Looper (2012)

OT: Looper - 118 Minuten - Action / SciFi / Thriller
Looper (2012)
Kinostart: 05.10.2012
DVD-Start: 21.02.2013 - Blu-ray-Start: 21.02.2013
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Filmkritik zu Looper

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Filme die Zeitreisen behandeln, gibt es in Hülle und Fülle. Kein Wunder, bietet dieses Thema doch eine große Bandbreite an unterschiedlichen Betrachtungsweißen. Und wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, in die Vergangenheit zu reisen und sein früheres Ich aufzusuchen? Oder die ferne Zukunft zu erforschen? Was Filme angeht, so können sich auch bereits einige Streifen, welche dieses Thema aufgriffen, als Kult bezeichnen. Wie etwa: „12 Monkeys, „Planet der Affen“ „Terminator“ oder auch „Zurück in die Zukunft“. Der neue Film von Rian Johnson nennt sich „Looper“ und bedient sich ebenfalls genau diesem Thema: Zeitreisen. Die Befürchtung, dass hier aufgrund der hohen Anzahl der Vorgänger, nichts neues mehr geboten werden kann, ist natürlich verständlich. Aber letztendlich überraschenderweise nicht gerechtfertigt.

Wir schreiben das Jahr 2044. Schauplatz ist eine düstere Zukunftswelt, in der die Kluft zwischen Arm und Reich noch deutlicher hervorsticht, als gegenwärtig. Wir begleiten Joe, einen sogenannten Looper, durch seinen Alltag. Loopers sind nichts anderes als Killer, welche Menschen die aus der Zukunft kommen, eliminieren. Die Auftraggeber sind spezielle Verbrecherorganisationen aus der Zukunft, die ihre Opfer gefesselt und mit einem Sack über den Kopf, in die Vergangenheit schicken. Auf diese wartet dann bereits ein Looper, um seine Arbeit auszuführen. Da Zeitreisen aber in der Zukunft streng verboten sein werden, lassen die Verbrecherorganisationen Zeugen nicht gerne frei herumlaufen. Deshalb werden in der Zukunft, auch die Loopers selbst, 30 Jahre in die Vergangenheit geschickt, wo dann das jüngere Pendant auf sie wartet und somit sich selbst erschießt. Danach ist der Looper frei und kann sich mit seinem verdienten Geld zurückziehen und ein schönes Leben führen. Zumindest 30 Jahre lang. Denn dann wird er von der Verbrecherorganisation heimgesucht und zu seinem jüngeren Ich in die Vergangenheit geschickt. Als Joe aber sein späteres Ich erschießen muss, zögert er und der alte Joe kann flüchten. Jetzt heißt es sein geflohenes Ich so schnell wie möglich zu eliminieren, denn sonst droht ihm Folter und Tod. Doch hinter der Flucht des alten Joe, steckt mehr als bloß dessen Überlebensinstinkt.

So viel sei gesagt, der hier angeführte Inhalt, ist stark gekürzt und auf das Elementarste zusammengefasst. Im Gesamten bietet der Film, eine noch komplexere und vielschichtigere Storyline. Allerdings ist es sicherlich besser, nicht zu viel zu verraten und es dem Zuseher selbst zu überlassen, sich von der originellen Geschichte von „Looper“ begeistern zu lassen. Zwar ist das Drehbuch nicht so komplex und innovativ wie etwa jenes von „Inception“, trotzdem lässt es kaum Wünsche unerfüllt. Die Story fügt sich nach und nach perfekt zusammen, bleibt immer logisch und bietet trotzdem zahlreiche Wendungen. Vielleicht ist das Ende etwas vorhersehbar. Trotzdem ist es gekonnt in Szene gesetzt und lässt noch Raum für anschließende Diskussionen.

