30 Days of Night (2007)

OT: - xx Minuten - Horror
30 Days of Night (2007)
Kinostart: 04.01.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu 30 Days of Night

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30 Days of Night ist ursprünglich eine Horror-Comic-Miniserie, geschrieben von Steve Nils und illustriert von Brian Templesmith, die den beiden den Durchbruch bescherte. Nun, da es in Hollywood mittlerweile an der Tagesordnung ist, Comicbücher zu adaptieren, folgt die standesgemäße Filmumsetzung, produziert von Mr. Spider-Man Sam Raimi und inszeniert von Hard Candy-Regisseur David Slade. Dabei schafft es der Film nicht nur, Josh Hartnett als toughen Helden zu etablieren, sondern vermag es tatsächlich, an vielen Stellen eine gelungene Atmosphäre zu erzeugen. Leider ist die Charakterisierung der Gegenspieler, so interessant der Ansatz auch ist, nicht wirklich gut gelungen, was zu einigen peinlichen Szenen führt, die schließlich die an sich gute Atmosphäre leicht demolieren.

Die Einwohner der kleinen Stadt Barlow, Alaska, schätzen ihre Heimat gerade wegen der Abgeschiedenheit und der Ruhe, die sie ihnen bietet. Jeden Winter herrscht in dieser Stadt allerdings für einen Monat klaffende Dunkelheit. Die Nacht verschlingt den Ort, und erst nach diesen 30 Tagen der Nacht geht die Sonne wieder auf. Die meisten Einwohner reisen in den Süden, um diese trostlose Phase zu überbrücken, aber der harte Kern der Stadt bleibt vor Ort. Darunter ist unter anderem Sheriff Eben (Josh Hartnett), der auf Grund seines Jobs immer in der Stadt bleiben muss.

In diesem Winter bahnt sich allerdings eine Bedrohung an, mit der keiner der Dorfbewohner gerechnet hätte: Nachdem ein mysteriöser Fremder (Ben Foster) die Bewohner des Ortes warnt und diese verängstigt, bricht die Hölle in Barlow los. Eine Gruppe Vampire unter der Führung von Marlow (Danny Huston) greift die Stadt an, um alle Einwohner zu töten, damit niemand etwas von ihrer Existenz verraten kann. Die Dorfbewohner sind den Blutsaugern in allen Punkten unterlegen, und so müssen sie sich zusammenrotten und verstecken. Doch es sind noch 30 Tage, bis die schutzbietende Sonne wieder aufgeht...

Vampire kennt man ja zur Genüge aus den verschiedensten Horrorfilmen. Neben den Zombies sind sie die wahrscheinlich klassischsten übernatürlichen Wesen der Filmgeschichte. Dabei hat sich allerdings bei ihrer Charakterisierung nicht viel getan. Seit F.W. Murnau 1922 seinen Nosferatu ins Spiel brachte, werden Vampire immer als erhabene Wesen voller Eleganz gezeigt, die sich auf beinahe romantische Weise um ihren Blutdurst kümmern. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, á la From Dusk Till Dawn, aber im Großen und Ganzen hat sich dieses Klischee doch sehr festgesetzt.

30 Days of Night versucht an dieser Stelle, den Hebel anzusetzen und etwas Neues zu bringen. Hier werden die Vampire nämlich beinahe gänzlich ohne Charme, vor allem aber ohne die romantischen Untertöne der früheren Filme, als brutale Fressmaschinen gezeichnet. Äußerlich unterscheiden sie sich gar nicht allzu sehr von den Menschen. Es war ein erklärtes Ziel der Filmemacher, gänzlich vom typischen Gruftie-Vampirlook wegzukommen, und stattdessen zeichnete man sie lediglich als leicht verfremdete Menschen, natürlich mit kräftigen Zähnen ausgestattet, um ihre Beute zu zerlegen.

