Ralph reicht's (2012)

OT: Wreck-It Ralph - 101 Minuten - Zeichentrick
Ralph reicht
Kinostart: 06.12.2012
DVD-Start: 04.04.2013 - Blu-ray-Start: 04.04.2013
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Filmkritik zu Ralph reicht's

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Als Videospielfigur hat man es nicht leicht. Täglich der selbe Ablauf, kein eigener Wille und eine bestimmte Rolle aus der man nicht schlüpfen darf. Wenn es dann auch noch die Rolle des Bösewichtes ist und man minütlich vermöbelt wird, dann ist der Wunsch nach Veränderung nur verständlich. Na sind wir froh, dass es nur Videospielfiguren sind und daher keine Gefühle haben. Richtig? Falsch! Zumindest nicht in der Welt von Walt Disney. Und schon gar nicht in der Welt von Rich Moore, der sich der Herausforderung stellte, eine neue Welt zu erschaffen in der Videospielfiguren wie wir Menschen lachen, weinen, lieben und für ein besseres Leben kämpfen.

Jetzt reichts aber wirklich! Tagein, tagaus muss Ralph den Bösewicht mimen und in dem 8-Bit-Videospiel „Fix-it Felix Jr.“ die Rolle des Zerstörers spielen. Und natürlich haben ihm die Programmierer einen Kontrahenten zurechtgepixelt, der alles besser kann, schneller ist und immer die Lorbeeren erntet: Felix Jr., der freundliche Handwerker, der alles im Nu repariert und mit Medaillen behängt wird, die Ralph so gerne hätte. So bleibt Ralph nichts anderes übrig als nachts, wenn die Lichter in der Spielhalle ausgehen, sein Glück in einem anderen Arcadespiel zu suchen, um endlich auch einmal eine der begehrten Medaillen in den Händen zu halten...

Nach den durchaus erfolgreichen aber jetzt nicht gerade denkwürdigsten letzten Walt Disney Produktionen: „Rapunzel – neu verföhnt“ und“ Winney Puuh“ ist ihnen endlich wieder ein richtiger Volltreffer gelungen. Ralph reichts bietet einfach alles was ein guter, moderner Animationsfilm braucht. Unglaublich liebevolle Figuren, eine gute Geschichte, Humor der sowohl Alt wie auch Jung zum Lachen bringt und dabei kommt die emotionale Eben nie zu kurz. Dabei bietet der Film noch einige neue Innovationen. So ist es bisher noch nie dagewesen, dass die Animationen einerseits eine unglaublich hohes technisches Niveau aufzeigen und anderseits total simpel und altmodisch erscheinen. Denn da „Fix it Felix, jr“ ein ziemlich altes Computerspiel ist (extra für den Film erfunden), mussten auch die Figuren und die Welt darin, den Zeitgeist treffen. Allerdings schmuggelt sich der Hauptcharakter ja auch in andere modernere Videospiele wo man seine Zurückhaltung ablegen, und das ganze technische Potential ausschöpfen kann. Allein schon mit diesem Abwechslungsreichtum an unterschiedlicher Animationsbreite kann der Film köstlich unterhalten.

Sehr gelungen sind auch die verschiedensten Computerwelten in die sich Ralph begibt. Sei es sein eigenes Computerspiel „Fix it Felix, jr.“, oder die düstere Welt des Spieles „Hero`s Duty“, oder das zuckersüße Autorennspiel „Sugar Rush“. Alle bieten intelligente Ideen und umwerfend viel Gespür fürs Detail. Vor allem aber kann Ralph reichts auf der Gefühlsebene überzeugen. Sowohl der mürrische, gutherzige Ralph wie auch die reizende, großmäulige Boo sind köstlich gezeichnet und Figuren die sofort Sympathie, Mitgefühl und Spaß beim Zuseher hervorrufen. Mit frechem, augenzwinkerndem Humor können sie den ganzen Film lang unterhalten. Doch die beiden Charaktere repräsentieren wiederum auch den moralischen Aspekt der in keinem Walt Disney Film fehlen darf. Denn verbunden durch ihr beider Schicksaal als Außenseiter abgestempelt zu sein, erlangen sie durch ihr gemeinsames Abenteuer zu der Erkenntnis, dass Freundschaft wichtiger ist, als Anerkennung und Ruhm. Dabei gelingt es dem Film vortrefflich, diese und auch noch andere wichtige Botschaften den Zuseher berührend näher zu bringen, trotzdem aber seine Lockerheit zu behalten und nie inszeniert zu wirken.

In seiner Gesamtheit wirkt der Film nicht ganz so gewaltig wie etwa „Shrek“ oder „Ice Age“. Was daran liegen könnte, dass das Abenteuer zwar durchaus gelungen inszeniert ist, es aber nicht ganz die „Kapazität“ und den Spannungsgrad beider genannten Filme erreichen kann. Geschweige denn jenen des bis heute noch immer unübertrefflichen Meisterwerkes „König der Löwen“. In Wahrheit kann man aber einfach nicht viel aussetzen an Ralph reichts. Und besonders Computerspielexperten werden ihre Freude haben. Zahlreiche bekannte Game Klassiker wie "Pac-man", "Q*bert", „Mario Bros.", „Sonic der Igel“, „Street Fighter" und „Altered Beasts", haben ihren Auftritt und lassen einen von den vergangenen aber vielleicht auch noch gegenwärtigen Spielerlebnissen träumen. Aber egal ob Computerspielexperte oder nicht und egal in welchen Alter man ist. Bei Ralph reichts ist für jeden etwas dabei. Sicherlich einer der besten und unterhaltsamsten Walt Disney Filme.

Fazit:
Herzerwärmend, erfrischend, neu und dabei auch noch sehr witzig. All dies kann man ohne Zweifel über den neuen Walt Disney Film sagen. Hier stimmt einfach alles und zum Aussetzen findet man kaum etwas. Ein Film der vielleicht in seiner Gesamtheit nicht ganz die enorme Kapazität von Filmen wie „Shrek“ oder „Ice Age“ hat, sich aber trotzdem nicht dahinter verstecken braucht. Einfach ein riesen Spaß für die ganze Familie und noch mehr.

Wertung:
9/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 16
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