Das verflixte 3. Jahr (2011)

OT: L'amour dure trois ans - 98 Minuten - Komödie
Das verflixte 3. Jahr (2011)
Kinostart: 20.07.2012
DVD-Start: 29.11.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Das verflixte 3. Jahr

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Unter der zynischen Sonne Frédéric Beigbeders erscheint das Genre der Romantik-Komödie, genau wie die Romantik selbst, in einem ganz neuen Licht. Bei der Verfilmung seines eigenen Romans (Die Liebe währt drei Jahre), verarbeitet er seine brutal-realistischen Beziehungsansichten. Im Kontext zu unserer schnelllebigen Zeit  gibt er der Liebe eine Lebensdauer von drei Jahren, und spart dabei nicht mit doppelzüngigen Argumenten um deren Sterblichkeit zu unterstreichen. Zwar handelt es sich um eine seichte Sommerkomödie, wem aber der Glaube an die wahre Liebe heilig ist, sollte sich von diesem Film fernhalten.

Zum Einstieg ins Geschehen wird uns ein Videozusammenschnitt präsentiert, der die Beziehung der Hauptfigur Marc Marronnier (Gaspard Proust) dokumentiert. Von der anfänglichen glücklichen Verliebtheitsphase, bis hin zum „Nebeneinanderher leben“ und schließlich der Scheidung. Ausgelöst wird diese, durch eine eindeutige Sms, welche die attraktive zukünftige Ex-Frau Anne (Elisa Sednaoui) in Marcs Handy findet. Das Fremdflirten fiel dem Literaturkritiker allerdings weit leichter, als die Konsequenzen danach. Er ertränkt sich erstmal in Alkohol und Selbstmitleid, bis er beschließt, sein Resümee aus der Liebe schriftlich festzuhalten. Ein Buch, in dem er die drei Phasen der Ehe ausführlich beschreibt und die wahre Liebe für tot erklärt. ("Im ersten Jahr kauft man die Möbel. Im zweiten Jahr stellt man sie um. Im dritten Jahr teilt man sie auf.") Seine unromantischen Thesen halten sich aber nur solange, bis er auf einer Familienfeier die äußerst hübsche Alice (Louise Bourgoin) trifft, die ihm reichlich den Kopf verdreht. Sein Buch wird währenddessen unter einem Pseudonym  veröffentlicht und schnell erfolgreich. Die verheiratete Alice hält den über beide Ohren verliebten Marc erst eine Weile auf Distanz, bevor sie schließlich ihren Mann für ihn verlässt. Doch das junge Glück währt nicht lange, wenn sie herausfindet, wer hinter dem Macho-Buch steckt. Der erste Weg führt sie zurück in ihre Ehe, bis ihr klar wird, dass sie ihr Herz trotz allem für Marc schlägt.

Es scheint den ganzen Film über, als beleuchtet Beigbeder die schönen Seiten der Liebe nur, um danach die Schatten wachsen zu lassen. Es ist der französische Charme des Films, der einen dazu bringt, mit zu leben und dran zu bleiben. Geprägt von autobiographischen Zügen des Regisseurs, kann man herauslesen, dass ihm zufolge, wohl eher die Frauen die Beziehungen beenden. Obwohl Marc in seiner Ehe Anne alle Gründe aufgelegt hat, hätte er sich wohl nicht so schnell getrennt. In der Mitte des Films will Marcs Freund, welcher kurz vor der eigenen Hochzeit steht, gegen seine pessimistische Einstellung kontern, in dem er verdeutlicht, dass die wahre Liebe mit der Zeit nur wächst. Was vergeht ist die Anziehungskraft. Als Zuschauer bekommt man suggeriert, dass es noch Hoffnung auf lange Ehen gibt, wenn man nur den richtigen Partner gefunden hat. Ein Statement, dem schnell wieder entgegnet wird, wenn herauskommt, dass auch diese Ehe zum Scheitern verurteilt ist.

Der Film Frédéric Beigbeders, lässt also kaum zu hoffen über, dass Liebe funktionieren kann. Das Ende unterstreicht diese Aussage zusätzlich. Denn als sich Marc und Alice schlussendlich doch noch finden und die ewige Liebe schwören, taucht hinter ihnen eine gewaltige Tsunamiwelle auf. Ob nun die reale Gefahr gemeint ist, oder nur bildlich gesprochen wird, kommt unterm Strich, auf dieselbe Endaussage.
 
Fazit:
Eine für Frankreich untypische Sicht auf die Liebe, verpackt mit kleinen „Schmunzel-Momenten“ zeichnet noch keinen guten Film aus. Was allerdings Pluspunkte verschafft ist die typgenaue Besetzung der Rollen, und eine sympathische Spielweise Gaspard Prousts. Er findet in seinem zweiten Filmauftritt einen eigenen, vielversprechenden Ausdruck, von dem man sicher noch mehr sehen wird. Ob das filmische Werk einen nun persönlich anspricht oder abstößt, einen starken Eindruck wird es (gemessen an einer Sommerkomödie) allemal hinterlassen.

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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