Geliebte Jane

OT: -  120 Minuten -  Biopic
Geliebte Jane
Kinostart: 16.11.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Geliebte Jane

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Sie ist eine der bedeutendsten englischen Schriftstellerinnen aller Zeiten, und nachdem einige ihrer Romane mit Filmen wie Sinn und Sinnlichkeit oder Stolz und Vorurteil, bereits erfolgreich auf die Leinwand gebracht wurden, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch jemand an eine Biographie von Jane Austen heranwagt. Dies ist jetzt mit Geliebte Jane geschehen, und der Film, der sich am neuen Buch von Jon Spence orientiert, versucht etwas Licht in die frühen Jahre der Schriftstellerin zu bringen. Sein Problem ist dabei allerdings, dass er sich sehr auf ein Ereignis konzentriert, das in den Biographien von Jane Austen meist in wenigen Sätzen abgehandelt wird, und es dabei nicht schafft, etwas Neues zu kreieren. An vielen Stellen wirkt Geliebte Jane genauso inszeniert wie Sinn und Sinnlichkeit oder Stolz und Vorurteíl.

Jane Austens (Anne Hathaway) Mutter (Julie Walters) wünscht sich nur, dass ihre Tochter gut heiratet, denn traditionsgemäß fällt die finanzielle Vorsorge ihres Vaters (James Cromwell) nur auf ihre Brüder, und Jane muss sich durch eine Hochzeit finanziell absichern. Ihr Vater will jedoch nicht, dass Jane ohne Liebe leben muss, und so zwingt er sie nicht zur Heirat, obwohl sich ein zukünftig sehr wohlhabender Mann für sie interessiert. Die Lage wird allerdings auf den Kopf gestellt, als der lebenslustige Ire Tom Lefroy (James McAvoy) für einige Zeit am Land wohnt und beginnt, Jane den Kopf zu verdrehen...

Julian Jarrold geht mit seiner Inszenierung von Anfang an einen Weg, der es einem schwer macht, besonders viel Negatives gegen seinen Film zu sagen, aber gleichzeitg verhindert diese Inszenierung, die stets auf Nummer Sicher geht, auch, dass etwas Großes bei Geliebte Jane herauskommt. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, versteift sich Geliebte Jane nur auf die jungen Jahre von Jane Austen und konzentriert sich ausschließlich auf die Romanze zwischen Jane und Tom, die zwar historisch verbürgt ist, der aber nicht diese Tragweite wie im Film zugesprochen wird.

Dies bedeutet wohl auch, dass man nicht allzu lange warten muss, um in den Genuss der nächsten Jane Austen Biographie zu kommen, die sich dafür um das ganze Leben der berühmten Schriftstellerin kümmert. Geliebte Jane zeigt nur den Anstoß, der Jane zur Autorin machte. Dabei behält der Film stets einen lockeren und amüsanten Rhythmus bei, der die Geschichte eigentlich gänzlich ohne nennenswerten Durchhänger vorträgt. Jedoch fehlt dieser Biographie gerade die Ironie, die zwar von Jane Austen im Film angesprochen wird, aber nie zum Einsatz kommt, die Austens Bücher so auszeichnete.

Unterhaltungswert bietet Geliebte Jane dafür zur Genüge, auch wenn man nicht bestreiten kann, dass sich die Geschichte manchmal etwas im Kreis dreht. Dadurch, dass man beschlossen hat, sich nur auf die junge Liebe von Jane Austen und Tom Leffroy zu konzentrieren, bietet der Film auch wenig Abwechslung, und einige Szenen wiederholen sich auch schon mal. Natürlich wurde alles standesgemäß umgesetzt, doch mangelnde Eigenständigkeit verhindert auch in diesem Punkt etwas wirklich Herausragendes. Die ganze Zeit über ist Geliebte Jane ein netter, kurzweiliger Film, der es aber nie schafft, mehr zu sein.

Anne Hathaway obliegt es dabei, der jungen Jane Austen Leben einzuhauchen, aber so richtig überzeugend ist sie dabei leider nicht. Zwar ist sie durchaus charmant und sympathisch, jedoch versäumt sie es, ihrer Darstellung das gewisse Etwas mitzugeben, und so wirkt sie an manchen Stellen etwas blass. Besonders auffallend ist dies in den Szenen mit James McAvoy, der seinem Tom Leffroy spielend den nötigen jugendlichen Charme mit auf den Weg gibt und als etwas raubeiniger Ire eine tolle Figur abgibt. Auch die Nebenrollen sind sehr gut besetzt, aber die Schwächen bei der titelgebenden Hauptfigur trüben den Gesamteindruck doch ein wenig.

Fazit:
Geliebte Jane ist sicher kein schlechter Film, dazu ist er viel zu kurzweilig und unterhaltsam, aber dadurch, dass er viel von den bekannten Jane Austen Verfilmungen wie Sinn und Sinnlichkeit oder Stolz und Vorurteil kopiert, fehlt ihm an einigen Stellen die Eigenständigkeit, um vollends zu überzeugen. Vor allem weil er letztendlich die große Klasse dieser beiden Verfilmungen nicht erreicht. Auch ist es etwas schade, dass man sich nur auf einen kleinen Teilbereich im Leben der berühmten Schriftstellerin Jane Austen konzentriert hat, und sich so das Geschehen teilweise etwas wiederholt und im Kreis dreht. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern funktioniert dafür sehr gut, und besonders James McAvoy geht in seiner Rolle förmlich auf. Insgesamt ist Geliebte Jane ein netter, aber nicht großartiger Film geworden.

Wertung:
6/10 Punkte

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