To Rome with Love (2012)

OT: To Rome with Love - 102 Minuten - Komödie
To Rome with Love (2012)
Kinostart: 31.08.2012
DVD-Start: 10.01.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
17043
Bewerten:

Filmkritik zu To Rome with Love

Von am
Alle Jahre wieder kommt ein neuer Woody Allen-Film in die Kinos und jedes Jahr stehen Schauspielgrößen Schlange, um im neuen Werk des Altmeisters eine Rolle zu ergattern. So sind es dieses Jahr folgende Auserwählte, die es in den Rom-Film des Regievirtuosen schaffen: Alec Baldwin („30 Rock“, „Wenn Liebe so einfach wäre“), Roberto Benigni („Das Leben ist schön“), Penelope Cruz („Vicky Cristina Barcelona“), Judy Davis („Marie Antoinette“), Jesse Eisenberg („The Social Network“), Greta Gerwig („Arthur“), Ellen Page („Juno“) und Alison Pill („Midnight in Paris“) um nur einige zu nennen. Außerdem tritt Woody Allen das erste Mal seit „Scoop“ wieder selbst in einem seiner Filme auf.

 

In „To Rome with Love“ geht es um eine Reihe von Beziehungen, die allesamt in Rom ihren Ursprung nahmen oder dort auf die Probe gestellt werden. So ist der bekannte Architekt John (Alec Baldwin) im Urlaub und wandert durch die Straßen Roms, auf der Suche nach seiner alten Wohnung, die er zur Zeit seines Studiums in Rom bewohnte. Der Architekturstudent Jack (Jesse Eisenberg) erkennt ihn und lädt ihn zu sich nach Hause auf eine Tasse Kaffee ein. Dort treffen sie auf Jacks Freundin Sally (Greta Gerwig), die die baldige Ankunft ihrer Freundin Monica (Ellen Page) verkündet. Des Weiteren kommen die Eltern (Woody Allen und Judy Davis) von Hayley (Alison Pill) nach Rom, um die Familie ihres zukünftigen Schwiegersohns Michelangelo (Flavio Parenti) kennenzulernen. Währenddessen erlangt der Durchschnittsrömer Leopoldo (Roberto Benigni) plötzliche Berühmtheit und das frischvermählte Paar Antonio (Alessandro Tiberi) und Milly (Alessandra Mastronardi) begibt sich voneinander getrennt auf unvorhergesehene Pfade.

 

Der Film teilt sich in vier Episoden: In der ersten kommt der Star-Architekt John (Alex Baldwin) wieder zurück zu seiner einstigen Studentenbude, die mittlerweile von Jack (Jesse Eisenberg) und Sally (Greta Gerwig) bewohnt wird. Nachdem Sally ankündigt, dass ihre Freundin Monica (Ellen Page) die beiden für einige Zeit besuchen wird, warnt sie Jack schon vor der einnehmenden Art Monicas, doch im Gegensatz zu Sally scheint er sich keine Sorgen darüber zu machen, dass er Monicas Charme erliegen könnte. In weiterer Folge begleitet John, aus welchen Gründen auch immer, Jack fortwährend und fungiert quasi als Jacks „Gewissen“, da er selbst schon einige Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht hat und diese durch ihn erneut durchlebt.

 

Alec Baldwin steht die Rolle des teilnehmenden, aber nicht wirklich eingreifenden, Beobachters sehr gut und ihm gelingt es, seine Weisheiten glaubhaft und vor allem unterhaltsam an den Mann bzw. die Frau zu bringen, obwohl er selbst zu wissen scheint, dass er nicht den geringsten Einfluss auf seinen „Schützling“ hat. Dieser merkt aber nach und nach, dass sich dessen Äußerungen immer weiter bewahrheiten, ohne ihnen daraufhin mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Jesse Eisenberg liefert in seiner Rolle eines Studenten, dessen Begierde nach der verbotenen Frucht Monica stetig wächst, eine solide Leistung ab, wird aber auch nicht sonderlich gefordert. Ein weitere hervorzuhebende Darstellung ist wohl die Darbietung von Ellen Page, die ihre Figur als verführerische, weltoffene, (pseudo-) intellektuelle und trotzdem liebenswürdige Jugendliche auf der Suche nach Anerkennung portraitiert, von der man noch gerne mehr gesehen hätte.

