Simon (2011)

OT: Simon och ekarna - 122 Minuten - Drama
Simon (2011)
Kinostart: 29.06.2012
DVD-Start: 23.01.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Simon

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Simon ist ein Roman und weltweiter Bestseller von der schwedischen Autorin Marianne Fredriksson, welcher Lisa Ohlin, der Regisseurin, als Vorlage für ihren neuesten Film dient. Lisa Ohlin, die zugibt, im Roman durchaus Parallelen zu ihrem Leben zu finden, versucht in knapp zwei Stunden das in Filmbildern auszudrücken, was die Romanvorlage auf 412 Seiten zu Papier bringt. Der Film Simon führt vor Augen was mit einer Familie passiert, wenn Wünsche unterdrückt werden und unausgesprochene Geheimnisse ans Tageslicht kommen.  

1939 - der kleine Simon Larsson (Jonatan S. Wächter) lebt mit seinen Eltern Karin (Helen Sjöholm) und Erik (Stefan Gödicke) auf dem Land in der Nähe von Göteborg. Dort ist das Leben sehr naturgebunden und von handwerklicher Arbeit bestimmt. Deswegen sieht der Vater die Zukunft des Jungen genau in diesem Umfeld. Doch Simon, der es liebt, in Büchern zu lesen und sich für Musik und Kultur begeistert, fühlt sich hier oft missverstanden und fehl am Platz. Von seiner Mutter hingegen sehr geliebt und unterstützt, geht er schließlich auf eine höhere Schule in der Stadt und lernt dort den in wohlhabenden Verhältnissen aufwachsenden Isak Lentov (Karl Martin Eriksson) kennen. Die Freundschaft der Beiden hält weit über das Kindesalter hinaus an, ermöglicht Simon einen Einblick in die Welt abseits des einfachen Lebens und bringt auch die Familien der zwei Freunde zusammen. Doch nach dem Ende des 2. Weltkriegs erfährt der mittlerweile herangewachsene Simon (Bill Skarsgård) den wahren Grund für das Gefühl, von seinen Eltern nicht verstanden zu werden, was wiederum neue Veränderungen im Leben der Protagonisten auslöst…

Für die bildliche Inszenierung bietet die schwedische Naturkulisse der Regisseurin sehr viel Potenzial. Beeindruckende Landschaften und mit Bedacht ausgewählte Drehorte werden durch filmische Mittel, wie z.B. durch Überblendungen oder durchdachte, die Emotionen widerspiegelnde Licht- und Schattenkonzepte, sehr gut in Szene gesetzt.  

Man merkt bereits zu Beginn des Films, dass das Wechselspiel von Natur und Kultur einen Schwerpunkt des Films ausmacht. Diese interagieren aber nicht nur sondern konkurrieren in einer bestimmten Form miteinander. Das zeigt sich nicht nur in dem schwierigen Verhältnis zwischen dem durch die einfache Herkunft geprägten Vater Erik Larsson und seinem Sohn Simon, den die kulturelle Vielfalt des Stadtlebens anzieht, sondern im Allgemeinen in den Lebensvorstellungen und Prinzipien der Familien Larsson und Lentov. Im Vordergrund steht der Kampf um Anerkennung, das Streben nach Freiheiten mit dem Ziel, die eigenen Wünsche und Talente verwirklichen zu können, trotz einer autoritären Erziehung und der bedrückenden und schwierigen politischen Zeit. Die Verwirklichung dieser Wünsche versucht Ruben Lentov (Jan Josef Liefers), Isaks Vater, Simon zu ermöglichen, der sein Potenzial und seine Träume erkennt und fördert. Jan Josef Liefers, der für die Rolle Schwedisch lernte, verkörpert die Figur des wohlhabenden und kulturell bewanderten jüdischen Buchhändlers sehr überzeugend. So verwundert es auch nicht, dass er den Schwedischen Filmpreis als Bester Nebendarsteller erhielt.

Lisa Ohlin hat an der Ausarbeitung des Drehbuchs zusammen mit der holländischen Autorin Marnie Blok gearbeitet. Man kann jedoch, und da liegt die einzige kleine Kritik am Film, während des Schauens nicht ausblenden, dass es sehr schwierig ist, ohne Abzüge, eine komplexe Geschichte eines umfangreichen Romans in einem zeitlich begrenzten Spielfilm zu zeigen. Weil Lisa Ohlin sehr viel in den durchaus schönen Bildern zeigen möchte, gibt es viele Ereignisse und Wendungen, durch die die Handlung zwar vorangetrieben wird. Aber diese Vielzahl an Ereignissen führt manchmal zur abgehackten und flüchtigen Bildabfolge.
 
Für die Filmmusik von Simon ist Annette Focks verantwortlich. Sie hat bereits Musik für zahlreiche Fernsehproduktionen und Filme komponiert, wie z.B. für Vier Minuten (2006) oder John Rabe (2009), und war für viele nationale und internationale Filmpreise nominiert, wovon sie zahlreiche mit nach Hause nahm. Im Film Simon dominieren Violinenstücke; die expressionistische und zwischen Klassik und Moderne wechselnde Musik trägt die Emotionen - ebenso der Zuseher, wie auch der Protagonisten.

Fazit:
Der Film Simon ist eine gelungene internationale Co-Produktion, die zwar viel zu zeigen versucht, aber das durchaus auf eine sehr sehenswerte weil vom Können und von Emotionen geprägte Art und Weise. In diesem Familiendrama überzeugen sowohl die schauspielerischen Leistungen der Darstellerinnen und Darsteller als auch die ausdrucksvollen Bilder. Wer also einen Film sehen möchte, der die Höhen, Tiefen und Wendepunkte des Lebens darstellt, ist hier gut aufgehoben, denn Lisa Ohlin hat ein feines Gespür für den effektvollen Bildausdruck, der sich auf der Leinwand zeigt.

Wertung:
8/10 Punkte
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