![]() ![]() Holy Motors OT: Holy Motors Regie: Leos Carax Drehbuch: Leos Carax Darsteller: Denis Lavant, Edith Scob, Eva Mendes, Kylie Minogue, Elise Lhomeau, Michel Piccoli, Jeanne Disson, Leos Carax, Nastya Golubeva Carax, Zlata Filmstart: 31.08.2012 | Laufzeit: | Drama |
Monsieur Oscar, ein Mann, der sich anhand seiner Arbeit zu definieren scheint, ist ein reicher Geschäftsmann. Täglich steigt er morgens in seine weiße Limousine. Ein anstrengender Arbeitstag steht ihm bevor. Céline (Édite Scob), seine Chaufferin, informiert ihn über den Tagesablauf und fährt ihn von Meeting zu Meeting. Während der Fahrt bereitet sich Monsieur Oscar auf seinen nächsten Job vor. Seine Limousine ist für jede Angelegenheit bestens ausgestatten. Mitten in Paris steigt Oscar, verkleidet als eine alte Frau, aus der Limousine. Seine Aufgabe lautet: betteln. Nach der Ausführung dieser demütigenden Tat steigt er wieder in das Auto. Er hat nun genügend Zeit, um sich für den nächsten Job vorzubereiten. Seine Ausdauer ist nun gefragt, denn in einem Körper-betonenden Anzug muss er mit einem Stab in der Hand Kampfübungen ausführen…
Seine gut durchdachten Bilder entfaltet Carax im Filmverlauf in mehreren Episoden. Es handelt sich um verschiedene Stationen eines Subjekts, welches nicht nur ein Ich, sondern gleich mehrere Identitäten besitzt. Das Individuum wechselt seine Masken öfter als seine Hemden. Von der alten Bettlerin wird er zum Familienvater. Ferner wechselt er zum Stadtmusiker, bis hin zum Auftragskiller. Eine Ruhezeit ist nicht in Sicht - sein wahres Ich schon längst vergessen. Was er lebt sind gesellschaftlich festgelegte Rollen. Rollen, die im gleichen Moment an das Filmdrehen erinnern. Demnach ruft eine Szene Joseph Kosinkis Tron: Legacy (2011) in Erinnerung. Zugleich wird ein Motion Capture-Verfahren gezeigt. Doch wo sind die Kameras? Sie überwachen uns! Sehen können wir sie allerdings nicht.
Der Schauspieler beziehungsweise die Schauspielerin wird also nicht nur als wandlungsreich, anpassungsfähig, sondern auch als Gesangstalent porträtiert. Den fehlenden Aspekt, die Schönheit, fügt Eva Mendes (Last Night, 2010) hinzu, die „Beauty, beauty, beauty, beauty, beauty,...” im Film spielt. Der Name ihres Charakters bleibt im Hintergrund, denn letztendlich ist er nebensächlich. Ein Adjektiv aus dem Mund eines Photographen reicht aus, um diese Figur zu charakterisieren. Dies spricht dramaturgisch gesehen für eine oberflächliche und eindimensionale Figurenzeichnung, doch genau das möchte Leos Carax damit verdeutlichen. Schönheit erhält heutzutage in den Medien eine primäre Stellung. Um jedoch nicht zu gesellschafts- und medienkritisch zu werden und das Publikum damit abzuschrecken, würzt der Regisseur sein Werk mit ein wenig Ironie an den richtigen Stellen. Absurde Bilder und die Auflösung der Identität der „Holy Motors“ sorgen während der gesamten Filmlänge für heitere Stimmung beim Zuseher. Fügt man am Ende die verschiedenen Darstellerporträts zusammen, entsteht außerdem eine Hommage an den Schauspieler / die Schauspielerin, die vom Filmemacher geschickt in die Geschichte des Dramas eingebaut wurde.
Fazit:
Holy Motors von Leos Carax ist ein außergewöhnlicher Film. Er ist selbstreflexiv, gesellschafts- und medienkritisch, überzeugt mit beeindruckenden, einschneidenden, absurden und liebevollen Bildern, begeistert bei genauem Hinsehen emotionales, sowie anspruchvolles Publikum und glänzt zugleich auch als eine Hommage an den Darsteller / die Darstellerin. Da der Film jedoch die Aufmerksamkeit und die Interpretationsfähigkeit des Zuschauers fördert, muss dieser sich auch auf den Film einlassen, ansonsten bleibt Holy Motors ein großes Rätsel. Demnach ist der Film nicht für Zuseher geeignet, die im Kino einfach nur abschalten und sich unterhalten lassen wollen.
Wertung:
9/10 Punkte
Keine Videos gefunden!

| Die Daten werden uns zur Verfügung gestellt von Flimmit.com |