 

In der Episode, der Woody Allen selbst beiwohnt geht es um ein älteres Ehepaar, das seine Tochter Hayley (Alison Pill) in Italien besucht, um ihren Verlobten Michelangelo (Flavio Parenti) und seine Familie kennenzulernen. Woody Allen, der hier seit langem wieder einmal selbst vor der Kamera steht, spielt wie in früheren Zeiten eine ähnliche Rolle, die er in den meisten seiner Filme einnimmt, sprich einen älteren, intellektuellen, von sich selbst eingenommenen, gescheiterten, aber sich nicht damit zufrieden geben wollenden Amerikaner und er macht seine Arbeit immer noch gut. Hervorragend ist auch Fabio Armiliato, im realen Leben ein berühmter italienischer Tenor, der im Film einige sehr unterhaltsame Szenen beisteuert.

 

In einer weiteren Episode kommt der Durchschnittsitaliener Leopoldo (Roberto Benigni) über Nacht zu unerwarteter Berühmtheit. Schien sich zuvor noch keiner für seine Theorien oder seinen Filmgeschmack zu interessieren, will nun plötzlich ganz Italien darüber Bescheid wissen, was er am liebsten frühstückt. Roberto Benigni mimt den medialen Shootingstar ausgezeichnet und wird von Woody Allen von einer überspitzten Mediendarstellung in die nächste geschickt. In dieser und der vorher erwähnten Episode sind die zentralen Anknüpfungspunkte der Ruhm bzw. die Berühmtheit, wie man damit umgehen kann, wie man sich dabei verändert und wie schnell alles wieder vorbei sein kann.

 

Die noch ausstehende Episode beleuchtet dieses Thema ebenfalls, wenn auch aus anderer Perspektive. Das junge Ehepaar Antonio (Alessandro Tiberi) und Milly (Alessandra Mastronardi) reist nach Rom, damit Antonio Milly seinen einflussreichen Verwandten vorstellen kann und wenn alles glattläuft, einen gut bezahlten Job an Land ziehen kann. Doch wie der Zufall es so will, verirrt sich Milly in der Großstadt und als sei dies noch nicht genug, verwechselt die Prostituierte Anna (Penelope Cruz) auch noch die Zimmernummer ihrer Kunden und landet im Zimmer von Antonio. Erwähnenswert ist hier vor allem Penelope Cruz, die in ihrer Rolle förmlich aufgeht und deren Figur sichtlich Spaß daran hat, sich in die sonst so spießige Welt der vornehmen Leute zu begeben und diese ein wenig aufzumischen.

 

Der Film als Ganzes, dessen vermeintliche Hauptthemen Liebe - verschiedene Auswüchse und Interpretationen davon - und der Wunsch nach Anerkennung, fast ein wenig in den Hintergrund rücken, um als roter Faden den Film zu durchziehen, wird von einem Gag-Feuerwerk sondergleichen, bei dem nur selten ein Witz nicht zündet, begleitet und trotz der Dauer von 110 Minuten hat der Film eigentlich keine wirklichen Längen und hätte ruhig noch ein wenig länger sein können.

 

Alles in allem ist „To Rome with Love“ eine originelle Komödie, die mit einem bemerkenswerten Cast aufwartet, der auch in der atemberaubenden italienischen Hauptstadt zu überzeugen weiß. Sie reicht zwar nicht ganz an die besten Werke Allens heran, muss sich aber trotzdem nicht verstecken, denn selbst ein durchschnittlicher Woody Allen-Film ist immer noch besser als eine Hollywood-Komödie nach Schema F, die zwar vermutlich mehr Leute in die Kinos zieht, aber dafür schnell wieder vergessen sein wird.

 

Fazit:
Mit „To Rome with Love“ ist Woody Allen sein witzigster und unterhaltsamster Film der letzten Jahre gelungen und man darf gespannt sein, was er sich für seinen nächsten Film - der Gerüchten zufolge in München spielen soll - einfallen lässt. „To Rome with Love“ ist also mit Sicherheit einen Kinobesuch wert und nicht nur Fans des Stadtneurotikers werden bei dem Film auf ihre Kosten kommen, denn auch wenn noch Luft nach oben ist, zieht der neue Allen-Film so schnell gegen keine Hollywood- Komödie den Kürzeren.

 

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 4
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
50%
6 /10
50%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Whatever Works (2009)
Blue Jasmine (2013)
Magic in the Moonlight (2014)
Tall Dark Stranger - Ich sehe den Mann deiner Träume (2010)
Im Bann des Jade Skorpions (2001)
Schmalspurganoven (2000)
Manhattan Murder Mystery (1993)
Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten (1972)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von The Godfather
Erstellt: 09.09.2012