Beasts of the Southern Wild (2012)

OT: Beasts of the Southern Wild - 91 Minuten - Drama / Fantasy
Beasts of the Southern Wild (2012)
Kinostart: 21.12.2012
DVD-Start: 07.05.2013 - Blu-ray-Start: 07.05.2013
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Filmkritik zu Beasts of the Southern Wild

„Everyone loses the one that made him.
This evil is supposed to be nature.
The brave have to stay and watch it happen.”

 

Umweltkatastrophen, wirtschaftliches Elend, Erderwärmung, Menschen die abgeschieden von der Bevölkerung leben und ums Überleben kämpfen müssen. Aktuelle Themen, die auch in den Medien große Beachtung finden. Im August 2005 erschütterte die Welt die Nachricht über Hurrikane Katrina, der besonders in Louisiana, Georgia, Florida und Mississippi sein Unwesen trieb. Benh Zeitlin scheinen diese Themenbereiche am Herzen zu liegen, denn er spricht sie in seinem Regiedebüt an und webt daraus mit viel Liebe zum Detail ein kleines, melancholisches und berührendes Meisterwerk. Dabei spielt sich die Geschichte des Dramas im Mississippi-Delta, an einem der Katastrophenorte, ab und wird aus der Sicht eines sechs jährigen Mädchens erzählt.

 

Die kleine Hushpuppy (Quvenzhané Wallis) lebt mit ihrem Vater Wink (Dwight Henry) im Süden Mississippi-Deltas. Sie und ihr Vater nennen den Ort jedoch „Bathtube“ (dt. Badewanne), da das Wasser dort aufgrund der schmelzenden Polarberge stets steigt. Hushpuppy lebt eigenständig in ihrer kleinen Hütte, neben ihr wohnt Wink, der seiner Tochter einen Kampf beibringen möchte - das Leben. Während sich eine Narbe um sein Herz bildet, zieht ein Unwetter auf, das die „Badewanne“ in ein großes Gewässer verwandelt. Langsam merkt Hushpuppy, dass ihr Vater nicht mehr lange leben wird. Um nicht alleine sein zu müssen, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter, die seit Langem verschwunden ist. Zugleich machen sich riesige Urwesen auf den Weg - sie haben es auf Hushpuppy abgesehen. Das Mädchen muss nun tapfer sein und versuchen die aus den Fugen geratene Welt in Stand zu bringen…

 

Auf der Erde hat jeder seine Funktion und seinen Platz. Jeder ist für die Aufrechterhaltung unserer Erde verantwortlich. Verliert jemand seine Position, so müssen die Teile wieder richtig zusammengesetzt werden, sonst entsteht Chaos, denkt Hushpuppy, und genauso hat auch der Filmemacher, Komponist und Animationskünstler Benh Zeitlin die einzelnen Filmelemente passend kombiniert, sodass der Independent-Film bestens auf den Zuschauer wirkt. Dabei hat sich der Regisseur etwas an dem Inszenierungsstil von Terrence Malick orientiert und daraus seine Machart entwickelt. Denn wenn plötzlich immense Urwesen vor einem sechs jährigen Mädchen stehen, dann kann der Zuschauer mit seiner Interpretation der Bilder beginnen. Zumal beweist Zeitlin, der gemeinsam mit Lucy Alibar das Drehbuch verfasste, beim Gestalten der Schauplätze großes Feingefühl. Er erschafft eine detailreiche Welt und vergisst dabei nicht die menschlichen Emotionen.

 

Demnach präsentiert er das Innenleben der jungen Protagonisten indem er sie einfach loserzählen lässt. Hushpuppy offenbart uns somit ihre Gedanken, ihre Gefühle und ihre Ängste. Dadurch liegt stets ein melancholischer Unterton in der Luft, der in Begleitung eines Klaviers und einer Violine erscheint, Einen packt und nicht mehr loslässt. Doch bevor es bedrückend wird, schickt der Regisseur sein Publikum gleich in der Exposition durch ein Feuerwerk der Klänge. Dabei rennt Hushpuppy durch das kleine lebendige Dorf, das von Wasser umgeben ist, und reisst gleich unzählige Instrumente mit sich. Dadurch lässt sie Cello, Viola, Gitarre, Trompete, Saxophon, sowie ein Klavier erklingen.       

 

Durch Hushpuppy’s Narration und den apokryphen Bildern kommt Gesellschaftskritik zum Vorschein. Die oben genannten Themengebiete werden demnach angeführt, bleiben jedoch leider im Hintergrund, und sprechen den Zuschauer nicht direkt an, denn im Endeffekt erzählt der Film die Geschichte aus den Augen eines kleinen Mädchens, welches beweist, dass Kinder manchmal mehr sehen können als Erwachsene. Diese berührende Geschichte einer jungen Heldin hat bereits 2011 den Großen Preis von Sundance gewonnen, sowie die Goldene Kamera in Cannes. Erwähnenswert ist auch der Kameramann Ben Richardson, der die Sichtweise der Protagonistin mit wunderschönen Bildaufnahmen präsentiert. Benth Zeitlins Beasts Of The Southern Wild ist dadurch ein Hingucker und ein Film, der den Zuschauer zum Mitdenken auffordert.

 

Fazit:
Beasts Of The Southern Wild ist der erste Langfilm von Benth Zeitlin und zugleich großes Independent-Kino. Ein kleines Meisterwerk mit visuellen, tonalen und emotionalen Höhepunkten, das besonders anspruchsvollem Publikum gefallen wird. Fans des Independent-Films sollten auf keinen Fall dieses Ereignis verpassen.

 

Wertung:
9/10 Punkte  

Filmering.at
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