Capote

OT: -  114 Minuten -  Drama
Capote
Kinostart: 02.03.2006
DVD-Start: 02.01.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Capote

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Biographien von Berühmtheiten sind im Moment groß in Mode in Hollywood. Nach dem letztes Jahr Filme wie The Aviator, Ray und Wenn Träume fliegen lernen bei der Oscarverleihung für Furore sorgten waren dieses Jahr Walk the Line, Good Night, and Good Luck und Capote im Hauptinteresse. Eines zeigt diese Tendenz klar: Biographien sind im Kommen und sie schaffen es mittlerweile sogar anspruchsvolles Kinoerlebnis zu bescheren.

 

Der Schriftsteller Truman Capote (Philip Seymore Hoffman), der durch seinen Roman „Frühstück bei Tiffanys" zu Ruhm gelang und entgegen allen Vorzeichen die ihm seine eigenwillige Art zu sprechen und seine Homosexualität beschert, eine wichtige Nummer in der Hi-Society Szene ist, findet einen Ansatz für einen Zeitungsartikel. In Kansas wurde eine Familie auf brutale Weise ermordet. Die Mörder sind bis jetzt nicht gefasst. Gemeinsam mit seiner Assistentin Nelle Harper Lee (Cathrin Keener) reist er nach Kansas um einen Artikel über die Auswirkungen des Mordes auf die Bevölkerung zu schreiben. Doch als die Mörder Perry Smith (Clifton Collins Jr.) und Dick Hickock (Mark Pellegrino) gefasst werden ändern sich seine Absichten rapide: Er möchte ein ganzes Buch über den Mord schreiben. In Gesprächen mit Perry versucht Truman dessen Leben zu rekonstruieren. Er täuscht ihm Freundschaft vor, hofft aber insgeheim das er zum Tode verurteilt wird damit er ein besseres Ende für seinen Roman „Kaltblütig" hat...

 

Truman Capote wurde bei der Arbeit zu seinem Buch „Kaltblütig" zum Alkoholiker. Zwar machte ihn der Roman zum Absoluten Star der Literatur Szene, allerdings blieb es auch sein letztes vollendetes Werk. In weitern Veröffentlichungen verscherzte es sich der Autor mit seinen Freunden des New Yorker Jetsets und starb am Ende im Jahre 1984 im Alter von 59 Jahren aufgrund seines Alkoholproblems. Dies alles wird in Bennett Millers Film Capote nicht erwähnt, allerdings vermittelt uns dessen feinfühlige Figurenzeichnung das Gefühl das dies alles leicht möglich wäre.

 

Im Gegensatz zu anderen Biographien, die das Leben ihrer Hauptpersonen Schritt für Schritt abarbeiten und deshalb auch öfters abgehackt und ungenau wirken beschränkt sich Capote auf die 6 Jahre im Leben des Autors in denen er „Kaltblütig" schrieb. Dies erweist sich als Glücksgriff für den Film da diese Herangehensweise eine außerordentlich präzise Darstellung seiner Hauptfigur ermöglicht.

 

Der Film steht ganz im Zeichen von Truman Capote und vermittelt uns den Eindruck das sich die ganze Welt nur um ihn dreht. Es wäre schön gewesen wenn man den anderen Figuren auch etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Vor allem die Absichten des Mörders Perrry Smith hätten etwas mehr berücksichtigt werden können. Dies fällt besonders im letzten Drittel des Films auf, nach dem eigentlich alles wesentliche über den Charakter des Autors erzählt wurde. Hier zeigt der Film einige Schwachstellen auf und wirkt künstlich gestreckt. Die Stringenz der Handlung ist nicht mehr auf dem hohen Niveau die zuvor der Fall war.

 

Was Capote wirklich auszeichnet ist vor allem der fein gezeichnete Charakter von Truman Capote der sein gesamtes Selbst reflektiert und die brillante Darstellung durch Phillip Seymore Hoffman. Der zuvor eigentlich nur aus Nebenrollen bekannte Darsteller bekommt in Capote das erste mal die Gelegenheit einen Film zu tragen. Dies gelingt ihm vortrefflich, obwohl ich ihm den Oscar als bester Hauptdarsteller nicht gegeben hätte. Sowohl Heath Ledger, Joaquin Phoenix und David Straithairn wahren meiner Meinung nach besser, auch wenn man Philip Seymore Hoffman seine Genialität nicht absprechen kann.

 

Capote überzeugt durch kühle Bilder und der kalten, berechnenden Darstellung des Truman Capote. Seine Persönlichkeit voller dämonischer Abgründen wird gekonnt in Szene gesetzt und die feinfühlige Charakterzeichnung des Films sucht seines gleichen. Wäre das letzte Drittel des Films besser gelungen dann wäre Capote ein Meisterwerk geworden. So wie er jetzt ist, ist er ein wirklich überzeugender Film, mit grandiosem Hauptdarsteller und hebt sich toll aus der Masse an Biographien heraus, hätte aber mehr werden können.

 

Fazit:

Intelligentes Charakterdrama mit grandios aufspielenden Hauptdarsteller!

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 15
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