2 Tage New York (2011)

OT: 2 Days in New York - 96 Minuten - Komödie
2 Tage New York (2011)
Kinostart: 06.07.2012
DVD-Start: 18.01.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu 2 Tage New York

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Mit ihrem Regiedebüt 2 Tage Paris (2007), für das sie auch das Drehbuch lieferte sowie die Hauptrolle übernahm, konnte die französische Schauspielerin Julie Delpy größtenteils positive Kritiken für sich gewinnen, auch wenn sich durchaus eine Ähnlichkeit zu Before Sunrise (1995), in dem Delpy an der Seite von Ethan Hawke nach Homo Faber (1991) ihren schauspielerischen, internationalen Durchbruch feierte, ausmachen lässt. Nach ihrem Historienfilm Die Gräfin (2009), setzt Delpy ihre Regiekarriere nun fort und erzählt die Geschichte ihres Erstlingswerks in 2 Tage New York weiter.


Während 2 Tage Paris von der Französin Marion (Julie Delpy) und ihrem amerikanischen Freund Jack (Adam Goldberg), die im Verlauf einer Reise Halt in Paris bei Marions Eltern machen und sich so manche schwierige Situation ergibt, erzählt, sind in der Fortsetzung mittlerweile fünf Jahre vergangen und Marion lebt getrennt von Jack zusammen mit ihrem Sohn Lulu (Owen Shipman), ihrem neuen Freund Mingus (Chris Rock) und dessen Tochter Willow (Talen Riley) in New York. Alles läuft harmonisch bis schließlich der Besuch von Marions Vater Jeannot (Albert Delpy), ihrer freizügigen Schwester Rose (Alexia Landeau) und überraschenderweise auch deren Freund Manu (Alexandre Nahon), den Marion ebenfalls zu ihren ehemaligen Liebhabern zählt, bevorsteht. Zusätzlich muss Fotokünstlerin Marion im Rahmen einer Vernissage auch noch ihre Bilder sowie ihre Seele verkaufen. Marion und Mingus erleben zwei chaotische Tage mit Marions Familie, die ihr Leben und ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen.


Schon im Vorgänger 2 Tage Paris setzte Delpy hauptsächlich befreundete Schauspieler ein und auch ihre Eltern, ebenfalls Schauspieler, wurden besetzt. Albert Delpy übernimmt hier wieder in überzeugend komischer Manier die Rolle von Marions Vater. Interessant ist der Wechsel des männlichen Parts an Marions Seite. So wird nicht à la Happy End die Geschichte von Marion und Jack weitererzählt, sondern gezeigt, dass das Leben manchmal anders laufen kann als gedacht und sich Menschen trennen, umziehen und andere Partner finden. Dieser Wechsel funktioniert mit der Besetzung von Chris Rock wunderbar, denn die Chemie zwischen Komiker und Schauspieler Chris Rock und der französischen Frohnatur Julie Delpy wirkt auf Anhieb authentisch, wird aber sehr ungezwungen dargestellt und äußert sich vielmehr in der humoristisch übereinstimmenden Wellenlänge der beiden sowie schlagfertigen Dialogen. Delpys sinnlich französischer Charme und ihre leichtfüßige Komik gemischt mit Chris Rocks lockerem Humor ergeben eine witzige Atmosphäre, wobei unter all den Gags auch immer wieder ernstere Töne verarbeitet sind. Albert Delpy (Before Sunset, 2004), Alexia Landeau (2 Tage Paris, 2007) und Alex Nohan überzeugen als schrullige, französische Familie und tragen stark zur Komik des Films bei.


Es prallen hier, wie schon im ersten Teil, die amerikanische und französische Kultur aufeinander, allerdings in umgekehrtem Rahmen. So stellt Marions französische Familie in ihrem neuen New Yorker Umfeld alles auf den Kopf. Wie gehabt, spielt Julie Delpy wieder mit diversen Kulturklischees. So hat Marions freizügige Schwester kein Problem damit, sich vor fremden Leuten, aber auch Mingus halbnackt zu zeigen oder aber sich gemeinsam mit Freund Manu im Aufzug einen Joint zu gönnen. Die Sprachschwierigkeiten zwischen Mingus und Marions Vater – dieser spricht natürlich kein Wort Englisch – markieren eine weitere, kulturelle Kluft, die für die ein oder andere komische Situation sorgt. Obwohl der Film so klischeebelastet ist, werden diese aber von innovativen Nuancen umrahmt, wie beispielsweise Marions Projekt, ihre Seele an den anonymen Käufer Vincent Gallo zu verkaufen. Genau solche Details zusammen mit den witzig übertriebenen Klischees machen den Unterhaltungsfaktor des Films aus und heben ihn von gleichartigen Filmen ab.    


Fazit:
Mit der Fortsetzung ihres Regiedebüts 2 Tage Paris lässt die französische Schauspielerin und Regisseurin Julie Delpy die Familie der, von ihr gemimten Hauptfigur Marion 2 Tage New York erleben und spielt somit wieder mit den kulturellen Unterschieden von Amerikanern und Franzosen. Dabei setzt sie an einem neuen Punkt in Marions Leben – fünf Jahre später – mit Sohn und neuem Partner Mingus, der von Chris Rock überzeugend komisch dargestellt wird, an und lädt Marions Familie zu einem Kurztrip in die amerikanische Großstadt ein, um dort schließlich alles auf den Kopf zu stellen. Die Kombination aus kulturellen Klischees und mit Wortwitz angereicherten Dialogen sowie der humorgeladenen Chemie zwischen Julie Delpy und Chris Rock machen 2 Tage New York  zu einer gelungenen Fortsetzung, die mehr als nur eine solche, sondern als eigenständige, unterhaltsame Komödie lockt.

 

Wertung:
8/10 Punkte

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