Familientreffen mit Hindernissen (2011)

OT: Le Skylab - 113 Minuten - Komödie
Familientreffen mit Hindernissen (2011)
Kinostart: 10.08.2012
DVD-Start: 17.01.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
16989
Bewerten:

Filmkritik zu Familientreffen mit Hindernissen

Von am
Es ist eine Situation, die wohl jeder von uns kennt und die von vielen von uns oft mit gemischten Gefühlen erwartet wird – das alljährliche Zusammenkommen der ganzen Familie. Hier treffen oft die verschiedensten Charaktere aufeinander und nicht selten bedeuten diese Zusammenkünfte hauptsächlich Stress und Diskussion. In Julie Delpys neuester Komödie Familientreffen mit Hindernissen wird der Zuschauer in ein eben solches Szenario entführt und hat so Teil an intimen Gesprächen und hitzigen Familienstreitereien, aber auch herzlichen Begegnungen. Dabei schafft es die Französin, viele kleine, ehrliche Geschichten zu erzählen, ohne dabei gezwungen komische und damit übertriebene Situationen zu konstruieren.

Die Geschichte begleitet die junge Albertine (Lou Avarez) und ihre Erinnerung an den Sommer 1979, in dem die ganze Familie aus allen Ecken Frankreichs zusammenkam, um den 67. Geburtstag der Großmutter Mamie (Bernadette Lafont) an einem friedlichen Wochenende zu feiern. Da die einzelnen Familienteile aber sowohl in Erziehung, Lebensstil oder aber auch politischer Einstellung grundverschieden sind, ist die ein oder andere Unstimmigkeit schon vorprogrammiert. Albertines Eltern Anna (Julie Delpy) und Jean (Eric Elmosnino) beispielsweise sind eher links eingestellt und geraten dadurch mit Onkel Roger (Denis Ménochet) beim gemeinsamen Familienessen in einen lauthalsen Streit. Nebenbei soll an diesem Wochenende auch der Satellit „Skylab“ irgendwo auf der Erde abstürzen, was vor allem Albertine in seinen Bann zieht. Ein Wochenende voller gemeinsamer Aktivitäten und Spaß, aber auch Streit umgibt das Familienfest, welches die einzelnen Mitglieder zwar teilweie an ihre sozialen Grenzen treibt, die Familie letztendlich aber nur noch mehr zusammenschweißt.

Die Schauspielerin und seit ihrem Regiedebüt 2 Tage Paris auch als Regisseurin zu respektierende Französin Julie Delpy umgeht in ihrer Verfilmung einer sehr lebensnahen Situation die typischen Begebenheiten, die sich vor allem in Vorbildern aus dem Hause Hollywood oft überspitzt wiederfinden. Es gelingt ihr verschiedene Rollentypen deutlich zu markieren, wie zum Beispiel den ulkigen Onkel Hubert, gespielt von Delpys Vater Albert Delpy, mit dem sie auch schon in 2 Tage Paris sowie der Fortsetzung 2 Tage New York, zusammenarbeitete. Dabei verfängt sie sich aber nie in Stereotypen oder Rollenklischees, was ihre Figuren einzigartig und mit ihren Eigenheiten nachvollziehbar und meist auch liebenswert macht.

Was Delpys Komödie besonderen Charme verleiht, ist der Wechsel zwischen der kindlichen Perspektive von Albertine, aus deren Sicht man das Geschehen meist erlebt, dem lockeren, situationsgegebenen Humor, der vor allem zwischen den „Zeilen“ zur Geltung kommt und den durchaus ernsten Gesprächen der Erwachsenen. Auch die Nebenhandlung des bevorstehenden Absturzes des Satelliten, der vor allem in Bezug auf Albertines Blickwinkel metaphorisch für das langsam aber sicher bevorstehende Erwachsenwerden und ihre Angst sowie Neugierde davor steht, stellt einen innovativen Handlungspunkt innerhalb der Geschichte dar und zeigt in diesem Sinne im familiären Rahmen das Platzeinnehmen innerhalb der Familie sowie die Geborgenheit innerhalb dieser.

Fazit:
Mit Familientreffen mit Hindernissen schafft die französische Schauspielerin ein weiteres Highlight ihrer Regiekarriere, indem sie auf ungezwungene und humorvolle Weise, das Zusammentreffen einer Familie und damit ganz unterschiedlicher Charaktere thematisiert. Dies betrachtet sie aber größtenteils mit den Augen eines jungen, heranwachsenden Mädchens und lässt die Geschichte und Pointen somit zwischen jugendlicher Neugierde und Erwachsenendiskussionen wechseln. Eine Komödie, die in französischem Stil an die ein oder andere Familiensituation aus dem eigenen Leben erinnert und ohne viel Action, dafür umso mehr Charme und Witz für sich gewinnt.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
100%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Hriss Zagoudis
Erstellt: 06.09.2012