![]() ![]() Django Unchained OT: Django Unchained Regie: Quentin Tarantino Drehbuch: Quentin Tarantino Darsteller: Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Christoph Waltz, Kerry Washington, Jamie Foxx, Zoe Bell, James Remar, Don Johnson, Walton Goggins, Bruce Dern Filmstart: 18.01.2013 | Laufzeit: | Drama-Western |
Die Südstaaten der USA, zwei Jahre vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges: Die Unterdrückung der Schwarzen durch die Weißen befindet sich auf dem Höhepunkt. Django (Jamie Foxx) ist ein Sklave, der von seiner Frau Broomhilda (Kerry Washington) getrennt wurde und nun durch das Land geschleppt wird. Doch sein Leben ändert sich, als plötzlich der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) auftaucht und ihn befreit. Django kennt die Gesichter der Brittle-Brüder und soll ihm helfen sie zu töten und das Kopfgeld zu kassieren. Da er seine Sache so gut macht bietet ihm Schultz einen Deal an: Sie gehen gemeinsam auf Kopfgeldjagd, dafür bekommt Django später seine Freiheit und Schultz hilft ihm seine Frau zurück zu bekommen. Doch das erweist sich als schwieriges Unterfangen, befindet sie sich doch im Besitz des skrupellosen Plantagenbesitzers Candie (Leonardo DiCaprio)...
Der Grund warum dies bei Tarantino so gut funktioniert ist, dass man einfach spürt, dass es ihm unglaublich viel Spaß macht Filme zu machen. Man erkennt bei Tarantino keine Müdigkeit, keine Verbissenheit, sondern man merkt, dass er immer noch wie ein Kind im Spielzeugladen agiert, wenn er seine Filme zusammenbaut. Das führt auch zu seiner großen Stärke: Humor. Django Unchained, ist genau wie die meisten Tarantino Film unglaublich witzig, ohne dass er dafür jede Ernsthaftigkeit über Bord werfen müsste. Man hat nicht das Gefühl, dass die Story oder die Figuren verraten wurden um einen schnellen Lacher zu erzwingen. Stattdessen führen die durchgeknallten und aberwitzigen Charaktere völlig selbstverständlich zu schrägen Situationen in denen man sich das Lachen nicht verkneifen kann.
Ähnlich wie Inglourious Basterds ist auch Django Unchained ein fiktiver Rachefilm mit historischen Bezügen. Zwar treibt es Tarantino bei Django Unchained mit diesem Aspekt nicht ganz so weit, wie bei seiner Abrechnung mit dem Nationalsozialismus, aber Django Unchained ist zumindestens vom gleichen Schlag. Man merkt förmlich wie es Tarantino genießt einen Sklaven zum Helden zu machen und mit welcher Freude er die Ungerechtigkeit gegenüber den Schwarzen rächt. Zahlreiche Weiße kommen dabei allerdings nicht allzu gut weg: Tarantino inszeniert die Südstaatler als Vollidioten, die irgendwo zwischen ewigen Kindern, dummen Schulschlägern und tollpatschigen Dumpfbacken hin- und herpendeln. Aber gerade in der comichaften Überzeichnung der Charaktere verbirgt sich jene Magie, die Django Unchained zu einem großartigen Blaxploitation-Spaghetti-Western werden lässt.
Aber: Das ist jammern auf hohem Niveau und letzten Endes ist Django Unchained ein radikaler Mix, der einfach nur Spaß machen will und genau das auch tut. Tarantino-Fans werden mit Sicherheit zufrieden sein und besonders die Darsteller zeigen sich einmal mehr von ihrer allerbesten Seite. Christoph Waltz ist erneut eine Offenbarung und brilliert als liebenswerter, eloquenter Kopfgeldjäger mit gutem Herzen, Samuel L. Jackson überzeugt in einer schrägen Nebenrolle und sowohl Leonardo DiCaprio, als auch Don Johnson spielen ihre unterschiedlichen Plantagenbesitzerfiguren mit viel Freude und einigen verborgenen Gustostückerln. Auch Jamie Foxx fügt sich perfekt ein, bekommt einige herausragende Szenen und trägt souverän durch den Film. Kurz: Wie man es von Tarantino erwartet ist der Cast absolut grandios und natürlich überzeugt der Film auch durch seine geschickte Musikauswahl. Wie gesagt: Tarantino-Fans werden sich freuen, Gegner werden weiter lästern - es ist also alles wie immer.
Fazit:
Quentin Tarantino läuft zwar weiterhin seinem nächsten Meisterwerk hinterher, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass auch Django Unchained ein höchst unterhaltsamer und stilsicherer Film geworden ist, der seine Fans mit Sicherheit zufrieden stellen wird. Der Blaxploitation-Spaghetti-Western mischt Komödie, brutales Sklavendrama, Rachethriller und garniert all dies mit einer Vielzahl an wunderbaren Charakteren, tollem Soundtrack, großartigen Bildern und vor allem einem umwerfenden Cast. Jamie Foxx trägt souverän durch den Film, zum Showstealer werden aber vor allem die Nebendarsteller rund um den überragenden Christoph Waltz. Lediglich im letzten Drittel geht der simplen Story etwas die Luft aus und es ist schade, dass es Tarantino nicht gelingt die Figur von Kerry Washington interessanter zu charakterisieren. Doch trotz den kleinen Problemchen ist Django Unchained ein ausgezeichneter Unterhaltungsfilm, der die Tarantino-Fans mit Sicherheit glücklich machen wird.
Wertung:
8/10 Punkte

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