Siddhartha (1972)

OT: Siddhartha - 89 Minuten - Drama / Mystery
Siddhartha (1972)
Kinostart: 10.08.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
17061
Bewerten:

Filmkritik zu Siddhartha

Von am
Der deutsche Schriftsteller und Maler Hermann Hesse verfasste unzählige Werke, – darunter Unterm Rad (1906) oder Der Steppenwolf (1927) – die noch heute zu Klassikern der Literaturgeschichte zählen. Kein Wunder also, dass viele seiner Werke auf filmischem Wege adaptiert wurden. So auch seine Erzählung Siddartha. Eine indische Dichtung, die Hesse 1922 veröffentlichte. 1972 machte sich dann der amerikanische Regisseur Conrad Rooks an die Verfilmung des Romans, wobei er eine sehr wortgetreue Umsetzung bevorzugte. Anlässlich des 50. Todestages des Schriftstellers am 9. August und sozusagen als Ehrung seines Lebenswerks, wird die Verfilmung von 1972 nun noch einmal in die Kinos gebracht und in diesem Sinne auch dem jüngeren Publikum zugänglich gemacht.

Die Handlung spielt in Indien und begleitet Siddartha (Shashi Kapoor), den Sohn eines Brahmanen, der dem Weg seines Vater folgen soll, sich diesem aber nicht beugen will. Als die Lehre Buddhas immer mehr Anhänger findet und sich auch sein guter Freund seit Kindheitstagen Govinda (Romesh Sharma) diesem anschließt, erkennt Siddartha, dass er seinen eigenen Weg und damit seine eigene Erleuchtung finden muss. Er begibt sich also auf eine Reise, die ihn schließlich völlig mittellos zum Palast der Kurtisane Kamala (Simi Garewal) führt. Diese wird zu seiner Lehrerin, die ihn zum Liebhaber ausbilden soll. So dauert es auch nicht lange, bis die beiden ein Liebespaar werden, doch es zieht Siddartha weiter und so lebt er für viele Jahre zusammen mit dem Fährmann Vasudeva (Zul Vellani). Eines Tages trifft er wieder auf Kamala und ihren gemeinsamen Sohn, der Siddartha als Vater aber nicht akzeptieren will. Nach Vasudevas Tod übernimmt er seine Arbeit und erfährt schließlich wahrhaftige Weisheit.

Hesse behandelt in seiner Erzählung eine weltweit bekannte Grundthematik, die Suche nach dem Sinn des Lebens und der persönlichen Erleuchtung, die so gesehen natürlich zeitlos ist. Hesses Sprachstil, der in Rooks Verfilmung übernommen wurde, ist aber eher poetisch, altmodisch angehaucht und lässt in Anbetracht des veralteten Filmbildes in Verbindung mit der einfachen visuellen Gestaltung die Begeisterung heutiger, effektverwöhnter Kinogänger in Frage stellen. Als Ehrung für den vor 50 Jahren verstorbenen Autor funktioniert Siddartha aber auf jeden Fall, allein schon wegen Rooks Verehrung für den Schriftsteller selbst und seiner romannahen Adaption, mit der er Hesse sozusagen die Treue beweist.

Für seine Romanverfilmung holte sich Regisseur Rooks bekannte, indische Filmstars und drehte an vielen indischen Originalschauplätzen am Ganges – eine Umgebung, welche die Story authentisch macht und visuell angemessen zum Leben erweckt. Durch die starre Orientierung an Hesses Roman, besonders in Bezug auf den sprachlichen Teil, wirkt der Film und vor allem seine Dialoge aber eher steif und gestellt, worunter die, in der Handlung eigentlich thematisierte Spiritualität größtenteils leidet bzw. diese untergeht. Rein optisch gelingt Rooks also die Romanadaption, die spirituelle, ekstatische Stimmung wird aber leider kaum eingefangen. Durch die entstehende Ästhetik des Films, die sich vor allem auch durch weite Landschaftsbilder, historisch anmutende Kulissen und beeindruckende Kostüme ergibt, entsteht aber dennoch eine einzigartige Atmosphäre mit beeindruckenden Bildern, die einen Einblick in die frühere, indische Kultur bieten.  

Fazit:
Conrad Rooks Verfilmung des Romans Siddartha. Eine indische Dichtung von Hermann Hesse, die 1972 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, kommt nun anlässlich des 50. Todestages des Schriftstellers wieder in die heimischen Kinos. Mit seiner nahen Anlehnung an die literarische Vorlage dürfte Rooks Adaption besonders Hermann Hesse-Anhänger sowie Freunde der indischen Kultur begeistern. In seiner Grundthematik, der Suche nach der Erleuchtung und dem Sinn des Lebens, findet sich aber wohl jeder irgendwie wieder, der Unterhaltungsfaktor leidet aber ab und zu unter der statischen Ausstrahlung des Films und seinem altmodischen Charakter.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
100%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!