Broken Flowers

OT: - 107 Minuten - Komödie
Broken Flowers
Kinostart: 08.09.2005
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 28.10.2011
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Filmkritik zu Broken Flowers

Von am

 

Jim Jarmusch ist bekannt dafür seine Filme fernab von jedem Zuschauerdruck anzusiedeln. Seine Werke werden stets davon geprägt das sie dem Zuseher nicht jedes Handlungsdetail auf dem Silbertablett servieren sondern ihm gewisse Nuancen der Handlung selbst erarbeiten lassen. Somit sind seine Filme stets eine gelungene Abweichung vom Standart und bringen etwas Abwechslung in die mittlerweile fast standardisierte Filmbranche.

 

Don Johnstons (Bill Murray) Leben ist in den letzten Jahre zusehends unspektakulärer geworden. Der ehemalige Frauenheld, der mit Internetgeschäften genügend Geld gemacht hat um Zeit seines Lebens nicht mehr arbeiten zu müssen ist in eine leichenstarreähnliche Lethargie verfallen. Als ihn eines Morgens seine Freundin verlässt und er einen Brief erhält, in dem ihm von einem anonymen Absender mitgeteilt wird das er einen erwachsenen Sohn hat, der nach ihm sucht und ihn in nächster Zeit wohl auch finden wird beschließt er, angetrieben von seinem besten Freund und Nachbarn Winston (Jeffrey Wright), nach der Mutter seines Sohnes zu suchen. Seine Überlegungen ergeben dass 4 Frauen, als Mutter in Frage kommen und die will Don nun besuchen um die Wahrheit herauszufinden...

 

Jim Jarmuschs grandioses Roadmovie rund um Verantwortung und Vergangenheitsbewältigung besticht durch skurrile Ideen und einer wunderbaren Charakterzeichnung. Am Ende weiß Don weder wer die Mutter seines Sohnes ist, noch kann er sich sicher sein seinen Sohn gefunden zu haben. Das einzige dass gewiss ist, ist dass Dons Lethargie durchbrochen ist und er bereit ist Verantwortung zu übernehmen. Somit offenbart uns Broken Flowers eine der interessantesten Charakterentwicklungen der letzten Jahre und lässt das Rätselraten rund um die Wahrheit nach genauerem überlegen in den Hintergrund treten. Der Weg ist das Ziel, und am Ende bringt Don seine Reise weiter als es die Wahrheit je geschafft hätte.

 

Das imposanteste an diesem Film ist jedoch das Jim Jarmusch dem Zuseher viel zutraut. Anstatt jede Gefühlsregung zu erklären überlässt er die Charakterentwicklung nur Bill Murrays grandiosem Ausdruck und verzichtet auf unnötige Worte. Auch die Auflösung des Rätsels überlässt er voll und ganz dem Zuseher. Dieser herrlich unaufdringliche Stil passt sich wunderbar in das Gesamtkonzept des Films ein und bringt den Zuseher noch näher an die ohnehin bereits sehr plastischen Figuren heran.

 

Mit Broken Flowers ist Jim Jarmusch ein Meisterwerk des modernen Kinos gelungen. Zwar wird die offene Erzählweise sicher nicht jedermanns Geschmack sein, allerdings entwickelt die Geschichte eine enorme Kraft für alle die sich darauf einlassen. Broken Flowers ist voller lieblicher Details und jeder Zuseher wird die rudimentären Hinweise zu den Charakteren anders deuten. Somit besitzt der Film zwar keine episch vorgetragene Story, aber er inspiriert den Betrachter dazu sich seine eigenen Gedanken zu machen und die Geschichte mit Hilfe der Hinweise im Kopf weiter zu spinnen. Gerade dieses intelligente Umgehen mit der Fantasie des Zusehers verleiht dem Film wahre Größe!

 

Insgesamt gesehen wird Broken Flowers wohl von jedem anders aufgenommen werden, da er viel der Fantasie des Zusehers überlässt. Wer sich allerdings darauf einlässt wird viel Vergnügen daran haben die hinweise die Jim Jarmusch geschickt gesetzt hat zu deuten um sich seine eigene Interpretation der Geschichte zu erarbeiten. Diese freie Interpretationsmöglichkeit beschränkt sich allerdings nicht nur auf den groben Ausgang des Films, sondern breitet sich auf die gesamte Handlung mitsamt all seinen skurrilen Charakteren aus. Die Figuren des Films werden dem einen mehr, dem anderen weniger in Erinnerung  bleiben, gegen einen wird sich allerdings keiner wehren können: Bill Murrays liebevolle und feinfühlige Darstellung wird lange im Gedächtnis bleiben und jeder der Broken Flowers gesehen hat wird sich wohl dabei erwischen ab und zu wieder an Don Johnston zu denken.

 

Fazit:

Ein großartiger Film, für alle die Urlaub vom Hollywoodeinheitsbrei brauchen!

 

Wertung:

9,10/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 34
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