360 (2011)

OT: 360 - 110 Minuten - Drama / Romanze
360 (2011)
Kinostart: 24.08.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu 360

Von am
360 Grad hat ein Kreis. Und Fernando Meirelles hat sich wohl bei seinem neuen Film von den unterschiedlichsten Assoziationen damit inspirieren lassen, denn sie finden sich sowohl im Plot als auch in der Filmstruktur wieder. Ein, das Leben spiegelnder Film, der mit Staraufgebot punktet und trotz wenig Action ein sehenswertes Leinwanderlebnis abgibt. Verschiedene Schicksale werden raffiniert miteinander verknüpft, liefern dabei Authentizität und animieren zum Nachdenken. Abseits der Mainstream-Linie thematisiert der Film Aspekte wie Kommunikation und globale Verbundenheit im 21.Jhd., die er auf einer publikumszugänglichen Ebene transportiert. Der rote Faden, der sich durch die unterschiedlichen Storys zieht, ist das Motiv romantischer Beziehungen, um welche herum die Geschichten gerahmt sind.

Neun zu einem Kreis verschachtelte Erzählungen, nehmen von Wien aus ihren Lauf. Dort begibt sich die slowakische Frau Mirka (Lucia Siposová) in die Hände des Zuhälters Rocco (Johannes Krisch). Sie soll sich mit ihrem ersten Kunden, dem verheirateten Geschäftsmann Michael Daly (Jude Law) in einer Wiener Bar treffen. Doch Michaels Pläne werden von einem deutschen Kollegen (Moritz Bleibtreu) durchkreuzt, der ebenso in der Bar ist, und die Lage durchschaut. Also entscheidet sich Michael seiner Frau Rose (Rachel Weisz) doch treu zu bleiben und ruft sie darauf hin in London an um ihr seine Liebe mittzuteilen. Rose ist davon so bewegt, dass sie ihre Affäre mit dem brasilianischen Fotografen Rui (Juliano Cazarré) beendet. Etwas zu spät, denn dessen Freundin Laura (Maria Flor) hat den Betrug schon herausgefunden und verlässt Rui kurzer Hand. Sie plant wieder in ihre Heimat Brasilien zu fliegen. Am Weg dorthin lernt sie einen älteren Mann (Anthony Hopkins) kennen. Er ist auf den Weg nach Phoenix um eine Leiche zu identifizieren, die möglicherweise seine verschwundene Tochter ist.

Die beiden tauschen sich aus und können sich, ohne dass es ihnen bewusst wäre, viel mitgeben. Aufgrund eines Schneesturms sitzen sie dann in Denver fest, wo Laura nichts ahnend, auf den frisch entlassenen Triebtäter Tyler (Ben Foster) stößt. Er gefällt ihr auf Anhieb, und sie sieht in ihm eine Möglichkeit sich von ihrem Liebeskummer abzulenken. Doch obwohl sie sich Tyler regelrecht auf den Hals wirft, bleibt er stark, aus Angst rückfällig zu werden. Gleichzeitig kündigt in Paris ein Zahnarzt (Jamel Debbouze) seine (in einer Ehe lebende) Angestellte Valentina (Dinara Drukarova). Er ist unsterblich in sie verliebt, und ringt – nichts ahnend dass sie ebenso empfindet – mit seinem Gewissen. Eine Entscheidung, die nicht notwendig gewesen wäre, denn Valentina hat sich schon von ihrem Mann Sergei (Vladimir Vdovichenkov) getrennt. Sergei muss darauf hin seinen Boss (Mark Ivanir) vom Flughafen holen und ihn mit einer Waffe und dessen Auto nach Wien führen, wo er die Prostituierte Mirka gebucht hat. Während Sergei vor dem Hotel wartet, lernt er Mirkas Schwester Anna (Gabriela Marcinkova) kennen und entscheidet sich ganz spontan, ein neues Leben zu beginnen.

Die ausgeklügelten Storys leben von den grandiosen Schauspielern, die es schaffen, in ihren kurzen Auftritten, sehr viel zu transportieren. Peter Morgans Drehbuch handelt von der Essenz des Lebens, - nämlich den ständigen Fluss. Man könnte sagen, ein Portrait über das Leben selbst, das immer wieder Chancen bietet und uns dazu drängt Entscheidungen zu treffen.

Meirelles hat dabei die Städte bewusst nicht nur von ihren Postkartenseiten gezeigt, was den lebensnahen Effekt verstärkt. Die Schnelligkeit der heutigen Zeit, wurde mit den Bildern der Flughäfen und anderen Fortbewegungsmittel treffend symbolisiert.

Fazit:
Ein Film der nicht nur zeigt, dass wir ständig Entscheidungen fällen müssen, sondern auch beleuchtet, wie schnell und weitreichend deren Auswirkungen sein können. Hätte Michaels Kollege ihn in der Bar nicht gesehen, wäre es nie zu dem Anruf nach London zu Rose gekommen, und alle andern Geschichten wären anders verlaufen. Die Geschwindigkeit der Konsequenzen unseres täglichen Handelns ist schneller denn je, eine Erkenntnis, welche einem nach 360 in Fleisch und Blut übergeht. Ein zeitgenössischer Grundgedanke wurde von Morgan in neun, wunderbar verwebte Geschichten, gezogen und durch Meirelles in treffende und nachhaltige Bilder übersetzt. Bravo!

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 13
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