Ted (2012)

OT: Ted - 106 Minuten - Komödie
Ted (2012)
Kinostart: 03.08.2012
DVD-Start: 06.12.2012 - Blu-ray-Start: 06.12.2012
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Filmkritik zu Ted

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Die satirischen Zeichentrickserien „Family Guy“ und „American Dad“ spalten seit jeher das Fernsehpublikum in den USA und Europa. Entweder man liebt den herrlich abgedrehten,  oft anstößigen, politisch unkorrekten und sexuell konnotierten Humor der Serien, den aufgrund seiner vielen Referenzen zu Filmen und Serien zumeist nur mit Popkultur sehr vertraute Zuseher verstehen, oder man kann damit so gar nichts anfangen und wird die Formate wohl auf ewig hassen. Das Mastermind hinter „Family Guy“ und „American Dad“ ist Seth MacFarlane, der den Hauptfiguren im Original auch seine formidable Stimme leiht. Mit „Ted“ legt MacFarlane nun seinen ersten Kinofilm vor und schon die Idee dahinter – ein Teddybär wird lebendig und führt mit seinem „Besitzer“ ein ausschweifendes Leben - kann man entweder für furchtbar dämlich oder grenzgenial halten. MacFarlane setzt auf seinen im Fernsehen erprobten und umstrittenen Humor, der sich zwar nicht ganz ohne Leerläufe von Sitcom-Länge auf gut eineinhalb Stunden ausweiten lässt, jedoch mehr als genügend Lacher provoziert. Außerdem wagt sich der Realfilmdebütant mit „Ted“ auf bisher weniger erforschtes Terrain: er stattet seine Figuren (inklusive Kuscheltier Ted) mit emotionaler Tiefe aus, sodass sie sich auch weiterentwickeln können, und lässt die Handlung wenig bis kaum abschweifen. So wird „Ted“ zu einer urkomischen Fabel über Freundschaft.

Für John (Mark Wahlberg) hat sich als Kind sein größter Wunsch erfüllt: Sein bester Freund, ein Teddybär, ist über Nacht lebendig geworden. Das bescherte nicht nur Johns Außenseiterdasein ein Ende, sondern Kuschelbär „Ted“ eine steile Karriere, die wie so oft in Drogen- und Alkoholeskapaden ausartete. Ted und John wuchsen nicht nur zusammen auf, sondern sind auch als Erwachsene immer noch die besten Freunde. Doch irgendwie wollen beide nicht so recht reifer und weiser werden. Vor allem Johns Langzeitfreundin Lori (Mila Kunis) machen Teds ausschweifende Partys in der gemeinsamen Wohnung zunehmend zu schaffen. Falls sich John wie Lori wünscht, deren Beziehung auf die nächste Stufe – sprich: Hochzeit – zu heben, stellt sie eine Bedingung: Ted muss aus der Wohnung ausziehen.

Schon in der ersten Sequenz, in welcher der Erzähler zunächst furchtbar seriös die Geschichte des kleinen John und seines Teddybärs wiedergibt und  dann mittendrin abschweift, um eine Ode an die Gadgets eines Apachen-Helikopters zu halten, ist die Handschrift des „Family Guy“-Machers Seth MacFarlane klar abzulesen. Damit kann der Zuschauer auch gleich entscheiden, ob ihn der Film unterhalten wird oder nicht. Dabei sollte man sich aber auf jeden Fall auf Witze gefasst machen, die man sonst eher hinter vorgehaltener Hand erzählt. Dass Seth MacFarlane mit den Gags gelegentlich unter die Gürtellinie (mit Tendenz nach unten) geht und auf politische Korrektheit pfeift, stand ohnehin auf der To-Do-Liste des Films, doch eigentlich ist der erste Kinofilm des „Family Guy“-Schöpfers überraschend zahm ausgefallen. Die ein oder andere Ethnie oder Sozialgruppe wird schon mit Stereotypen durch den Kakao gezogen, doch Lieder über AIDS oder anstößige Witze über 9/11 wie in „Family Guy“ werden dann doch gemieden. Außerdem zündet auch nicht jeder Gag  – vor allem gegen Halbzeit gibt es dann doch die eine oder andere Humordurststrecke. Doch das tut dem Unterhaltungswert des Films nur wenig Abbruch, da Seth MacFarlane dieses Mal tatsächlich eine Geschichte erzählen will, statt sich wie in seinen Serien auf Popkultur-Zitate zu beschränken.

„Ted“ ist vor allem ein Film über Freundschaft – dass einer der beiden Freunde ein Teddybär ist, gibt der Story den nötigen Kick und bildet die Basis für zahlreiche Gags, ist aber nicht das Hauptanliegen des Films. Vor allem gegen Ende geht es weniger um den Humor, als eher um die moralische Botschaft über Freundschaft und Loyalität. So ist „Ted“ in der Tat mehr als eine reine Partykomödie. Mila Kunis und Mark Wahlberg leisten da einen erheblichen Beitrag, indem sie ihre Rollen und vor allem die Figur des Teddybären durchgehend ernst nehmen und so Ted auch für die Zuschauer zu einer realen Person werden lassen. Das gibt der Story einen roten Faden, sodass sie trotz der zahlreichen Cameo-Auftritte und Nebenfiguren nie zur Nummernrevue wird. Doch auch die sind sauber ausgewählt und tragen die Story passend mit. Giovanni Ribisi gibt einen herrlich kauzigen und vor allem unheimlichen Bösewicht, „Flash Gordon“-Star Sam Jones bringt in seinem Cameoauftritt eine große Portion Selbstironie mit und auch Norah Jones nimmt sich selbst mit Humor. Ted selbst hat von der Special Effects-Abteilung ein wirklich einwandfreies Äußeres bekommen und Seth MacFarlane leiht ihm selbst die Stimme. Dass der Teddybär daher ein bisschen wie der dümmliche „Family Guy“-Vater Peter Griffin klingt, muss natürlich in einen Gag verwandelt werden. „Family Guy“-Fans haben also sicher mehr zu lachen!

Fazit:
Wer „Family Guy“ mag, wird den abgedrehten Humor der Serie auch in MacFarlanes Kinofilm wieder finden und sich zusätzlich über eine abgerundete und herzerwärmende Geschichte freuen. Den glühenden „Family Guy“-Verehrern könnte „Ted“ vielleicht ein klein wenig zu zahm geraten sein. Wer mit den Comicserien so gar nichts anfangen kann, sollte dem Teddybären zumindest eine Chance geben, denn am Ende muss man ihn trotz all seiner Fehler und Eskapaden einfach nur gern haben.

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 6.9/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 60
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Erstellt: 11.11.2013
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