96 Hours – Taken 2 (2012)

OT: Taken 2 - xx Minuten - Action / Krimi / Drama / Thriller
96 Hours – Taken 2 (2012)
Kinostart: 12.10.2012
DVD-Start: 15.03.2013 - Blu-ray-Start: 15.03.2013
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Filmkritik zu 96 Hours – Taken 2

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Was war das nicht für eine Überraschung im Jahr 2008: Wie aus dem nichts feuerte das weitgehend unbeschriebene Regieblatt Pierre Morel mit 96 Hours einen unglaublich fetzigen Action-Thriller auf das Kinovolk los, der mit seiner stringenten und temporeichen Inszenierung auch heute noch unglaublich viel Spaß macht. Und eines war auch schnell klar: Liam Neeson macht in der klassischen Badass-Rolle unglaublich viel Spaß und braucht sich nicht hinter gestanden Actionheroen zu verstecken. Da der Film auch finanziell ein großer Erfolg wurde, kommt nun was in so einem Fall immer kommen muss: Der obligatorische Nachfolger, dem es jedoch in keiner Sekunde gelingt an den Unterhaltungswert des Vorgängers anzuschließen.

Der brutale Rachefeldzug, der Ex-CIA Agent Bryan Mills (Liam Neeson) quer durch Paris führte, bevor er schließlich seine Tochter Kim (Maggie Grace) aus den Fängen von skrupellosen Menschenhändlern retten konnte, ist nicht unbemerkt geblieben. Denn auch Verbrecher haben Freunde und Verwandte. Und eben die Angehörigen all jener, die Bryan Mills auf dem Gewissen hat, suchen nun ebenfalls ihre Rache. Murad (Rade Serbedzija) will Mills bei seinem nächsten Auslandsaufenthalt abfangen (den er mit Ex-Frau und Tochter im Schlepptau geplant hat) und ihn und seine Familie entführen, foltern und umbringen. Das Vorhaben glückt auch zunächst und Murad gelingt es Mills und seine Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) zu entführen - doch er hat die Fähigkeiten des ehemaligen Agenten gehörig unterschätzt...

96 Hours 2 ist sicher nicht gerade eine sinnvolle Fortsetzung. Jeder, der den ersten Teil gesehen hat, wird bestätigen können, dass die Geschichte völlig zufriedenstellend und auch recht endgültig abgeschlossen wurde. Deshalb muss man auch eine Prise guten Willens mitbringen um sich auf die Ausgangslage des Sequels einzulassen. Zugegeben: Drehbuchautor Luc Besson strengt sich wirklich an um irgendwie eine Fortsetzung der Geschichte zu rechtfertigen und auf Grund des hohen Unterhaltunswerts des Vorgängers werden wohl auch viele einen Blick auf 96 Hours 2 werfen wollen. Und auch wenn die Klasse des ersten Teils nicht erreicht wird, so ist 96 Hours 2 doch zumindest ein akzeptabler Spaß für Zwischendurch.

Das Thema ist natürlich wieder einmal Rache - doch diesesmal befindet sich Bryan Mills auf der anderen Seite der Medaille und gerät selbst ins Fadenkreuz. Abgesehen von diesem Wechsel der Perspektiven, hat man auch die Location ausgetauscht - statt in Paris, darf sich Mills diesesmal in Istanbul durch eine Horde an Bösewichte metzeln. Und da auch der Regisseur ausgewechselt wurde (anstelle von Pierre Morel rückt Colombiana Regisseur Olivier Megaton), hätte man sich vielleicht zumindest einen etwas frischen Ansatz erwarten dürfen. Doch abgesehen von der Erkenntnis, dass Megaton scheinbar (zurecht!) ein großer Fan von Nicolas Winding Refns Meisterwerk Drive ist (was sich in kleinen musikalischen Zitaten niederschlägt), gibt es nicht viel Neues zu berichten.

Denn im Wesentlichen wird, mit kleinen Variationen natürlich, noch einmal das Erfolgsrezept des ersten Teils aufgewärmt. Schade ist jedoch, dass die schnörkellose Tour de Force von Liam Neeson, diesesmal weitaus weniger furios erscheint, und man manchmal den Eindruck hat, dass Megaton viel lieber auf glatte, schöne Bilder setzten möchte, als einen kleinen, bösen Rache-Thriller zu zelebrieren. Das führt auch dazu, dass die Show diesesmal leider weit weniger Spaß macht. Auch das übertriebene Ausspielen der Fortsetzungskarte nervt zu gewissen Teilen - Natürlich weiß das Publikum, dass Liam Neeson kein gewöhnlicher Vater ist, aber Megaton zelebriert diese Eigenheit leider zu sehr. Etwa im Umgang mit dem neue Freund von Maggie Grace, sodass man ständig die Konstruiertheit der ausgespielten Klischees vor Augen geführt bekommt.

Vielleicht hat es aber auch einfach einen mittlerweile schon fast peinlichen Charakter erreicht, wenn die 29 jährige Maggie Grace, das kleine, schüchteren Mädchen spielen muss, das gerade ihren ersten Freund kennenlernt. Einmal ganz davon abgesehen, fehlt es 96 Hours 2 am nötigen Biss, am gewissen Etwas und auch ganz einfach an der Frische, die den Vorgänger so ausgezeichnet hat. Wirklich denkwürdige Szenen gibt es leider viel zu wenige, stattdessen wird das Erfolgsrezept nur noch einmal aufgewärmt und leicht variiert dem Publikum vorgesetzt. Deshalb muss man sich den Film auch nicht unbedingt ansehen - selbst dann nicht, wenn man viel Spaß am Vorgänger hatte. Wer es dennoch tut, bekommt zwar einen solide unterhaltsamen Film zu sehen - aber in Anbetracht des sehr gut funktionierenden Vorgängers wird sich zweifellos eine kleine Enttäuschung einstellen.

Fazit:
96 Hours 2 ist eine Fortsetzung, die man nun wirklich nicht unbedingt gebraucht hätte. Zwar gelingt es Autor Luc Besson noch irgendwie die eigentlich befriedigend abgeschlossene Geschichte zu dehnen, aber dies ändert nichts daran, dass der Film einige strukturelle Probleme aufweist: Olivier Megaton setzt leider auf einen deutlich glatteren Zugang als sein Vorgänger Pierre Morel, sodass der Film in vielen Momenten eine Prise zahmer und weniger inspiriert wirkt. Hinzu kommt, dass es dem Film an neuen Ideen mangelt und man vieles nur aufgewärmt serviert bekommt. Dies führt dazu, dass 96 Hours 2 auch spürbar gegenüber dem ersten Teil abfällt und auch für Fans nur bedingt empfehlenswert bleibt. Natürlich macht es auch diesesmal noch Spaß Liam Neeson im Badass-Modus zuzusehen, aber leider eben bedeutend weniger als noch vor vier Jahren. Und spätestens jetzt sollte die 29 jährige Maggie Grace bitte keine Rolle mehr als Teenager Tochter spielen, die gerade ihren ersten Freund kennenlernt.

Wertung:
6/10 Punkte
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 15
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