Café de Flore (2011)

OT: Café de Flore - 120 Minuten - Drama / Romanze
Café de Flore (2011)
Kinostart: 27.07.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Café de Flore

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Regisseur Jean-Marc Vallee (C.R.A.Z.Y.) liefert uns eine traumähnliche Irrfahrt durch zwei unterschiedliche Liebesgeschichten, die auf einer mystischen und musikalischen Ebene zueinanderfinden. Es handelt sich um ein erfrischend anderes Leinwanderlebnis mit schönen Momenten, welches aber sicher nicht jeden überzeugen kann.


Im heutigen Montreal wird uns DJ Antoine (Kevin Parent) vorgestellt, der nun mit seiner neuen leidenschaftlichen Liebe Rose (Evelyne Brochu) ein scheinbar glückliches Leben führt. Seine zwei Töchter sind aus der ersten Ehe mit Carole (Héléne Florent), welche immer noch schwer mit der Trennung zu kämpfen hat. Eine Tatsache die Antoine, trotz seines neuen Glücks schwer zu schaffen macht. Man bekommt in stückchenhaften Rückblenden zu sehen, wie er seine neue Flamme (und laut ihm 2. Seelenverwandte) kennenlernt und diese in die Familie einbringt.


Die zweite Story, die immer wieder zwischengeschalten wird, spielt im Paris der 60-er Jahre. Auch hier geht es um eine starke Liebe allerdings zwischen Mutter Jaqueline (Vanessa Paradis) und ihrem 7-jährigen Sohn Laurent (Marin Gerrier), welcher mit dem „Down-Syndrom“ geboren wurde. Die zwei verbindet ein scheinbar unzerreißbares Band, bis zu dem Tag, an dem sich der Junge in eine Klassenkollegin, die an derselben Krankheit leidet, verliebt, und beginnt sich von der Mutter zu lösen.

 

Während Carole in der gegenwärtigen Geschichte immer mehr in ihrem Leid versinkt, verfällt sie in fieberhafte Traumzustände und Halluzinationen, in denen sie scheinbar Jaqueline sieht. Eine Vermischung von Raum und Zeit, die jede Menge Interpretationsmöglichkeiten zulässt. Ein weiterer Punkt, der die Geschichten verbindet, ist das Lied Café de Flore welches einmal in der Originalversion von Matthew Herbert in der Paris-Story auftaucht und dann noch einmal als Pop/Lounge-Remix in der Gegenwartsgeschichte. Als gelungenen Kunstgriff kann man ebenso den restlichen Soundtrack bezeichnen. Der Film erscheint als Ganzes sehr musikbezogen. Er lässt sich sogar selbst eher als Lied lesen. Laute, intensive Bilder wechseln sich bis zum Schluss immer wieder mit leiseren, zurückhaltenderen Einstellungen ab. Wenn man den Film erleben will, ist man angehalten, einen derartigen Zugang zu finden. Während manche Szenen dazu neigen, den Film langatmig zu machen, gibt es andere, sehr gelungene emotionsstarke Momente.
 
Vor allem in der Mutter-Sohn Geschichte hat man diesbezüglich viel rausgeholt, was nicht zuletzt an der grandiosen Leistung von Paradis liegt, die sich hier wirklich auch schauspielerisch begabt zeigt. Um die Geheimnisse des Filmes zu lüften bedarf es einer gehörigen Portion Aufmerksamkeit des Zusehers, falls dieses überhaupt möglich ist. Das Gefühl macht sich breit, dass man hier mit der Liebe und allen Werten die mit ihr zusammenhängen, wie Eifersucht und Loslassen, spielt und dies durch Bilder und Musik veranschaulicht. Ein kunstvolles Projekt, das als solches gesehen auch gelungen ist, jedenfalls wenn man keinen Wert auf eine solide Story legt.

 

Fazit:
Wer offen für Neues ist, hat die Chance einen schön gemachten, mystisch angehauchten Film zu erleben. All diejenigen die klare, definierte Stories und Helden brauchen, sollten die Finger von dem Streifen lassen. Es sei dennoch gesagt, dass sowohl die Besetzung, als auch der Soundtrack alleine, den Film bereits sehenswert macht. Evelyne Brochu drückt aus, warum man ihn sehen solllte: „Aus Liebe zur Musik. Aus Liebe zum Kino. Für die Liebe an sich.“

 

Wertung:
7/10 Punkte

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