Wer sich jetzt einen reinen Science-Fiction-Film erwartet, liegt aber falsch. Zwar spielt der Film in der Zukunft, allerdings verändert der Regisseur (hat zugleich das Drehbuch geschrieben), das Aussehen der Welt im Vergleich zur Gegenwart nur gering. Auf Spektakuläre Special-Effects, fliegende aufgestylte Autos und andere Zukunftsklischees, wird mit wenigen Ausnahmen gänzlich verzichtet. Das liegt wohl einerseits an dem eher geringen Budget, anderseits sicherlich daran, dass die Darstellung einer visuell beeindruckenden Zukunftswelt nur Nebensache ist. Viel mehr Wert wird auf andere Elemente gelegt. Am wichtigsten ist hierbei klar die Geschichte. Gekonnt wird der Zuseher zu Beginn, mit der Arbeit eines Loopers vertraut gemacht. Die Kamera begleitet Joe durch seinen Alttag und so erhält der Zuseher nach und nach Informationen die ihm dabei helfen, rasch und ohne große Anstrengung, dem Film folgen zu können.

Ein weiterer wichtiger Punkt, warum Looper so gut funktioniert, ist die gelungene Figurenzeichnung. Vor allem die Figur des jungen Joe´s hat viele Facetten. Er wirkt anfangs kühl, etwas egoistisch, aber trotzdem charmant. Das liegt vor allem am hervorragenden Spiel des aufkommenden Hollywoodsternes Joseph Gordon Levitt (50/50 – Freunde fürs (Über)Leben, Inception, The Dark Knight Rises). Ihm gelingt es auch der Figur eine gewisse Tiefe zu geben, die für das dramatische Element des Filmes unersetzlich ist. Auch Emily Blunt lässt sich davon anstecken und kann mit ihrer Figur der Farmerin Sarah überzeugen. Lediglich Bruce Willis, der aber wie immer solide agiert, wird von Joseph Gordon Levitt etwas in den Schatten gestellt. Beeindruckend in punkto Mimik und Ausstrahlung ist auch das Schauspiel von Paul Dano.

Etwas schwer anfreunden kann man sich mit der Tatsache, dass der junge Joe seinen 30 Jahre älteren Ich kaum ähnlich sieht. Zwar wurde an Levitts Gesicht etwas herumgebastelt, allerdings kann man sich nicht vorstellen, dass in 30 Jahren das Gesicht eines Bruce Willis daraus werden soll. Ansonsten besticht der Film mit seiner Vielschichtigkeit. Neben Science-Fiction-Action, Drama, witzigen Dialogen, Romantik, kann der Streifen vor allem als knallharter Neo-Noir-Thriller überzeugen. Das Spannungselement ist sehr hoch, denn der Film wird nie zu einem reinen Actionmovie inklusive einem Helden, der alle besiegt und die ganze Welt rettet. Auch wenn Bruce Willis ab und zu seinem Stirb Langsam Ruf alle Ehre macht und herumballert was das Zeug hält. Da aber vor allem der junge Joe, die wichtigste und zugleich eine sehr authentische Figur darstellt, schaden die vereinzelten One-Man Shows von Herrn Willis nur geringfügig der Glaubwürdigkeit des Filmes.

Fazit:
Ein actionreicher Science-Fiction Blockbuster mit wenig Inhalt hätte man erwarten können. Herausgekommen ist aber etwas ganz was anderes. Ein gut durchdachtes, spannendes und interessantes Drehbuch wird geschickt in Szene gesetzt. Ebenfalls können die Schauspieler und deren Charaktere überzeugen. Dass das zu Verfügung gestandene Budget nicht allzu hoch war, schadet dem Film keineswegs. So liefert Regisseur Rian Johnson statt einem Actionfeuerwerk, einen anspruchsvollen und vielschichtigen Neo-Noir-Thriller. Dramaturgisch und handwerklich bekommt man hier etwas ganz Starkes zu sehen. Nur über die Tatsache, dass Bruce Willis und Joseph Gorden Levitt die gleiche Person nur unterschiedlichen Alters sein sollen, muss man hinweg schauen. Außerdem wird man wohl einige One-Man Auftritte von Herrn Willis nicht ganz ernst nehmen können.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.5/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 47
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