Flug 93

OT: -  110 Minuten -  Drama
Flug 93
Kinostart: 01.06.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 15.09.2011
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Filmkritik zu Flug 93

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Im Prinzip kann man davon ausgehen dass jedes dramatische historische Ereignis über kurz oder lang durch eine Leinwandadaption aufbereitet wird. Der Respektsabstand zum 11 September 2001, an dem Terroristen 4 Flugzeuge entführten und Amerika auf nie da gewesene Weise attackierten, dürfte nun erreicht sein. Mit Oliver Stones World Trade Center und Paul Greengrasses Flug 93 flimmern dieses Jahr gleich zwei Filmaufbereitungen dieses heiklem Themas über die große leinwand. Flug 93 überrascht durch sehr erwachsene Herangehensweise und differenzierte Sicht der Dinge und behandelt das Thema 11er September mit Verstand und Weitsicht, ohne deplazierten Pathos. Ob Oliver Stone mit einer ähnlichen unaufdringlichen Inszenierung aufwarten wird, darf man beim Meister der überzogenen politischen Effekthascherei eher bezweifeln.

 

Am 11 September 2001 wurden vier Passagierflugzeuge von Terroristen entführt. Zwei schlugen im World Trade Center ein, und einer traf das Pentagon. Das vierte Flugzeug erreichte sein ziel, das Kapitol in Washington, nie. Die Passagiere revoltierten und brachten das Flugzeug über Pennsylvania zum Absturz. Flug 93 erzählt die Geschichte dieses vierten Flugzeuges.

 

In akribischer Detailarbeit rekonstruiert Paul Greengrass die Hintergründe jeder einzelnen Figur, um sie in seiner Interpretation des Absturzes zu einer kompakten Gruppe zu vereinigen, ohne eine einzelne Person als Helden hervorzuheben. Das beeindruckende an Flug 93 ist die subtile Herangehensweise an diesen heiklen Stoff. Es wäre einfach gewesen auf die Tränendrüse zu setzen und den Anschlag auf das World Trade Center in heroischen Bildern in Szene zu setzen. Statt dessen präsentiert Greengrass uns die Bilder auf ähnliche Weise wie wir sie alle in Erinnerung haben: Auf einem Fernsehbildschirm. Die Wirkung der  Bilder wird auf diese Weise verstärkt und es kommt nicht der Eindruck auf das man nur auf das mitleid der Zuseher setzt, sondern an einer ernsthaften Aufklärung interessiert ist.

 

Die Handlungen an Bord von Flug 93 selbst spielen sich sehr realitätsnah ab und man hat das Gefühl dass es sich so wirklich hätte zutragen können. Es stellt sich als genau die richtige Entscheidung heraus dass ausnahmslos auf unbekannte Gesichter gesetzt wurde. Kein Darsteller hebt sich wirklich aus der Masse hervor, und somit wird die Wirkung der Gruppendynamik noch verstärkt.

 

Am Ende des Films wird sich wohl trotz der Absurdität dieser Idee jeder Zuseher ein Happy end für die entführten Passagiere wünschen. Doch wie zu erwarten stürzt die United 93 am Ende des Films, wie auch in Wirklichkeit ab. Bis zu diesem Zeitpunkt wird dem Betrachter eine atemberaubend spannende Vergangenheitsbewältigung der extraklasse serviert, die trotz offensichtlichem Ende zum Mitfiebern einlädt. Genau auf diese feinfühlige Weise muss man mit solch einem Stoff umgehen!

 

Fazit:

Meisterhaft inszeniertes Drama rund um die Ereignisse des 11. September 2001!

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von lexred
Erstellt: 19.01.2015