Neben dieser Modernisierung des klassischen Filmmonsters ist es vor allem die stimmige Grundidee, die den Film gelingen lässt. Die Ausgangslage, eine Bande Vampire auf eine Stadt zu hetzen, die für die nächsten 30 Tage in Dunkelheit liegen wird, ist schlicht Balsam für die Atmosphäre. Barlow, Alaska ist eine winzige Stadt, mitten im Nirgendwo und umgeben nur von Schnee. Da keine Hilfe in Sicht ist, müssen sich die Dorfbewohner irgendwie durchschlagen und verschanzen sich schließlich auf einem Dachboden. Doch da niemand ohne Lebensmittel 30 Tage lang überleben kann, müssen auch die Vorräte immer wieder aufgestockt werden, wobei man darauf achten muss, die Vampire nie zum Versteck zu führen.

Diese Survivalatmosphäre ist es schließlich auch, die den Film höchst interessant macht. Es hat schon etwas Beeindruckendes, wenn man gemeinsam mit den letzten Überlebenden in dieser scheinbar unlösbaren Situation steckt. Josh Hartnett obliegt es dabei, die Rolle als Sympathieträger zu übernehmen. Man hat gut daran getan, dass man keinen Helden á la Bruce Willis in diese Rolle gesteckt hat, denn der Vorteil bei Hartnett ist sicherlich, dass viele dazu neigen werden, ihn zu unterschätzen. Doch genau diese anfängliche Skepsis ist es auch, die zur Überraschung führt, als sich Sonnyboy Hartnett tatsächlich als tougher Held etablieren kann.

Wie das Genre schon verspricht, geht es in 30 Days of Night relativ blutig zur Sache. Zimperlich ist der Streifen sicher nicht, und obwohl man nicht den Grausamkeitsfaktor eines Saw 3 oder Ähnlichem erreicht, sollten zartbesaitete Zuseher den Film lieber meiden. Überhaupt sollte die Kinokarte nur von Zusehern gelöst werden, die sich mit dem Horrorgenre anfreunden können, denn ein genreübergreifendes Meisterwerk ist 30 Days of Night nicht geworden. Überhaupt haben sich einige Schwächen in den Film geschlichen, die den Gesamteindruck etwas trüben.

Der auffälligste Negativpunkt ist mit Sicherheit das Auftreten der Antagonisten. Zwar ist der Ansatz, wie die Vampire gestaltet wurden, durchaus interessant, aber wie die Gegenspieler auftreten, wurde nicht immer astrein gelöst. Besonders die gutturalen Laute, mit denen sie untereinander kommunizieren, sind ein wahrer Stimmungstöter, die dem Zuseher doch einige unbeabsichtigte Grinser entlocken. Auch die Kämpfe können nicht als neues Referenzmaterial dienen und kommen über das Prädikat "durchschnittlich" nicht hinaus. Somit ergibt sich ein stimmiges Grundpaket, das durch einige Schwächen behindert wird. Wohlgemerkt sind diese Schwachstellen aus meiner ganz persönlichen Sicht vorhanden, aber alle, die über sie hinweg sehen können, erwartet ein gut gemachter Horrorfilm. Somit bleibt 30 Days of Night, obwohl er kein Meisterwerk geworden ist, für Genrefreunde durchaus empfehlenswert.

Fazit:
30 Days of Night versucht dem angestaubten Vampirdesign, das sich schon seit Dekaden festgesetzt hat, etwas frische Luft einzuhauchen und ist damit auch großteils erfolgreich. Besonders die Atmosphäre der abgeschiedenen Kleinstadt hat es mir angetan und sorgt für ein überzeugendes Setting. Doch leider haben sich einige Szenen in den Film geschlichen, die für mich persönlich etwas unfreiwillig komisch waren, und auch die Kämpfe zwischen Menschen und Zombies haben mich nicht nahtlos überzeugt, aber für Freunde des Genres bleibt 30 Days of Night dennoch empfehlenswert, auch wenn das Ende einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt.

Wertung:
6/10 Punkte









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Ø Wertung: 6.2/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 11
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