Wintersonnenwende - Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts (2007)

OT: The Seeker: The Dark Is Rising - 95 Minuten - Fantasy
Wintersonnenwende - Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts (2007)
Kinostart: 12.10.2007
DVD-Start: 20.09.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
1705
Bewerten:

Filmkritik zu Wintersonnenwende - Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts

Von am

David L. Cunningham ist im Filmgeschäft noch eher ein unbeschriebenes Blatt, aber um das zu kompensieren, dürften ihm die Produzenten den Drehbuchautor John Hodge an die Seite gestellt haben, der sich unter anderem für das Drehbuch zu Trainspotting verantwortlich zeigt. Dieser hatte nun die Aufgabe, die beliebte Kinderbuch-Fantasyreihe The Dark is Rising von Susan Cooper für die Leinwand zu adaptieren. Leider ist der Film auch nur etwas für Kinder geworden, denn den Erwachsenen wird bei der völlig überraschungsfreien Geschichte etwas langweilig werden. Und wenn Wintersonnenwende dann in sein trashiges Finale geht, ist die Luft entgültig draußen.

Will Stanton (Alexander Ludwig) beginnt an seinem 14. Geburtstag nicht nur die gewöhnlichen Anzeichen der Pubertät zu bemerken, er entdeckt auch, dass er einer Gruppe von Kriegern angehört, deren Ziel es ist, den Aufstieg des Dunklen zu verhindern. In den nächsten fünf Tagen nach seinem Geburtstag wird der Reiter (Christopher Ecclestone) immer mehr an Macht gewinnen, um dann am letzten Tag Dunkelheit über die Welt zu bringen. Nur Will kann dies verhindern, denn er ist der Sucher, der nun die sechs Zeichen des Lichts finden muss, um den Reiter zu besiegen...

Beinahe wirkt es so, als hätten sich die Filmemacher, bevor sie mit den Arbeiten an Wintersonnenwende begonnen haben, zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, was denn in letzter Zeit so die erfolgreichsten Fantasyfilme waren. Natürlich ist man da zuerst über die Herr der Ringe-Reihe gestoßen, und als nächstes gleich über die Harry Potter-Filme, die sich besonders gut als Vorbild eignen, weil in dieser Reihe ja auch ein Kind die Hauptrolle spielt. Als letzte Zutat hat man sich dann noch bei Die Chroniken von Narnia bedient, welcher ja bekanntlich auch die Adaption eines Kinderbuches ist. Danach hat man einfach verschiedene Komponenten aus all diesen Filmen zusammengemixt, und fertig ist der Film!

So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass der Reiter aus Wintersonnenwende so aussieht, wie man sich vorstellen könnte, dass Aragorn aus Der Herr der Ringe aussehen würde, wenn er einer der Ringgeister wäre. Und auch ansonsten hat man sich nicht wirklich viel Neues einfallen lassen, sondern sich lieber darauf beschränkt, Altbekanntes leicht verändert zu servieren. Beim Einstieg in den Film funktioniert dies sogar noch mit Abstrichen ganz gut, und wenn auch nichts wirklich Hochwertiges dabei herausgekommen ist, so ist die Einleitung doch zumindest kurzweilig geworden.

Doch danach beginnt die Hülle des Films merklich zu bröckeln. Man schafft es weder, eine gelungene Atmosphäre zu erzeugen, noch eine kohärente filmische Struktur beizubehalten. Viel zu plötzlich macht der Film riesige Sprünge in der Charakterentwicklung, und so wird aus dem anfänglich gewöhnlichen Jungen innerhalb eines Augenblicks ein "Superheld". Dabei schafft man es noch nicht einmal, richtiges Abenteuerfeeling, was einen großen Reiz beim Fantasygenre ausmacht, zu erzeugen. Wie Will die sechs Zeichen des Lichts sucht ist, hart ausgedrückt, völlig uninteressant. Scheinbar ohne jedes Muster springen ihm die Zeichen an den verschiedendsten Orten entgegen, und schon kann er sich, nur mit minimalem Widerstand, das Zeichen nehmen und weitermachen.

Dabei wirkt es sich natürlich besonders tragisch aus, dass keine wirkliche Bedrohung vorhanden ist. Dies liegt vor allem an Christopher Ecclestone, der mehr wie der etwas schräge Nachbar von nebenan als das absolute Böse auf Erden wirkt. Als Bösewicht kann er jedenfalls kein bisschen Flair erzeugen, und so beginnt sich die Geschichte für den Zuseher irgendwann tot zu laufen und uninteressant zu werden. Auch Alexander Ludwig ist da keine große Hilfe, weil er als Hauptdarsteller ganz einfach eine Fehlbesetzung ist und das Publikum in keiner Sekunde mitreißen kann.

Richtig peinlich wird es dann, wenn Wintersonnenwende schließlich auf sein Finale zusteuert und der Film von Minute zu Minute billiger und trashiger wirkt. Hier erinnert die Inszenierung an vielen Stellen an einen schlecht gemachten Fernsehfilm, aber von einem großen Kinoerlebnis ist man weit entfernt. Wenn dann am Ende Will endlich hinter das große Geheimnis kommt und herausfindet, was das mysteriöse sechste Zeichen des Lichts ist, ist der Zuseher wohl in Gedanken längst woanders. Denn jeder, der das Geschehen auch nur ansatzweise verfolgt hat, wird schon lange wissen, wie der Film ausgehen wird. Für Kinder im Alter von ca. 10 Jahren könnte der Film wohl dennoch ein Ereignis werden und als sanfte Einführung in die Welt der Fantasyfilme dienen. Ein paar Jahre später können sich diese Kinder dann bei Der Herr der Ringe ansehen, wie wirklich gute Fantasy gemacht wird.

Fazit:
Wintersonnenwende beginnt, nach einem mit Abstrichen gelungenen Anfang, von Minute zu Minute mehr zu bröckeln, und nimmt sich weder die Zeit, seine Figuren richtig zu beleuchten, noch um die Geschichte zu entwickeln. Die Story beschränkt sich großteils auf die Suche nach den sechs Zeichen des Lichts, aber Abenteuerfeeling kommt dabei in keiner Sekunde auf. Beinahe zufällig springen diese Zeichen der Hauptfigur entgegen, wo diese sie beinahe ohne Widerstand einsammeln kann. Dies liegt vor allem daran, dass der Gegenspieler mehr an einen schrägen Nachbarn als an das Böse auf Erden erinnert, und somit in keiner Sekunde eine Bedrohung entsteht. Da auch der Hauptdarsteller fehlbesetzt ist, fällt dies nicht zu sehr ins Gewicht, aber wenn sich Wintersonnenwende schließlich seinem Finale nähert und dabei immer trashiger und billiger wird, ist das Interesse des Zusehers längst woanders. Vor allem weil das Ende sowieso jeder vorausgesehen hat. Für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren ist der Film wohl dennoch ein netter Einstieg in die Welt des Fantasyfilms.

Wertung:
4/10 Punkte







Filmering.at
Community
Ø Wertung: 4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
100%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!