd HaynesI’m Not There (2007) der Durchbruch als Drehbuchautor. 2009 bewies er dann mit seinem Werk The Messenger, dass er auch als Regisseur sein Handwerk gut beherrscht. Zudem erhielt er für das Messenger-Drehbuch auf der Berlinale 2009 den Silbernen Bären und den Friedensfilmpreis. Für sein Regiedebüt sicherte er sich damals die Darsteller Woody Harrelson und Ben Foster und genau diese Schauspieler konnte er erneut für seine zweite Regiearbeit Rampart gewinnen. Jedoch pflegen die verkörperten Charaktere diesmal komplett andere Gewohnheiten. Harrelson, der sich in The Messenger als Captain Tony Scott immer an die Regeln hielt, spielt in Rampart einen korrupten Polizisten. Ben Foster dagegen ist ein rollstuhlfahrender Obdachloser. Doch im Gegenteil zu The Messenger wirkt die Beziehung der beiden Charaktere in Rampart ziellos, denn im Mittelpunkt steht David Douglas Brown (Harrelson). Zumal werden die Ereignisse und Figuren um ihn herum, aufgrund der Fülle, nur lückenhaft dargestellt.   

David Brown ist in Los Angeles als Polizist tätig. Er ist unfreundlich zu seinen Kollegen, befolgt nicht die Regeln und verprügelt demnach während des Verhörs oder vor der Festnahme die verdächtigen Personen. Nachdem eine dieser Gewalttaten mithilfe einer versteckten Kamera aufgenommen und kurz darauf im Fernsehen ausgestrahlt wird, steckt er in großen Schwierigkeiten, denn er zieht damit nicht nur seinen Namen, sondern auch den Ruf des LAPDs in den Dreck. David sieht darüber hinaus nicht seine Schuld ein und bewegt sich somit weiterhin auf glattem Eis. Auch in seinem Privatleben herrscht Chaos. Seine beiden Ex-Frauen Catherine (Anne Heche) und Barbara (Cynthia Nixon), die zugleich Schwestern sind, als auch seine Töchter, können nicht mehr länger mit dem Verhalten von Dave umgehen…

“You are a racist, a sexist, a misanthrope, homophibic.
Maybe you don’t even like yourself.”

Mit diesen Worten könnte man einen Antihelden gut beschreiben und mit diesen Worten wird der Cop Dave Brown im Charakterdrama Rampart von seiner älteren Tochter Helen (Brie Larson) beschrieben. Dem korrupten Cop gelingt es trotzdem die Sympathie des Publikums zu erobern. Dave sorgt sogar mit seiner unmöglichen Art und Weise oft für ein Grinsen beim Zuseher. Des Weiteren gewährt die Figurenzeichnung des Hauptcharakters dem Zuschauer einen tiefen Einblick in das Leben des Antihelden. Woody Harrelson liefert dabei als Dave Brown eine starke Performance ab und diese wird vom Filmemacher auch anhand von Nahaufnahmen in den Fokus gestellt. Jedoch steht nicht nur die Mimik von Harrelson in den Vordergrund, auch Robin Wright (Verblendung, 2011) und Sigourney Weaver (The Cold Light of Day, 2012) werden dadurch hervorgehoben. Besonders stark sind demzufolge die Filmmomente zwischen Harrelson und Weaver beziehungsweise Harrelson und Wright. Als störend wird die Inszenierungsart wahrgenommen, wenn angesichts des starken Zooms nur noch das Auge oder der Mund der Darsteller zu sehen sind oder wenn die Schauspieler/innen ohne ersichtlichen Grund nur noch auf der Kinoleinwand vorbeiziehen und man somit das Gefühl hat in einem fahrenden Auto zu sitzen.

Ferner wird die Geschichte aus der Sicht des Protagonisten erzählt, sodass zahlreiche Nebencharaktere mit einer flachen Charakterisierung auskommen müssen und gegen Ende viele Fragen unbeantwortet bleiben, da es Dave nicht geling Antworten zu allen aufgeworfenen Fragen zu finden. Auch die Kritik an die Polizei und der dadurch entstandene Skandal werden nur nebensächlich thematisiert. Sogar der Fall, der diesen Skandal auslöste und Dave Brown in Schwierigkeiten brachte, gerät in Vergessenheit, nachdem dem korrupten Polizisten eine neue Straftat vorgeworfen wird. Anstatt die bisher eingeführten Charaktere, also die Familie von Dave, die Staatsanwältin Joan Confrey (Weaver) und Linda Fentress (Robin Wright) weiter auszubauen, kommen mit dem neuen Vorwurf auch zahlreiche neue Charaktere hinzu, unter anderem der Obdachlose Terry (Ben Foster). Der Film plätschert nun also nur noch vor sich hin. Überzeugen kann hier lediglich noch die Entwicklung der Vater-Tochter-Beziehung. Es fehlt überwiegend an Spannung und der erwartete Höhepunkt wird nach dem Abspann immer noch vergeblich gesucht, sodass nach dem Filmende das Gefühl entsteht, dass etwas im Film gefehlt hat.   

Fazit:
Rampart, die zweite Regiearbeit von Oren Moverman, ist ein Charakterdrama, das als solches nur hinsichtlich der starken schauspielerischen Leistung von Woody Harrelson funktioniert. Dem Darsteller gelingt es die völlige Charakterzeichnung auszuarbeiten und auf der Leinwand zu präsentieren, sodass er auch als Antiheld Sympathiepunkte beim Zuschauer sammeln kann. Die interessante erste Filmhälfte entwickelt sich im weiteren Filmverlauf auf Grund der hinzukommenden Figuren und Handlungsstränge zu einer ziellosen und langatmigen zweiten Hälfte, die gegen Ende wichtige Fragen unbeantwortet lässt. Somit können Woody Harrelson-Fans einen Blick riskieren. Der Rest sollte einen DVD/Blu-ray-Kauf lieber noch einmal überdenken und den Film lieber nur ausleihen.

Wertung:
6/10 Punkte
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Ø Wertung: 6.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 4
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